Reflektierende Gedanken zum Google Pinguin Update

(Vorbemerkung: Bisher war der AKM3 Blog eher ein Werkzeug was wir für klassische Unternehmenskommunikation genutzt haben und hat entsprechend eher über unsere Publikationen in Fachmedien oder Fachkonferenzen die wir als Speaker oder Gast besucht haben berichtet. In Zukunft solle es hier auch mehr Fachartikel geben, bei denen wir neue Gedanken und Themen zur Diskussion stellen.)suche-keyword-ebay

Dass das Pinguin Update dort stark zugeschlagen hat, wo es zu viele „exact match / money keyword Anktertexte“ gab steht wohl generell außer Zweifel. Auch ist sehr klar, dass (von SEOs oft und gern genutzte) Keyworddomains „natürlich“ viele money keyword Ankertexte haben. Gerade solche Keyworddomains wurden massenhaft durch das (anti-SEO?) Pinguin-Update „zu Grabe“ getragen. Wenn die zu häufig genutzten money keyword Anktertexte hierfür eine hinreichende Erklärung gewesen wären, dann hätte es auch Brand-Domains, die eine Keyworddomain haben mit runterreißen müssen. Beispiele für solche Brand-Keyworddomains wären fahrrad.de, gutscheine.de, partnersuche.de etc. Warum reißt es also Brand-Keyworddomains nicht herunter und die Keyworddomains von SEOs werden hart getroffen? Wir wollen im Folgenden mögliche Gründe hierfür auflisten. Wir sind überzeugt davon, dass hierin der Rest der Erklärung für die Veränderungen durch das Pinguin-Updaten liegen! Wer seine Keyworddomains also langfristig und erfolgreich betreiben will muss an einem oder mehrerer dieser Faktoren arbeiten.

  • Klickverteilung in den SERPs: Man vergleiche hier gedanklich eine Brand-Keyworddomain mit der Keyworddomain, die ein reines SEO Projekt ist. Wenn beide zu ihrem jeweiligen Key auf 1 der organischen Suche sind. Die Brand-Keyworddomain hat eine starke Markenbekanntheit und wird deswegen zum einen eine viel höhere CTR haben und zum anderen und insbesondere einen höheren Anteil der gesammten Klicks die es zu dieser Suche auf sich vereinen.
  • Anteil der URL Suchen: Gerade für große Marken kann man es sehen: „ebay“ wird in Deutschland 25 Millionen Mal gesucht. „ebay.de“ 4 Millionen mal und selbst www.ebay.de wird noch eine halbe Millionen Mal in den Suchschlitz bei Google eingegeben. Mit anderen Worten: Brand-Keyworddomains werden auch einen guten Anteil URL-Suchen haben mit entsprechenden folgenden extrem hohen CTRs auf dem natürlichen und korrekten ersten Ergebnis. Eine rein als SEO Projekt betriebene Keyworddomain wird dies sicherlich nicht aufweisen. Zu eBay siehe Screenshot aus dem Google Keyword Tool aus dem obige Zahlen stammen:
  • Durchleitend vs. Destination: Eine Suche bei einer Suchmaschine kann man sich auch vorstellen als eine Reise an einen Ort die mit einer Frage beginnt. Eine Brand-Keyworddomain wird das Ziel / die Destination einer Reise sein. Die rein als SEO-Projekt aufgezogene Keyworddomain wird eher „ein Wegweiser“ also Durchleitend sein. Typischerweise werden solche Projekte ja monetarisiert, denn wozu soll man sonst den Traffic von Google holen? Also ist Werbung auf der Seite und man hofft am Besucher, den man günstig / umsonst von Google bekommen hat, da an einen Werbetreibenden weiterzuleiten (via Adsense, Affiliate oder sonstigem) und daran etwas zu verdienen.
  • User Metriken: Mit Google Chrome, der Google Toolbar, Analytics und den vielfach eingebauten Google+-Buttons kennt Google einen großteil des wirklichen / echten Userverhaltens. Unserer Meinung nach unterscheiden sich Brand-Keyworddomains und SEO-Keyworddomains massiv in Bezug auf beispielsweise Bounce-Rate und Aufenthaltszeit auf der Seite um zwei Beispiele zu nennen. Aus dem Mund von Googlern hat man ja auch schon mal Begriffe wie „long clicks“ und „short clicks“ gehört. Da bleiben eigentlich keine Fragen mehr offen.

Was denkt ihr zu unseren Erklärungsansätzen? Welche davon klingen für euch plausibel? Welche anderen Unterschiede gibt es zwischen Brand-Keyworddomains und SEO-Keyworddomains? Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion mit euch!

© Image via Flickr – Chris Bachner „Penguin Party“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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Kommentare (10)

  1. Sehr schöner Artikel, dem meiner Meinung eigentlich nichts zuzufügen ist.

    Das Einzige, was mir dazu noch einfallen würde ist, dass Google Links die Keyworddomain+TLD sind nicht wirklich als Brandlink sondern als Moneykeywordlink bewertet. Erst ab Verlinkung von www+Keyworddomain+TLD scheint Google zu erkennen, dass es sich um einen Brandlink handelt. Das würde imho erklären, warum es bei Pinguin recht viele Keyworddomains getroffen hat.
    Dazu kommen aber natürlich die oben angesprochenen Faktoren und die Tatsache, dass Keyworddomains meist nur von SEOs genutzt werden.

  2. Kompliment. Professioneller Beitrag zum Pinguin Update. Kam über Google Plus zu euch:

    Wir haben ebenfalls eine Menge Moneykeyworddomains. Eine Domain ist dabei massiv abgerutscht. Wir konnten diese auf den ersten 50 Seiten nicht mehr finden. Interessanterweise haben wir uns aber für signifikante Onpage-Optimierungsmaßnahmen entschieden, anstatt die Verlinkungsstruktur zu säubern. Nun ist Sie auf Platz Eins. Was ich damit sagen will, ist, dass hier deutlich die User Metriken gewirkt haben, da wir die unfrequentierten Seiten (Content Pages) deaktiviert bzw gelöscht haben.

    Freue mich auf weitere Diskussionen.

  3. Hallo Andre,

    danke für den Artikel und die hilfreichen Anregungen.

    Ich finde es zwar sinnvoll sich zu fragen, was Brand-Keyworddomains von SEO-Keyworddomains unterscheidet. Auch deine Erklärungsansätze finde ich gut und plausibel. Ich frage mich jedoch, ob wir im Kontext der Penguin-Analyse soweit gehen müssen.

    Mein Eindruck ist (ohne eine signifikante Menge an Fällen ausgewertet zu haben), dass die meisten Verlierer des Updates einen größeren Anteil Anteil an reinen Keyword-Linktexten (z. B. ‚partnersuche‘, ‚lottozahlen‘) haben als an URL-/Domain-Linktexten (z. B. ‚partnersuche.net‘, ‚lottozahlen.net‘)

    Und ja, Werker, ich denke, Google kann TLD im Linktext erkennen.

    Gruß, Nathan

  4. Interessant in dem Splitt aus CTR und Brand-Domains ist auch folgendes:
    (Wir betreiben ein paar hundert Keyword-Domains – fahrad.de hm.de triathlon.de firefox.de weisen auch die oben genannten Klickmuster auf.)
    Bei http://www.triathlon.de ist es aber nicht merkbar, ob die Domain auf Platz 1,2 oder 3 ist. Zum einen ist Adwords auf dem Keyword profitabel, sodass SEO zweitrangig ist und zum anderen haben „brand-keyword-domains“ so hohen returning traffic, sodass Google in der individuellen Sucheanpassung der Ergebnisse die Domain eh immer auf Platz 1 der „hardcorenutzer“ hat.
    ……….
    PS: Traffic is the new
    SEO

  5. Punkt 1 sehe ich ganz genau so – die Klickverteilung bei einem Brand ist einfach komplett anders, als bei einer Keyworddomain in den Serps. Das kann für Google ein ziemlich starkes Signal sein, wohingegen ich Punkt 3 nicht so stark im Fokus sehe…es gibt etliche Bereiche, in denen das Affiliateprojekt (oder was auch immer) trotzdem die letzte Destination ist – Beispiel: Vergleichsplattformen im Bereich Strom/DSL/Finanzen mit Abschlussmöglichkeit. Bedeutet natürlich nicht, dass dies nicht herangezogen werden könnte, aber ich denke, dass dieser Faktor dann nur eine untergeordnete Rolle spielen würde.

  6. Pingback: Das Penguin Update – aus Sicht von Super-SEO und Google-Bot | Domfolio.de - News aus dem Internet - Domains, Projekte und vieles mehr
  7. Pingback: Im Zeichen des Pinguin –
  8. Pingback: Im Zeichen des Pinguin > pri5m.de

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