Was hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gegen SEO

Seit dem eFood Kongress finde ich den Bereich Lebensmittel, Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel im Internet verkaufen schon recht spannend! Da hat sich jetzt qua Gesetz eine ziemlich lustige aber für SEO milde gesagt „durchgeknallte“ Situation ergeben. Leute die obengenannte Produkte verkaufen versuchen schon oft bei einigen Produkten – insbesondere im Ergänzungsmittelbereich – nahezulegen, welche tolle positive gesundheitliche Wirkung diese haben. Man denke nur an Joghurts mit irgendwelchen drehenden Fettsäuren oder Säfte mit Vitamin C oder irgendwelche zauberhaften Beeren … Alles macht irgendwas besser oder igendwas anderes weniger schlimm, wird versucht zu sagen oder zu suggerieren. Früher ging man anscheindend so vor, dass man bestimmte Formulierungen einfach nicht erlaubt hat. Die Hersteller und Händler haben sich dann aber einfach neue Aussagen einfallen lassen. Das war also ein Katz und Maus Spiel. Ging der Politik dann irgendwann auf die Nerven. Kann man irgendwie auch verstehen. Jetzt hat sich das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit der „Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (auch Health Claims genannt) über Lebensmittel“ was neues einfallen lassen, was deren Problem lößt aber diejenigen die in dem Bereich SEO machen wollen, vor erhebliche Probleme stellt. Die Kollegen Politiker haben sich eine „Positivliste“ ausgedacht. Es gibt jetzt nun ein laaaanges PDF wo zu jedem Mittelchen und Zusatzstoff steht wie und was genau man darüber sagen / schreiben darf! Und die meinen die exakte Formulierung und nicht den groben Sinn!

Hier ein paar Beispiele

  • Biotin: Biotin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • Calcium: Calcium trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei
  • Eisen: Eisen trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei
  • Folat: Folat trägt zu einer normalen Blutbildung bei

und so weiter und so fort. Klar sind die eher nüchtern und wenig werblich und man kann die Idee dahinter schon verstehen. Aber was bedeutet das für SEO? Wenn jeder die genau gleichen Aussagen benutzen darf / muss?! Massiv Duplicate Content!!!! Mir ist auch null klar, wie da ein Weg dran vorbei führen kann. Man darf einfach nichts anderes schreiben, als das, was vorgeschrieben ist. Ziemlich irre, oder? Eure Gedanken dazu? Gibt es noch in anderen Bereichen solche irren Positivlisten? Wo machen Gesetzgeber noch gutes SEO schwer und machen es unmöglich uniquen Content zu erstellen?


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Kommentare (4)

  1. Ich denke so schlimm wird das nicht werden, man braucht eben drum herum entsprechend ausreichend guten Inhalt, denn mal ehrlich schaut man sich diverse Datenblätter zu Notebooks etc. an, ist das auch oftmals das Gleiche, obwohl man es ändern könnte. Ich würde sagen, dass fällt einem bei den Lebensmitteln nur auf die Füße, wenn man sehr sehr dünne Inhalte hat.

  2. Jetzt wird es richtig lustig, vor allem auch was die rechtliche Seite betrifft. Denn in der Regel werden in diesem Bereich ja SEO-Aufträge für Shops durchgeführt. Und in diesen Gewässern lauern Piratenabmahner auf allerkleinste Rechtsverstöße.

    Wir werden also noch kreativer und umschiffen die eigentliche Problematik, indem wir die vorgeschriebenen Claims verwenden und mit viel sprachlichem Rankwerk versehen, um die Botschaft „unter dem Radar“ durchzubringen. Problem also scheinbar gelöst, wir haben nichts geschrieben, was nicht erlaubt ist.

    Wenn dann die Abmahnung bei unserem Kunden eintrudelt steigt sofort die Stimmung. Da ergeben sich interessante Fragen nach der Haftung als SEO. Ich befürchte aber, vor Gericht sind wir mit dran, jedenfalls wenn wir den Text bereitstellen.

    Unter dem Strich: Wie immer ist es gut gemeint, löst das Problem in Echt aber nicht und schafft eine Menge neuer Fragen…

  3. Das ist einfach die Konsequenz, dass da gerne „Scheiße“ als „Kakao“ verkauft und durch kreative Umschreibungen jeder noch so fragwürdige Wirkstoff irgendwie als positiv dargestellt wird.
    Dann muss der liebe SEO nun eben mehr zusätzlichen Content irgendwo unterbringen damit der DC Anteil auf der Seite möglichst gering ist.

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