Arbeitgeber-Bewertungen: die 6 größten Portale

Dass Arbeitgeber sich in Social Networks über die Hobbys und den Musikgeschmack von Bewerbern erkundigen, ist nichts Neues. Mit dem Aufkommen von Arbeitgeber-Bewertungsportalen stehen allerdings nicht mehr nur Arbeitnehmer unter Beobachtung.

Die Bewertung des eigenen Arbeitgebers liegt im Trend. Auf Plattformen wie Kununu.com, meinChef.de und meinpraktikum.de wurde aktuellen und ehemaligen Arbeitnehmern die Möglichkeit geschaffen, ihren Arbeitgeber anhand des Vorgesetztenverhaltens, der Arbeitsatmosphäre und dem Kollegenzusammenhalt zu bewerten. Auch Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie das Gehalt werden beurteilt.

Arbeitgeber-Bewertungsportale spiegeln das Image eines Unternehmens wider und sind als neutrale Informations- und Meinungsportale für die Wahrnehmung eines Unternehmens in der Öffentlichkeit mitverantwortlich. Auch für die Arbeitgeber haben diese Portale einen Impact: Sie dienen als Stimmungsbarometer innerhalb des Unternehmens und sind mit Mitarbeiterbefragungen vergleichbar.

Employer Branding-Effekt

Aufgrund ihrer großen Reichweite haben Arbeitgeber-Bewertungen sich als ein wichtiges Mittel des Employer Brandings etabliert. Sie können dazu dienen, ein Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und sich gegenüber Wettbewerbern auf dem Markt zu positionieren.

Arbeitgeber-Bewertung auf meinpraktikum.de

Potenzielle Bewerber können sich bereits im Vorfeld über die Stimmung innerhalb des Unternehmens informieren und einen Eindruck darüber gewinnen, ob das Unternehmen zu ihnen passt. Außerdem bieten einige Portale Unternehmen die Möglichkeit an, sich mit einem selbst erstellten Profil für potenzielle Bewerber zu präsentieren und auf freie Stellen hinzuweisen.

Arbeitgeber-Bewertung auf kununu.com

Lässt ein Unternehmen seine Mitarbeiter unter schlechten Bedingungen arbeiten oder zahlt sie unter dem Mindestlohn – so z.B. bei Amazon geschehen – kann sich dies nicht nur auf das Bewerberverhalten auswirken. Auch Kunden und Geschäftspartnern kann ein negatives Image übel aufstoßen und dazu führen, dass sie sich nach alternativen Dienstleistern/Anbietern umschauen.

Bewertungen im Auge behalten

Unternehmen sollten ihre Bewertungen stets im Auge behalten und monitoren. Auf negative Bewertungen und Kritik sollte konstruktiv und überlegt reagiert werden – vorschnelle Handlungen verschlimmern die Situation eher. Außerdem lohnt es sich, dem Ursprung der Kritik auf den Grund zu gehen: Wie viel Wahrheit steckt in der Kritik? Ist die Kritik berechtigt? Sollten Verbesserungen in Betracht gezogen werden? Zufriedene Mitarbeiter sind schließlich nicht nur für die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens positiv, sondern auch für das interne Arbeitsklima.

Wir haben uns die 6 größten Arbeitgeberbewertungs-Portale angeschaut, die auf jeder Monitoring-Liste stehen sollten:

Kununu.com

Kununu.com ist die größte Arbeitgeber-Bewertungsplattform im deutschsprachigen Raum. Sie verwaltet rund 244.000 Bewertungen von insgesamt 77.000 Arbeitgebern. Neben der Bewertung von Jobs können User auch Bewertungen zu Ausbildungsstellen und dem Bewerbungsverfahren bei Unternehmen abgeben. Außerdem verfügt Kununu.com über ein Forum und eine eigene Jobbörse.

Unternehmen können sich mit einem selbst gestalteten Unternehmensprofil präsentieren. Auf diesem können offene Stellen, freie Ausbildungsplätze sowie Videos eingebunden werden.

Jede Bewertung wird redaktionell überprüft. Dies soll verhindern, dass Wettbewerber schlecht gemacht werden oder unsachliche und unkorrekte Bewertungen von verärgerten Ex-Mitarbeitern abgegeben werden können.

meinChef.de

Auf meinChef.de können Bewertungen zu rund 10.000 Arbeitgebern abgegeben werden. Neben den Unternehmen können auf dieser Plattform auch die Chefs einzelner Abteilungen bewertet werden. Auf der Startseite von meinChef.de werden die „Top-Chefs“ und „Top-Unternehmen“ präsentiert. Auch ein umfangreicher Gehaltsvergleich sowie eine Stellenbörse sind auf der Plattform integriert.

Unternehmen haben außerdem die Möglichkeit, eine eigene Profilseite anzulegen, auf der sie – abhängig von dem gebuchten Service-Paket – Features wie ein Firmenportrait, einen Link zur ihrer Homepage, Fotos und Stellenanzeigen einbinden können.

bizzWatch.de
Auf dem Meinungsportal bizzWatch.de können User ihr Unternehmen und ihre Chefs bewerten. Die Bewertungen werden dabei nicht – wie bei vielen anderen Portalen üblich – einzeln angezeigt, sondern es wird eine Durchschnitts-Bewertung generiert. Die Bewertungen von Chefs und Kommentare sind nur im eingeloggten Zustand sichtbar.

Jobvoting.de
Jobvoting.de startete 2006 als eines der ersten Arbeitgeber-Bewertungsportale im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile befinden sich über 100.000 Unternehmen in der Datenbank des Portals. Jobvoting.de verfügt außerdem über eine eigene Community in Form eines Forums und eines Blogs, einen Gehaltsvergleich sowie über einen großen Ratgeberbereich rund um das Thema „Karrieretipps“.
Auch auf diesem Portal haben Arbeitgeber die Möglichkeit, sich durch ein Firmenprofil für potenzielle Bewerber zu präsentieren und freie Arbeitsstellen einzustellen.

meinpraktikum.de

meinpraktikum.de ist ein Meinungsportal, auf dem ehemalige Praktikanten ihren Arbeitgeber bewerten können. Knapp 11.000 Bewertungen werden auf meinpraktikum.de zusammengefasst. Neben der Bewertung der Aufgabenfelder und dem Lernerfolg des Praktikums werden auch konkrete Angaben zur täglichen Arbeitszeit und der Vergütung während des Praktikums gegeben.

prakti-test.de

Die Plattform prakti-test.de richtet sich speziell an Studenten, die begleitend zu ihrem Studium nach einem Praktikum suchen. Im Vorfeld des Praktikums können sich die Studenten hier über Informationen wie die Bezahlung, den Lernfaktor und das Arbeitsklima informieren. Außerdem steht bei den Bewertungen auch die Qualität der Betreuung während des Praktikums im Fokus.


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Kommentare (7)

  1. Hallo, in den Artikel haben sich ein paar Fehler eingeschlichen: Bei kununu wird nix redaktionell bewertet, dafür können Unternehmen schlechte Bewertungen löschen lassen. Davon machen die auch regelmäßig Gebrauch, so dass man kaum negative Bewertungen findet. Aussagefähigkeit der Bewertungen = 0.

    Dagegen sind unabhängige Portale wie evaluba, meinchef und bizzwatch besser, obwohl die den Nachteil haben, dass man nicht so viele (eingekaufte) Bewertungen findet. Aber dafür sind die ungeschönt. Mein Arbeitgeber hat ein paar Mal versucht, schlechte Bewertungen bei Bizzwatch, meinchef und kununu löschen zu lassen. Nur bei kununu hat das geklappt. die anderen haben sogar die Herausgabe der Nutzerdaten verweigert. Da war nichts zu machen. Ich fand das gut.

    Nachtrag: evaluba ist von bizzwatch geschluckt worden, habe ich gerade gesehen. Die Bewertungen findet man jetzt da. Schade für evaluba, aber das macht bizzwatch natürlich besser.

  2. Machen wir uns doch nichts vor: Warum macht ein Unternehmen eine Bewertungsseite auf? Doch nur aus einem Grund: um daran Geld zu verdienen. Es geht hier sicherlich nicht um die Interessen der Arbeitnehmer, sondern die Geldquelle sind die reinen Arbeitgeberinteressen. Diese wiederum werden nicht zahlende Mitglieder, um ehrliche Mitarbeitermeinungen einzuholen oder wahrzunehmen, sondern allein, um sich möglichst positiv darzustellen. Zu welchem Preis, ist mir derzeit nicht bekannt.
    Mir ist nur bekannt, dass viel Bewertung nicht so veröffentlicht werden, wie sie verfasst wurden. Kritische Bewertungen werden oft gar nicht veröffentlicht; bei manchen Unternehmen wird auch überhaupt nicht veröffentlicht.
    Welchen logischen Schluss lässt nur zu?
    Mir sind zwei Fälle bekannt, wo durch ein Portal Nutzerdaten preisgegeben wurden; in einem Fall kam es noch nicht einmal zur Veröffentlchung der Bewertung.
    Ich denke, dass man die Informationenen der Bewertungsportale überhaupt nicht ernst nehmen kann und dass hier kräftig frisiert wird. Meiner Ansicht nach geht es hier um reinen Informationshandel.

  3. Die Auswahl der Portale ist seltsam.

    Einerseits sind Praktikanten keine Arbeitnehmer und nur ein sehr kleiner Teil in den Belegschaften. Die Betrachtung von meinpraktikum oder prakti-test mag zwar für Praktikanten und Personaler, die gerne Praktikantenplätze vergeben, interessant sein, aber ansonsten? parkti-test, als eines der „6 größten Portale“ gibt es inzwischen nicht einmal mehr.

    Statt dessen gibt es mehrere echte Seiten zur Arbeitgeberbewertung, die größer sind und nicht untersucht wurden.

    Andererseits zeigt ein Blick auf jobvoting oder bizzwatch, dass diese Portale im Gegensatz zu meinchef oder anderen Portalen kaum genutzt werden. (Nur weil auf Startseite von jobvoting steht, das 100.000 Unternehmen in der Datenbank sind, heisst dass ja nicht, dass da auch 100.000 Unternehmen bewertet wurden.)

    • Danke für die Hinweise, Marita. Da hat uns das schnelllebige Internet einen Strich durch die Rechnung gemacht und nachdem der Artikel vor etwas über einem Jahr erschienen ist, hat sich auf dem Jobportalmarkt schon wieder eine ganze Menge getan. Wir werden überlegen, ob wir dazu ein Update machen.

  4. Auch ich kann bestätigen, dasskununu nicht repräsentativ ist. Die personalabteilung meines Arbeitgebers beschäftigt Leute um aktiv gegen die Einträge zu bloggen und um falsche positive Bewertungen einzustellen. Unterdessen wurde kununu zudem von xing gekauft.

  5. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit kununu gemacht- Aufgrund einer Bewertung über ein Unternehmen, bei dem ich mich bereits schriftlich beworben hatte, entging ich der Gefahr, mich dort anstellen zu lassen. Dieses bestätigte sich dann, als mich dieser Unternehmer in einem telefonischem Interview kennenlernen wollte. Bloß nicht, dachte ich.

  6. Die Zertifizierung sagt gar nichts aus. Das kenne nik von meiner Firma. Der Monk (Zertifizierer) wurde 100% bestochen. Weil die WETTBEWERBS VORTEILE BAUSTELLEN NICHT VERSCHWUNDEN SIND aaaaber EINE ZERTIFIZIERUNG BEKOMMEN HAT !!

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