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Gipfeltreffen der t3n 100 – Ende 2013 kürte das t3n Magazin die 100 wichtigsten Köpfe der deutschen Digitalwirtschaft. Pünktlich zur NEXT14 kamen die deutschsprachigen Experten der Bereiche E-Commerce, Online Marketing, Kommunikation/PR, Social Media uvm. zusammen und diskutierten die Zukunft des Digital Business in Deutschland. Heraus kamen 13 Forderungen und Thesen zu den Chancen und Herausforderungen der deutschen IT-Branche.

Online-Shops müssen Beratungskompetenz ausspielen

„Die Grenze zwischen Werbung und Content verblasst“, so die These von Andre, der bereits seit 1998 im Bereich Online Marketing aktiv ist. Er sieht Content und Commerce in Zukunft eng verwoben. Die Zeit, in der sich Shop-Betreiber allein über ihre Produkte differenzieren konnten, sei längst vorbei. Wer ein Produkt verkauft, verfüge über eine gewisse Beratungskompetenz. Dieser Vorteil müsse zukünftig vor allem im Content-Angebot ausgespielt werden.

Laut Christoph Krachten, dem Gründer von Mediakraft, spiele dabei jedoch nicht nur der Content, sondern auch die Kuratierung der Inhalte eine Rolle. Aufgrund der Vielfalt der Angebote müsse dem Zuschauer eine vernünftige Auswahl geboten werden. Meike Leopold hingegen rät zu direkter Kommunikation. Die Blogexpertin wünscht sich von den deutschen Unternehmen vor allem noch mehr digitalen Dialog mit ihren Stakeholdern. Ihre Prognose: In ein paar Jahren werden alle Webseiten als Blog funktionieren.

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Auch der Social-Media-Experte Sven Wiesner wünscht sich ein Umdenken in den Marketing-Abteilungen. Für ihn wäre eine Abkehr von „Gaga-KPIs“ hin zu integrierten Kampagnen und spannendem Storytelling um Marken erstrebenswert. Zudem sehe er großen Nachholbedarf im Bereich der Medienkompetenz der deutschen Bevölkerung.

 

Experten fordern Ausbau der Infrastruktur und mehr Netzneutralität

Zudem äußerten sich die Experten zur Digitalen-Infrastruktur Deutschland. Eine zukünftige Herausforderung der Digitalwirtschaft sei laut Sascha Pallenberg der High-Speed-Internetzugang für alle. Der Gründer von Mobile Geeks sieht hier vor allem die Politik in der Pflicht. Das Internet sei eine genauso wichtige Infrastruktur-Leistung wie das Straßennetz oder die Müllabfuhr. Laut Timo Hetzel, dem Bits und so-Macher, müsse gerade hier jedoch auf mehr Netzneutralität geachtet werden. Derzeit sei die digitale Wirtschaft erpressbar durch die Netzbetreiber – ein Zustand, der sich ungünstig auf den Wettbewerb auswirke.

Auch der Ruf nach mehr Eigenständigkeit wurde laut. Statt Amerika zu kopieren, müsse Deutschland sich auf eigene Stärken konzentrieren. Diesen Ansatz vertrat nicht nur Eric Kubitz, Geschäftsführer von Contentmanufaktur, sondern auch Robert Lemke, Lead-Entwickler TYPO3 Flow und Neos, der für ein größeres Selbstbewusstsein der deutschen Digitalwirtschaft plädierte. Diese Stärke liege laut Björn Eichstädt vor allem in den ingenieursgetriebenen Disziplinen. Der Geschäftsführer von Storymaker rät die digitale Innovationskraft gemäß Industrie 4.0 in diese Bereiche zu lenken.

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Laut Christian Schäfer, dem Betreiber von Working Draft, müsse Deutschland zudem die Sprachbarriere überwinden, um Anschluss an die Weltspitze zu bekommen. Zurzeit gäbe es viel zu wenig deutschsprachige Quellen, die hochwertiges technologisches Wissen vermitteln. Fachwissen in deutscher Sprache müsse in Zukunft mehr geteilt, gezeigt und vermittelt werden.

Neue Herausforderungen fordern flexiblere Systeme

Eine der größten Herausforderungen der deutschen IT-Branche wird jedoch ohne Zweifel Big Data sein. Hier habe die Disruption gerade erst begonnen, wie der Hitfox CEO Jan Beckers prophezeit. Auch Jens Fauldrath, Geschäftsführer von takevalue consulting, sieht Big und Smart Data als Chance. Große Datenmengen seien zunehmend die Grundlage von Entscheidungen. Hier sei es jedoch zwingend notwendig bestehende Systeme zu optimieren, um adäquat und schnell auf zukünftige Entwicklungen reagieren zu können.

Alle Thesen und Forderungen in voller Länge findet ihr bei t3n.


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