Wordpress Camp in Berlin 2013

Am Wochenende fand das WPCamp Berlin 2013 statt, eine Mischung aus Barcamp und Konferenz rund um das Thema WordPress. Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Feld von Leuten  Anwender, Entwickler, Designer, Blogger oder Unternehmern die sich über das CMS austauschen wollen. Auch wir waren vor Ort und wollen euch unsere Eindrücke nicht vorenthalten. Für uns hat sich das WPCamp auf jeden Fall gelohnt und wir konnten eine Menge neue Ideen mitnehmen.

The Future Of Digital Layout: Cutting-Edge CSS Features

Andre Jay Meissner

Nach der Begrüßung und der Keynote von Frank Bültge durfte Andre Jay Meissner, seines Zeichens Business Development Manager mit Fokus Web & Mobile bei Adobe, die erste Session im großen Beuth-Saal halten. Mit dem Thema „The Future of Digital Layout: Cutting-Edge CSS Features“ ging er nicht auf das Thema WordPress ein, sondern stellte verschiedene neue CSS-Funktionen und auch ein paar Tools von Adobe vor. Die neuen CSS-Funktionen erlauben es, verschiedene Stilmittel der klassischen Medien auf die Gestaltung von Websites anzuwenden. Eröffnet wurde die Session mit den CSS-Regions, mit denen es möglich ist einen fortlaufenden Text in verschiedene Bereiche einer Website zu verteilen. Besonders beim Responsive Design zeigen sich die Stärken dieser neuen Funktion, die im Firefox leider  noch gar nicht unterstützt wird. Wie es bei den anderen Browsern aussieht, findest du hier.

Als nächstes wurde die CSS-Blending-Funktion vorgestellt. Sie erweitert das Überlagern von Bildern und Hintergrundfarben um einige Optionen wie Multiply, Screen, Difference und weitere Arten, die man auch schon von Photoshop oder anderen Grafikprogrammen kennt. Auch diese Funktion wird bisher nur zum Teil oder gar nicht von den verschiedenen Browsern unterstützt.

Als letzte CSS-Funktion stellte Andre Jay Meissner die CSS-Shapes vor. Mit CSS-Shapes kann man verschiedene Formen wie Kreise, Sterne, Vierecke (natürlich), aber auch selbst definierte Objekte erstellen. Teilweise ging das auch schon vorher, wie man hier sieht, doch bei all den Beispielen handelt es sich nur um modifizierte Vierecke! Das Besondere an den CSS-Shapes ist, dass es wirkliche Kreise, Sterne oder selbst definierte Objekte sind, an denen sich der Text oder andere Inhalte ausrichten! Eine schöne Demo wurde auch gleich mitgeliefert, diese ist jedoch nur im Chrome-Browser zu bestaunen. Bei den anderen Browsern sieht es derzeit leider noch schlecht aus.

Auch wenn die Funktionen noch nicht zu 100% unterstützt werden, hat man in der Session einen kleinen Ausblick auf die nahe Zukunft im Webdesign werfen können.

Guck mal über’n Tellerrand – WordPress im Vergleich mit anderen CMS

Christoph Daum

Im zweiten Timeslot haben wir uns für einen Vortrag von Christoph Daum entschieden, in dem verschiedene Content-Management-Systeme und Frameworks verglichen werden sollten. Das Interesse dafür war anscheinend hoch, da die Session dem größten Saal zugeordnet wurde und auch wirklich gut besucht war.
Jeder, der auf dem WP Camp war, hat sich an dem einen oder anderen Punkt für WordPress entschieden und setzt es aus den verschiedensten Gründen für sich oder für Kunden ein. Vielleicht, weil es schnell zu installieren, für Redakteure intuitiv zu bedienen und für Entwickler leicht erweiterbar ist. Doch jedes System hat auch seine Nachteile.

CMS Vergleich auf dem WP Camp

Im Vortrag wurden die Vor- und Nachteile von TYPO3, Joomla, Drupal und Contao (bzw. früher TypoLight) vorgestellt, und im Anschluss gab es noch eine Live-Demo im Schnelldurchlauf. Gut war, dass nur Open Source Systeme miteinander vergleichen wurden.

„Welches das beste System für einen selbst ist, hängt oft aber auch vom eigenen Geschmack ab. Man sollte immer wissen, welche Stärken und Schwächen die anderen Systeme haben, um zu sehen, was wir an WordPress haben.“

Leider hat Christoph Daum Systeme, mit denen er schon gearbeitet hat, ausführlicher und auch positiver dargestellt und Systeme, die er nicht so gut kannte, eher stiefmütterlich behandelt. Dadurch bekam die Session einen sehr subjektiven Touch und hätte eher „Guck mal über meinen Tellerrand“ heißen sollen.

WordPress-Themes mit Git entwickeln – eine Einführung für Designer

Kerstin Schelper, Elisabeth Hölzl

WordPress-Themes mit Git

Der Vortrag, der mir am besten gefallen hat, war der von Kerstin Schelper & Elisabeth Hölzl. Beide haben den Vortrag über GIT gehalten. GIT? GIT heißt im Englischen „Blödmann“, wurde ursprünglich für die Quellcode-Verwaltung des Linux-Kernels entwickelt und ist heute die bekannteste Software zur Versionskontrolle, z.B. wenn man ein WordPress-Theme entwickelt.
Doch der eine oder andere tut sich schwer, damit warm zu werden, und so schlüpften die beiden in zwei verschiedene Perspektiven.
Kerstin vertrat die Sicht der Designer, die mit einer gewissen Skepsis und vielen Fragen das Tool betrachteten. Elisabeth dagegen stellte die Perspektive der Entwickler dar, die wiederum die Skepsis des Designers und die Vorwürfe, GIT sei für den Designer so unverständlich, mit vielen Antworten entkräftete.
Und so entstand eine Art Kamingespräch der beiden rund um das GIT-Universum. Es wurde erklärt, wie GIT funktioniert, wie es aussieht, was die Kommandos zu bedeuten haben, und wie man GIT in die Entwicklung eines WordPress-Themes integriert.
Am Ende gab es noch eine Fragerunde, in der sich zeigte, dass auch im Publikum so mancher IT-Crack vertreten war.
Alles in allem ein toller Vortrag, der super-sympathisch, eingehend und einsteigerfreundlich präsentiert wurde. Definitiv ein Highlight auf der WP-Camp 2013.

WordPress-Seiten mit Anzeigen Werbung noch besser monetarisieren.

Thomas Maier

Wer seinen WordPress-Blog durch Anzeigenwerbung lukrativer machen möchte, kommt ohne die richtigen Vorkenntnisse und WordPress-Plugins schnell an seine Grenzen.

Welche Vorgehensweise dabei die richtige ist, was es genau zu beachten gibt, und welche Werbenetzwerke neben Google noch auf dem Markt vertreten sind, darüber berichtete Thomas Maier in seinem gut besuchten Vortrag auf der WP-Camp in Berlin.

Los ging es mit der Fragestellung, ab wann sich eine Anzeigenwerbung überhaupt lohnt und wie man damit Geld verdienen kann. Das Entscheidende hierbei seien die Besucherzahlen, das jeweilige Vergütungsmodel, der Inhalt der Seiten und die Reaktionen der Besucher, so Thomas zu Beginn seiner Session.

Weitere Themen waren das richtige Durchführen von A/B-Tests und deren Optimierung bis hin zur richtigen Position der Anzeigen und deren Größen – auch im Hinblick auf mobile Endgeräte.

Der letzte Punkt der Session widmete sich den Konsequenzen aus der steigenden Verwendung von AdBlockern seitens der User und der Frage, welche alternativen Möglichkeiten zu Ads es für Webseitenbetreiber zurzeit gibt. Thomas‘ Ratschlägen zufolge kann der freigewordene Platz – wenn auf dynamische Bannerwerbung verzichtet wird – beispielsweise für Social Media, interne Verlinkung oder auch Direktvermarktung (statische Banner) genutzt werden.

Alles in allem war es ein sehr guter Vortrag, der sich gegen Ende zu einer heiteren Diskussionsrunde entwickelte, was definitiv auch mit der sympathischen Art des Redners zu tun hatte. Wer mehr über die Session erfahren möchte, findet den gesamten Vortrag von Thomas Maier hier.

… und hat es einfach gemacht

Detlef Untermann

opas-blog.de – schon einmal gelesen? Unwahrscheinlich ist es nicht, denn in den neun Monaten seit dem Start von Detlef Untermanns Blog-Projekt haben das bereits 200.000 Unique Visitors bei 550.000 Visits getan – ohne Blogger-Vorerfahrung, ohne Budget und ’nur‘ mit Themen aus seinem Alltag als Großvater von zwei Enkelkindern.

Das wichtigste Kriterium für den Erfolg seines Blogs ist für den 61jährigen Detlef klar: Man muss vom Thema, über das man bloggt, begeistern sein. Alles andere bemerken die User sofort. Es schlägt sich in der Qualität des Contents nieder und ohne echte Begeisterung ist es schwer, sich die Zeit freizuschaufeln, die es braucht, um ein Blog-Projekt zum Erfolg zu führen.

Denn das benötigt man: hochwertigen Content und Zeit. Zeit zur Themenfindung, zum Schreiben und Bloggen natürlich, aber noch mehr Zeit, um auf Kommentare zu reagieren, Gastkommentare zu schreiben und zu netzwerken, Ein Nischenthema mit geringer Konkurrenz bei (unerwartet) guter Nachfrage kann auch nicht schaden, wie Detlef schmunzelnd über die ‚Markt’situation vor seinem Opa-Blog berichtete.

Dazu gab Detlef viele Tipps, wie man anfängt und worauf man achten muss. Für rechtliche Fragen nahm sich der gelernte Jurist extra viel Zeit, um uns Zuhörern tief ins Gewissen zu reden und vor den (finanziellen) Fallstricken von Bild- und Nutzungsrechten zu warnen.

Apropos Finanzen: Alle Anwesenden, die darauf gehofft hatten, durch Detlefs Tipps mit ihrem Blog bald ihren Lebensunterhalt sichern zu können, erteilte Detlef einen dicken Dämpfer. „Wer mit dem Bloggen anfängt, um Geld zu verdienen, liegt schief!“ Wer nicht mit Herzblut beim Thema ist, sondern des Geldes wegen bloggt, der wird damit nur mäßigen Erfolg haben, so Detlef.

Einen Tipp zum Thema Monetarisierung hatte der Senior-Blogger dann doch: Anstatt durch AdSense und Konsorten auf Werbeanzeigen zum Kleinstbetrag zu setzen, empfiehlt er mit Firmen direkt zu verhandeln. Wer so Werbepartner gewinnen kann, darf sich auf wesentlich bessere Konditionen freuen.

Ob sich Detlefs Premium-Konzept für das eigene Projekt eignet, muss natürlich jeder Blogger für sich herausfinden. Seine Präsentation ist auf alle Fälle eine gute Blaupause, genauso wie das Video vom Vortrag. Das enthält als zusätzliches Schmankerl auch alle Anekdoten und zusätzliche Tipps, deswegen: anschauen!


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