SMX München 2014

Am 25. und 26. März fand auf dem „Internationalen Congress Center München“ die SMX München 2014 statt. Zwar befindet sich das Center etwas außerhalb der Stadt, jedoch ist die Location wirklich toll geeignet für eine Konferenz.

Tag 1:

Rand Fishkin: Maximale Sichtbarkeit 2014: der Schlüssel zum Erfolg

Pünktlich um 9.00 Uhr leitete Rand Fishkin (moz.com) die SMX mit seiner Keynote zur „Revolution im SEO“ ein. In der für ihn typischen sehr lebendigen Vortragsweise sprach er über die größten und relevantesten Änderungen in den Suchergebnissen und die Konsequenzen, die man als SEO daraus ziehen müsse. So bestehe SEO nicht mehr nur aus ein paar Links und Content, sondern aus einem Gesamtkonzept, das es zu schaffen gelte. Es gehe darum, die Erwartungen des potentiellen Seitenbesuchers zu (er)kennen und diese zu erfüllen. Neben der Wichtigkeit von immer besseren Inhalten betonte er vor allem die Relevanz des Markenaufbaus. Habe man Google signalisiert, dass man eine echte Marke ist, und werde dies auch von den Usern entsprechend wahrgenommen, so sei es leichter, ein gutes Ranking zu erreichen. Außerdem sei die Wahrscheinlichkeit, dass Google eventuelle Fehltritte verzeiht, deutlich größer. Besonders in kompetitiven Märkten würden oft nur noch Marken gelistet – vor ein paar Jahren stellte sich die Situation noch ganz anders dar.

Insgesamt war es ein sehr inspirierender Vortrag, der die SMX perfekt einleitete.

SMX München 2014 Konferenz

Rand Fishkin & Marcus Tober: Die wichtigsten Suchmaschinen Ranking Faktoren

In einem weiteren spannenden Vortrag von Rand Fishkin und Marcus Tober (Searchmetrics) ging es um die wichtigsten Suchmaschinen Ranking-Faktoren. Marcus bezog sich in seinem Teil auf Datensätze, die er im US-Markt erhoben und analysiert hatte und präsentierte verschiedene Ergebnisse und Learnings:

  • Site Speed sei ein Ranking Faktor, der immer mehr an Wichtigkeit gewänne. Man sollte sich mit dieser Problematik also ausführlich beschäftigen. So rankten besonders schnell ladende Seiten oft besser als Webauftritte mit langen Ladezeiten. Dieses Ergebnis spiegele natürlich auch Googles Erwartung an eine gute User-Experience wider: Je kürzer die Ladezeit, desto zufriedener der User. Allerdings gab Marcus auch den Hinweis, Marken würden hier einen kleinen Bonus genießen, wodurch er direkt bestätigte, was Rand Fishkin in seiner Keynote bereits angesprochen hatte.
  • Ein weiterer markanter Punkt war die Textlänge. Viele der gut rankenden Seiten hätten laut Statistik im Vergleich zum Vorjahr die Textlänge von 650 auf 750 Wörter erhöht, wobei auch hier wieder bekannte Marken einen Vorteil genießen würden. Sie rankten oft sehr gut, ohne eine große Menge an Content bereitzustellen. Wichtiger Hinweis allerdings an dieser Stelle: Es kommt nicht nur auf die Länge an, sondern auch auf den Inhalt. Um gut zu ranken, muss man relevant sein und das Thema möglichst tief und ausführlich beleuchten.
  • Ebenfalls erwähnte Marcus Social Signals im Zusammenhang mit gutem Content. Dies allerdings mit dem Hinweis, dass gut rankende Artikel oft viele Social Signals hätten, diese aber nicht für das gute Ranking verantwortlich seien. Social Signals kämen bei attraktivem Content automatisch.
  • Zum Thema Backlinks hatte Marcus den eindeutigen Standpunkt, dass diese noch immer einer der wichtigsten Ranking-Faktoren sind. Dabei gelte allerdings, dass nicht mehr die Quantität, sondern die Qualität in den Vordergrund gerückt sei. Man solle also versuchen, sich auf wenige gute und thematisch passende Links zu konzentrieren, statt wie bisher große Mengen aufzubauen. Auch hier kam wieder der Hinweis des „Brand-Faktors“. Große Marken würden deutlich weniger Links für ein gutes Ranking benötigen, wobei allerdings die Beständigkeit, also ein leichter, aber permanenter Linkzuwachs entscheidend sei.
  • Rand hatte einen etwas weniger von Daten getriebenen Hinweis parat und bezog sich auf den Vergleich zwischen der eigenen Seite und den Seiten, die vor einem ranken. Die Frage, die man sich selbst stellen müsse, sei, was die vor einem rankenden Seiten besser machen als man selber. Auf Basis dieser Erkenntnisse gelte es zu versuchen, den eigenen Webauftritt zu optimieren.
  • Rand Fishkin Marcus Tober

    Einig waren sich beide in dem Punkt, dass Brands inzwischen von Google stark bevorzugt werden, wenn es um kompetitive Märkte geht, und dass es für jeden erstrebenswert ist, sich als Marke zu etablieren.

    Gareth Hoyle: Link Audits – die beste Zeit dafür ist jetzt

    Der Vortrag von Gareth Hoyle zum Thema Linkaudits konnte nach der letzten Abstrafungswelle zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen. Daher war der Andrang entsprechend groß, und scheinbar jeder sah für sich die Notwendigkeit, mal vorbeizuschauen. Dabei orientierte sich sein Vortrag am Best Practice Ablauf eines Linkaudits, wobei dieser in fünf Schritten ablaufen sollte:

    1. Alle Linkdaten sammeln, die man bekommen kann. Im Optimalfall aus allen Tools schöpfen, die zur Verfügung stehen: Google / Bing Webmaster Tools, Majestic SEO, ahrefs etc.
    2. Das Analysieren dieses Datenpools nach Kennzahlen wie Sichtbarkeit, Domain Popularität, Ankertexten, Art der Integration oder eventuellen Abstrafungen der Domains.
    3. Entfernung der Links, die den eigenen Ansprüchen nicht genügen. Optimal ist hierbei das Entfernen des kompletten Artikels, da dieses Vorgehen unauffälliger wirkt als das Herauslöschen eines einzelnen Links.
    4. Erst nach dem Versuch der manuellen Linkentfernung sollte das Disavow-Tool genutzt werden, um die restlichen Links zu entwerten, derer man sich entledigen möchte.
    5. Einreichen des Reconsideration Requests

Gareth Hoyle Linkaudit

Tag 2:

Karl Kratz: Content Marketing – Deconstructing Karl Kratz oder was man sich von Erfolgsbeispielen abschauen sollte

Am zweiten Tag startete pünktlich um 9:00 Uhr Karl Kratz mit einem für ihn typischen Vortragsthema: „Content Marketing – Deconstructing Karl Kratz oder was man sich von Erfolgsbeispielen abschauen sollte“. Hier ging er auf das Schaffen und den Prozess der Ideengenerierung bei der Content-Erstellung ein. So gab er die Anregung, sich die Produktrezensionen von Amazon als Inspiration zu nehmen, und die dort genannten Fragestellungen oder Hinweise der Kunden in die eigene Content-Produktion mit einfließen zu lassen. Ein nettes Take-away war Karls Tipp, besonders lange Artikel, die sich gut in verschiedene Kapitel unterteilen lassen, Stück für Stück zu veröffentlichen. Auf diese Weise könne man mit jedem Kapitel neue Social Signals einsammeln und dem Artikel immer wieder neue Aktualität geben.

Marcus Tober & Markus Hövener: High Quality Linkbuilding mit Content Marketing – Wer bekommt eigentlich die Top Links?

Ein wirklich sehr inspirierender Vortrag kam von Marcus Tober und Markus Hövener und beschäftigte sich mit dem Aufbau von Links mithilfe von Content-Strategien. Besonders interessant waren dabei drei verschiedene Grundstrategien:

  1. Woher bekommt die Konkurrenz, die sich mit demselben Thema beschäftigt, ihre Links?
  2. Hier gelte es zu analysieren, welche guten Content-Ideen die Konkurrenz hat, und welche externen Seiten auf diesen Content verlinken. Im nächsten Schritt übernimmt man diese Inhalte und reichert sie durch weitere Aspekte an. Im letzten Schritt kann man an die linkgebenden Seiten der Konkurrenz herantreten, auf den eigenen Top-Content hinweisen und um Verlinkung fragen.

  3. Von bestimmten Domains gezielt Links bekommen
  4. Die Strategie hier sei zu schauen, worauf die angestrebte Seite verlinkt und mit welchen Themen sie sich im Detail auseinandersetzt. Diese Themen greift man auf und reichert sie mit neuen Inhalten an, um wendet sich anschließend mit der Bitte um Verlinkung an die gewünschte Seite.

  5. Zielgruppendenken
  6. Ausgangspunkt dieser Strategie ist die Überlegung, wie man eine Verlinkung von Domains bekommt, die eine bestimmte Zielgruppe bedienen. Dafür sollte Content geschaffen werden, der genau auf die Themen und Bedürfnisse dieser Zielgruppe abgestimmt ist. Im letzten Schritt werden die Webmaster auf diese Inhalte hingewiesen, und man darf auf eine Verlinkung hoffen.

Alles in allem war dies ein sehr interessanter Vortrag mit wirklich anregenden Ideen, wie man Content- und Link-Marketing in Zukunft miteinander verschmelzen kann.

Neben den guten Vorträgen war die SMX München 2014 aber auch ein super Networking-Event. Es kam zu vielen spannenden Gesprächen, und man konnte eine Vielzahl toller Ideen und Gedanken mitnehmen. Wir jedenfalls bedanken uns beim Orga-Team und werden auch im nächsten Jahr definitiv wieder dabei sein!

Weitere Recaps: SMX München 2014

Stefan Fischerländer: suchmaschinentricks.de
Maximilian Hitzler: guymax.de
Diana Herbold: seo36.de
Timotheus Bruderer: website-marketing.ch – Tag 1
Timotheus Bruderer: website-marketing.ch – Tag 2
Eckart Backofen: winlocal.de
Thomas Rafelsberger : webmarketingblog.at
Kai Spriestersbach: search-one.de
Pascal Horn: nblogs.de
Eric Lindig: webmagazin.de


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Kommentare (2)

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