Webmontag Berlin

Der Berliner Webmontag im November, diesmal zum Thema E-Learning, bot wieder Raum für einige interessante Ideen. Ca. 100 Zuhörer erschienen am Abend des 12.11. im mobilesuite Coworking in Prenzlauer Berg für die drei Vorträge von Stephan Bayer (Sofatutor), Christian Knop (Outermedia) und Hannes Klöpper (iversity) zum digitalen Lernen im 21. Jahrhundert.
Der Webmontag als Veranstaltungsformat existiert in Deutschland seit 2005. Als dezentral organisiertes Treffen bietet es allen Interessierten die Gelegenheit, sich über die Zukunft des Internet auszutauschen, Start-ups können ihre Ideen vorstellen und diskutieren.

Weg von statischen Inhalten

Wenn man den Speakern glauben darf, hat das gute alte Lehrbuch seine Ausnahmestellung als DAS Lehrmittel mittlerweile aufgegeben. Die Konkurrenz durch digitale Formate ist seit längerem sehr groß, und eine Reaktion auf Seiten der Verlage erfolgte laut Stephan Bayer relativ spät. Schließlich brachte die Weiterentwicklung des klassischen Lehrbuchs zum E-Book insofern Vorteile, als es deutlich günstiger ist und vom Schüler und Studenten flexibel auf digitalen Geräten verwendet werden kann. Allerdings sind die Inhalte im E-Book nach wie vor in einem statischen PDF-ähnlichen Format aufbereitet. Der Lernende kann Inhalte aufnehmen, sie darüber hinaus aber kaum verarbeiten.
Der nächste Schritt könnten angereicherte Formate sein, die dem individuellen Lernverhalten jedes Schülers entgegenkommen. Die Veränderung und Auseinandersetzung mit den Inhalten ermöglicht es, Stoffe in der Form zu konsumieren,wie man sie am besten aufnehmen kann. Ein erster Schritt sind E-Books, die neue Medien wie Videos und Animationen integrieren.

Interaktiv digital lernen

Die Überwindung der statischen Inhalte ist nach Stephan Bayer allerdings erst auf interaktiven Plattformen möglich, wo eine Vielzahl von Inhalten und Formaten durch viele Nutzer verändert und verwendet werden kann. Schüler können sich untereinander austauschen und in direkten Kontakt mit Tutoren oder Lehrern treten. Eine Kernaussage war bei allen 3 Speakern enthalten: Die interaktive Ausrichtung des E-Learnings sei die große Chance fürs Lernen im 21. Jahrhundert, ganz gleich ob für die Schule oder für die Universität.
Christian Knop hebt das spielerische Moment hervor, das das Lernen erleichtert. Learning should be fun ist das Motto, und mit Computerspielen lässt sich beides kombinieren. Die Lernumgebung sei einmalig, um motivationale Reize zu schaffen, da Inhalte userorientiert aufbereitet werden können; gegebenenfalls indem man Schülern genügend Raum für eigene Kreationen in der Spielwelt gibt.

Die Speaker gewährten interessante Visionen auf eine neue Form des Lernens, die vielen traditionell noch als trocken und unpersönlich bekannt ist. Wichtige Erkenntnisse zu einer optimalen Lernatmosphäre finden dabei Berücksichtigung. Man darf also gespannt sein …

© Image via Flickr – netzpolitik.org „Webmontag in Berlin“
Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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