SEO für Digital Assistants – Optimieren für Voice Search. Das World Wide Web, WWW, war gestern: „The Next Big Thing“ ist das „Internet of Things“ – kurz IOT. Was das genau heißt? IOT bezeichnet die zunehmende Vernetzung von Geräten und Sensoren. Ziel ist es, allen Dingen, die bisher auf eine Steuerung durch den Menschen angewiesen waren, mit Hilfe des Internets eine Art Eigenleben einzuhauchen. So werden Gegenstände mit eingebetteten Sensoren oder Prozessoren ausgerüstet, um Menschen ihren Alltag zu erleichtern. Ob auf Elektromessen in Hannover (CEBIT) oder in Las Vegas (CES) – Wearables, Smart-Home-Systeme und vernetzte Alltagsgeräte bestimmen bereits jetzt das Bild. In meinem Gastbeitrag auf conversionboosting.de habe ich mich mit dieser Thematik beschäftigt und dazu einige wichtige Informationen für euch zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen. 🙂

Viel Potenzial

IOT wird sich wohl mittel- bis langfristig auf einen ganz bestimmten Bereich des Online-Marketings auswirken: SEO. Schließlich bieten Digital Assistants wie die Sprachsoftware Alexa von Amazon oder Google Home mit dem Google Assistant spannende neue Möglichkeiten. Im Zuge dessen müssen SEO-Strategien völlig anders durchdacht werden.

Zwar ist Google Home in Deutschland noch nicht offiziell auf dem Markt und auch Amazon Echo konnte hierzulande noch keine große Marktdurchdringung erreichen. Dennoch sollte man deren Potenzial nicht unterschätzen. In den USA ist bereits jede fünfte Anfrage, die über die in Android integrierte Such-App gestellt wird, eine Sprachsuche; zudem nutzen laut Google etwa 2/3 aller Smartphone-User Voice Search. Prognosen zufolge sollen im Jahr 2020 etwa die Hälfte aller Suchanfragen in gesprochener Sprache erfolgen.

Auch Hersteller haben erkannt, dass die Sprachsuche Zukunft hat. Deshalb werden mittlerweile immer mehr Geräte mit dem entsprechenden Feature ausgestattet. Google plant beispielsweise, den Assistant demnächst auch auf Android-Smart-TVs zu Verfügung zu stellen. Doch was bedeutet dieser Trend für die Suchmaschinenoptimierung? Wie sieht SEO für Digital Assistants aus und welche Suchergebnisse werden dem User präsentiert?

Mit der Suchmaschine sprechen

Ein hauptsächliches Feature der Digital Assistants ist, dass die User hier ganz einfach verbal Fragen stellen können, ohne dafür händisch Suchbegriffe eintippen zu müssen. Es ist fast so, als würden sie ein Gespräch mit einer Person führen.

Diese sogenannten Conversional Queries sind deutlich länger als Text Queries, die im Durchschnitt nur 1–3 Wörter umfassen. Solche longtailigen Suchbegriffe werden in Zukunft wohl immer häufiger von Usern verwendet. Es wird sich anfangs noch ungewohnt anfühlen, da Google diese jahrelang darauf konditioniert hat, sich bei den Anfragen auf wenige Keywords zu beschränken. Die jüngere Generation, die mit Digital Assistants aufwächst, zieht jedoch bereits jetzt vornehmlich die „natürliche“ Sprachsuche der Schriftsprache vor.

Mittlerweile werden Suchalgorithmen und künstliche Intelligenz immer besser darin, diese Queries zu interpretieren und passende Ergebnisse zu finden. So wird es für den User angenehmer, auch längere Anfragen zu formulieren.

Keywords? FAQs!

Anstatt einzelne Keywords zu verwenden, sollte man im SEO Meta-Tags und Landingpages so gestalten, dass sie Antworten zu potenziellen Userfragen liefern. Dies gelingt, indem man antizipiert, wie User ihre Anfragen formulieren und welche Absicht sie dabei verfolgen.

Während der User bei der Textsuche mithilfe von Keywords eher allgemeine Informationen finden wird und das auch in Kauf nimmt, geht er bei der Sprachsuche so vor, dass er mit seiner Anfrage direkt zum Ziel kommt. Durch spezifische Formulierungen der Longtail-Varianten kann man herausfinden, an welchem Punkt der Customer Journey sich der Nutzer befindet. Diese Informationen lassen sich im AIDA-Modell verorten. Im Folgenden stellen wir dieses am Beispiel der Digitalkamera vereinfacht dar:
 

  • Attention: „Womit kann ich gute Landschaftsaufnahmen machen?“
  • Interest: „Welche Digitalkameras haben das Feature X?“
  • Desire: „Was ist der günstigste Preis für Digitalkamera Y?“
  • Action: „Ich will Digitalkamera XY bei Anbieter Z kaufen!“

 
Damit man relevante User-Queries für das eigene Angebot findet, muss man wissen, welche Fragen sich der User in welcher Phase stellt. Daraufhin können anschließend der betreffende Content bzw. die entsprechenden Landingpages optimiert werden. Hierbei sollte man versuchen, denselben Tonfall wie der User zu treffen und im Idealfall die gleichen Fragen aufgreifen. Besonders beliebt sind neben den klassischen W-Fragen auch Anfragen wie: „Buch mir ein Ticket für den Flug von Berlin nach Madrid“. Mit Inhalten im FAQ-Stil kann man diese Herausforderung meistern.

Voice Search über Mobilgeräte

Während Innovationen wie Amazon Echo noch in den Kinderschuhen stecken, gehören Conversational Queries über Mobilgeräte besonders für junge User bereits zum Alltag. Auffällig hierbei ist, dass es sich überwiegend um lokale Suchanfragen handelt. Deshalb sollten Betreiber von Restaurants oder Hotels ebenfalls Suchbegriffe wie „in der Nähe von Sehenswürdigkeit XY“ oder „in der Altstadt“ berücksichtigen. Meist gelangen die User dann aber erst gar nicht zu den Landingpages, da sie sich auf die Informationen der ersten Seite in den SERPs verlassen. Daher gilt es, die hinterlegten Daten in Bewertungsportalen wie Yelp oder TripAdvisor und die Listings in Google Maps immer auf dem neuesten Stand zu halten.

Pole Position / Das Ende der SERPs?

Mit der ursprünglichen SEO-Zielsetzung, möglichst gut zu ranken, machen Siri, Alexa und Co. nun Schluss. Der User bekommt jetzt keine Reihe an Ergebnissen in einer bestimmten Reihenfolge mehr angezeigt, sondern genau ein Ergebnis. Somit ist der oberste Platz im Ranking de facto der einzig relevante für Conversational Queries über die Sprachsuche.

Mit der Zeit wird sich außerdem zeigen, ob Digital Assistants im Falle einer vorhandenen Answer-Box in den SERPs diese automatisch als Antwort auf die Suchanfrage nutzen werden.

Im Extremfall könnten SERPs obsolet werden und am Ende eventuell sogar ganz verschwinden, wenn User ausschließlich Digital Assistants für die Internetsuche verwenden. Ob das wirklich passiert, sei dahingestellt. Fest steht: Die Zukunft gehört Digital Assistants, Voice Search und Conversational Queries – auch wenn sich das im Moment noch etwas eigenartig anfühlt.


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