re:publica 2012

Vom 2. bis 4. Mai fand die re:publica in Berlin statt. Die größte deutsche Netzkonferenz, die ursprünglich als ein Blogger-Klassentreffen begann, fand bereits zum sechsten Mal statt und bekam dazu gleich noch neue Hallen. „Der größte Wunsch bei der letzten re:publica war mehr Platz“, sagte Organisator Johnny Häusler bei der Eröffnungsveranstaltung und so zog die re:publica aus dem Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune in den ehemaligen Kreuzberger Postbahnhof.

Das diesjährige Motto der re:publica lautet: „ ACT!ON“ und steht für die Schubkraft sozialer Medien. In drei Tagen diskutierten die 4.000 Besucher die spannendsten Konflikte der Netz-Welt. Durch die ca. 350 Speaker aus über 30 verschiedenen Nationen wurden die unterschiedlichsten Themengebiete behandelt.

Republica Motto 2012 Action„Die Veranstaltung ist in der Masse angekommen und die Super-Nerds, die am Anfang prägend waren, fallen heute kaum noch auf.“ Schön findet Roland auch den steigenden Anteil der Frauen, „der thematisch gut tut und die Jungs dazu motiviert, sich noch etwas mehr anzustrengen“. (@Roland_Panter)

Ein negativer Punkt der re:publica war das W-Lan. Fast schon traditionell funktionierte bei der größten deutschen Netzveranstaltung das Internet mal wieder nicht. Dafür halten jedoch die Mobilfunkverbindungen, da die Kapazität der Zellen rund um die Halle vergrößert wurde. Bisher hatten die Netzbetreiber nicht auf die Organisatoren gehört, dass Tausende Nerds die Funkzellen total überlasten würden.

Tag 1

Sascha Lobo

Das Highlight des ersten Tages war der Überraschungsvortrag von Sascha Lobo, der in der Netzgemeinde durch seinen roten Irokesen-Kamm bekannt ist.

Entgegen seiner Tradition beginnt Sascha Lobo seine Rede dieses Mal mit einem „Startflausch“ – Flauschen als Lob und zu loben gibt es eniges. Das erste Lob bekommt die Netzgemeinde für das starke Aufbegehren gegen den Gesetzesentwurf ACTA. Ein weiteres Lob gibt es für das Auslösen der Urheberrechtsdebatte. Außerdem lobt Sascha Lobo noch für die Unterstützung der Piratenpartei, wobei die Ernsthaftigkeit etwas ungeklärt ist. Insgesamt redet Sascha Lobo von einer postitiven Entwicklung, denn die Debatten wirken sich spürbar auf die Politik aus, wobei sich die Themen schon längst nicht mehr nur auf das Internet beschränken. Trotz aller politischen Einflüsse des Internets sollte man laut Lobo die 30 Millionen Netznichtnutzer nicht vergessen. Lustige Punkte seines Vortrages sind zum einen der Aufruf das Jahr 2012 zum Jahr des Blogs zu machen. Im Vordergrund steht dabei die Unabhängigkeit von Blog-Dienstleistern wie Blogger oder Tumblr. Zum Anderen bietet uns Sacha Lobo das „UNS“ an und stellt gleich mal seinen Lieblingstweet vor.

Republica 2012 Tweet

Kauend auf dem einen Tier, bewundern die Menschen das lebende Tier. Sacha Lobo ist fasziniert von der Fähigkeit so stark zwischen Konsum und Bewunderung zu wandern.

Tag 2

Blogger im Gespräch

Philip Banse unterhielt sich mit den vier Bloggern: Debora Weber-Wulff (Vroniplag), Matthias Bauer (wir-sind-einzelfall.de), Frank Westphal (Rivva.de), Raul Krauthausen (Wheelmap.org)

Da die ganze re:publica sich in diesem Jahr sehr für Barrierefreiheit eingesetzt hat, war das Gespräch mit Raul Krauthausen besonders interessant. Raul Krauthausen gehört zum Sozialhelden e.V. und steckt im Moment seine ganze Energie in die Wheelmap. Auf dieser Karte können Orte und ihre Barrierefreiheit und Rollstuhltauglichkeit eingetragen werden. Damit können Rollstuhlfahrer vorher einschätzen ob sich ein Besuch eines Restaurants auch wirklich lohnt und ob sie ohne Probleme dorthin gelangen können. Auf der re:publica wurden viele Vorträge mit Texten auf der Leinwand unterstützt oder von Dolmetschern für Gebärdensprache übersetzt. Alle Stages waren durch Rampen auch für Rollstuhlfahrer leicht zu erreichen.

Übermorgen.tv

Ebenfalls sehr interessant war die Diskussionsrunde rund um das Übermorgen.tv. Auf Übermorgen.tv werden verschiedene Zukunftsszenarien durchgespielt und dann von den Gästen Mercedes Bunz, Christoph Kappes, Christian Heller diskutiert. Ein Beispiel ist die Entwicklung von Net Tribes:

Tag 3

Steffen Seibert

Zwischen all den Nerds tummelte sich dieses Jahr sogar Merkels Regierungssprecher auf der re:publica. Regierungsprecher Steffen Seibert twittert seit Anfang 2011 unter @RegSprecher. Sogar der Vatikan hat einen Twitter Account und laut Seibert sollte man nicht allzuweit hinter dem Vatikan zurückliegen was die moderne Medienkompetenz anbelangt. Doch auch wie Sascha Lobo betont er, dass das Netz nicht die Republik sei und Twitter daher nur als zusätzlicher Kanal fungiert.

Nach drei Tagen voller Wissen und Austausch gab es dann zur Abschlussfeier noch schön #tassebier.


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