Offpage-Seo Linkmarketing

In der dritten Ausgabe der Website Boosting dieses Jahres berichtet Andre in seinem Artikel „Offpage-SEO jenseits von Linkmarketing“ darüber, welche weiteren Signale es neben Backlinks gibt und wie diese einzuschätzen sind. Hier sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Früher verstand man unter „Offpage-Faktoren“ das Setzen von Backlinks auf verschiedenen Webseiten. Ziel war es, damit externe Signale in Form von „Empfehlungen“ zu schaffen, die wiederum die Sichtbarkeit erhöhen sollten. Allerdings haben sich die Zeiten geändert: Diese eher qualitativ eingeschränkte Form der Offpage-Strategie reicht nicht mehr aus, um die Relevanz einer Webseite zu erhöhen. Es wird nämlich immer wichtiger, aussagekräftige Informationen über das Nutzerverhalten zu gewinnen, die nicht über Backlinks gewonnen werden können. Die zwei „heißen Kandidaten“ hierfür heißen Traffic und Google+.

Traffic

Hierbei geht es nicht unbedingt um den Traffic aus Suchmaschinen, also wie viele Besucher welche Webseite über SEO und SEA gewinnt – dies wäre nichts Neues, da Google diesen kennt und beeinflusst. Vielmehr geht es hier um Traffic, der als Resultat guter Webseiten sowie ihren Besuchern und Quellen entsteht. Was genau aber sind „gute“ Webseiten? Andre gibt hierfür folgende Beispiele:

Gute Webseiten

  • weisen einen höheren Anteil von „Type-in-Traffic“ auf, bei dem sich die Kunden eine URL gemerkt haben und sie direkt in die Navigationszeile des Browsers eingeben, ohne den Umweg über eine Suchmaschine zu gehen
  • verzeichnen mehr Traffic aus Bookmarks/Lesezeichen. Die Nutzer wollen diese Webseiten regelmäßig aufsuchen und einen einfachen Weg zu diesen haben
  • ziehen vergleichsweise mehr Besucher über Links von anderen Seiten („Referral Traffic) als ihre Mitbewerber an
  • können einen vielfältigen Traffic-Mix ausweisen. Vergleicht man zum Beispiel zwei Versicherungsinstitute, die bezüglich ihrer SEO- und SEA-Strategien gleich erscheinen, hätte diejenige Versicherung eine höhere Reputation, die über den Suchmaschinen-Traffic hinaus eine signifikante Menge an Besuchern über E-Mail-Marketing, Direct-Type-in, Social-Media-Networks, Bookmarks und Referral Traffic anzieht

Traffic Android
Die nächste Frage, die sich stellt, ist: Woher erhält Google diese Informationen? Hierfür kommen verschiedene Tools infrage; sie sammeln genügend Daten, um konkrete Aussagen über die Qualität der jeweiligen Webseite geben zu können. Die potenziell wichtigsten Quellen sind

  • Chrome Browser
  • Android
  • Google-Toolbar
  • Google-Analytics
  • Google DNS
  • AdSense

Der Chrome-Browser

Googles Browser Chrome stellt Informationen zum Surfverhalten seiner Nutzer zur Verfügung. Im Prinzip stellt der Nutzer diese Daten automatisch zur Verfügung, da deren Sammlung standardmäßig aktiviert ist – möchte der User nicht, dass sein Surfverhalten aufgezeichnet wird, muss er die Option selbst deaktivieren.
Schätzungen zufolge liegt der Marktanteil von Google Chrome zwischen 20 und 40 Prozent. Unbestritten ist jedoch, dass Chrome der einzige Browser am Markt ist, der in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum verzeichnet. In Deutschland investierte Google große Summen in die Werbung für das kostenloses Produkt. Und das nicht ohne Grund, folgert Andre: „Ist etwas Nützliches komplett kostenlos, dann ist der Nutzer vielleicht nicht der Kunde, sondern die Ware.“ Die Daten, die Google aus dem Nutzerverhalten generiert, sollen einerseits zur Optimierung bestehender Produkte und Dienstleistungen beitragen und andererseits dazu, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.

Android

Das Smartphone-Betriebssystem Android ist in Deutschland sehr erfolgreich: Der Marktanteil liegt bei über 75 Prozent, bei Neuverkäufen sogar bei 90 Prozent. Google Chrome ist bereits standardmäßig auf Android installiert, sodass das mobile Surfverhalten der Benutzer mitgelesen werden kann. Selbst wenn diese sich für einen anderen Browser entscheiden, werden mithilfe des „darunterliegenden“ Betriebssystems Informationen mitgelesen.

Offpage Toolbar

Google-Toolbar

Die Google-Toolbar stammt noch aus der Zeit vor Google-Chrome; sie war besonders beim Open-Source-Browser Mozilla Firefox und bei Microsofts Internet Explorer verbreitet. Der Hauptnutzen der Toolbar bestand darin, den Endkunden ihren Weg zur Google-Suche zu verkürzen. Auf der anderen Seite bot sie dem Hersteller eine Schnittstelle für die Sammlung und Analyse von Daten zum Surfverhalten der User.

Google Analytics

Mit Google Analytics können theoretisch die kompletten Daten von Webseiten erhoben werden, vorausgesetzt, diese nutzen selbst dieses Tool.
Der Erfolg von Google Analytics ist groß. Unter den genutzten Webanalyse-Tools hat Google Analytics einen Benutzeranteil von rund 50 Prozent. Geht man noch weiter und gewichtet diese Webseiten nach ihrer Reichweite, ergibt sich sogar ein Marktanteil von 80 Prozent. Prinzipiell wäre es für Google möglich, die über Analytics gewonnenen Daten auch dafür zu nutzen, den Traffic einer Seite für das Ranking auszuwerten. Dies ist jedoch unwahrscheinlich. In der Praxis steht man nämlich vor dem Problem, dass Google Analytics nicht von jeder Webseite genutzt wird und somit eine großflächige Datensammlung nicht gegeben ist. Außerdem verneint Google in einigen Statements, ein solches Vorhaben durchführen zu wollen.

Google DNS

Die DNS (Public Domain Name Systems) haben die Funktion, die Seitenladegeschwindigkeit und die Websicherheit zu erhöhen. Sie werden unter den IP-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 kostenlos zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig kann Google damit Nutzerdaten sammeln und auswerten. Das DNS-Protokoll ist ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur des World-Wide-Web und funktioniert nach folgendem Prinzip: Bei jedem Webseitenaufruf wird vom eigenen Computer ein DNS-Abruf durchgeführt. Bei großen, komplexen Webseiten sind oftmals mehrere DNS-Abrufe nötig, bevor diese geladen werden. So können täglich mehrere Hundert DNS-Abfragen durchgeführt werden.

AdSense

Mit AdSense werden Daten erhoben, die in erster Linie für die Schaltung und Auswertung von Werbung relevant sind. Text- und Bildanzeigen, die über Google AdWords eingebucht werden, werden auf die eigene Webseite gespielt. Ob Daten ausgewertet werden, die über die Relevanz der Werbungsschaltung hinausgehen, ist unklar. Zumindest stellt diese Form der Datensammlung ein weiteres Element zum Erkenntnisgewinn von Traffic-Informationen dar.
Würde man nun alle genannten Quellen kumuliert betrachten, käme man auf eine sehr gute Datenqualität. Stellt sich nur noch die Frage, ob es einen Weg gibt, diese Daten effektiv auszuwerten und ob dies auf eine Weise umgesetzt werden kann, bei der die Manipulation von Daten auf einem niedrigen Niveau gehalten wird. Andres Einschätzung dazu ist jedenfalls positiv:

„Die Auswertung des Traffic-Mix einer Webseite scheint tatsächlich ein zu erhebender, sehr objektiver und schwer manipulierbarer Wert zu sein, welcher die Relevanz einer Webseite beschreiben kann. Dieser Faktor ist also wahrscheinlich bereits heute für Top-Rankings in den Suchmaschinenergebnissen ein Element – oder wird es in recht naher Zukunft mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sein.“

Google+

Ein weiterer Offpage-Rankingfaktor neben Traffic ist Google+. Einerseits hat es die Funktion eines Social Networks, andererseits stellt es auch einen Rankingfaktor dar. Durch die „Folgschaft“ können andere User die eigene Reichweite erhöhen. Allerdings ist dies (noch) nur ein individueller Rankingfaktor. Beispiele wie die automatische Umwandlung von You-Tube-Accounts in Google+-Accounts und die dadurch resultierende Angleichung der Aktivitäten zeigen, dass Google sich zukünftig zu einem universellen Offpage-Rankingfaktor entwickeln könnte.
Bildnachweise:
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Kommentare (2)

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