10. Ekaterina Walter

Unser letztes Interview aus unserer OMReport-Reihe birgt in mehrerlei Hinsicht einige Besonderheiten: So kommt mit Ekaterina Walter die erste Gesprächspartnerin ohne SEO-Background zu Wort. Stattdessen war sie acht Jahre lang als Social Media-Managerin bei Intel tätig, bevor sie zu Beginn dieses Monats unter einigem Aufsehen den Konzern verließ und zu Branderati wechselte, einer Agentur für Influencer Marketing, welche sie zukünftig als Partner und CMO betreuen wird. Ekaterina Walter ist außerdem als Autorin des Buches „Think like Zuck“ bekannt und gilt als eine der Wortführerinnen und Lichtgestalten im Social Media Marketing. Zum Zeitpunkt des Interviews war Walter noch für Intel tätig.

Andre Alpar: Hi Ekaterina, schön, dass Du da bist. Kannst Du Dich und Deine Tätigkeit bitte kurz vorstellen?

Ekaterina Walter: Hallo Andre, also – Ekaterina Walter – Ich leite die Social Media Strategien und Initiativen für Intel. Wir machen seit 5 Jahren soziales Marketing – und haben es in alle anderen Aspekte des Marketings integriert. Also ich habe alles durch, vom Aufsetzen der globalen Strategien für all unsere sozialen Netzwerke, wie Facebook, Twitter, YouTube etc. etc.; Im letzten Jahr starteten wir Pinterest, um unsere Ergebnisse richtig zu messen und ebenfalls im letzten Jahr begannen wir, unsere sozialen Strategien in unsere bezahlten Strategien zu integrieren, weil wir der Meinung waren, dass der Verstärkungs-Effekt so viel größer ist: Ich mache also alles von der Einarbeitung unserer Marketer und Angestellten in der ganzen Welt bis hin zur Arbeit in unseren Niederlassungen, um Social angemessen zu integrieren.

Andre Alpar: Ok, wow. Das ist eine große Aufgabe, die Du anpackst. Also, wo beginnst Du – ist es eher wie eine B2B –Kommunikation, die Du machst, denn ich meine: Es ist nicht so, dass ich bewusst einen Computer mit einem Intel-Chip kaufe. Ich kaufe einfach so einen Computer. Also, auf der einen Seite könntest Du denken, dass die Sachen, die Du machst, mehr B2B sind, und dann fängst Du an Social Media mit B2B zu mixen und alle so „Ah, funktioniert das tatsächlich?“

Ekaterina Walter: Genau.

Andre Alpar: Auf der anderen Seite machst Du Käufer-orientierte ‚normale‘ Werbung, also nehme ich an, dass Social Media das auch übernehmen muss?

Ekaterina Walter: Es ist beides. Also es gibt … Einige der Communities für die wir gerade arbeiten, sprechen mit ihren Kunden. Der Grund ist, dass ich nicht glaube, dass es einen großen Unterschied gibt, wenn es auf den digitalen Kontakt zum Kunden ankommt von B2B zu B2C. Ich weiß, dass die Taktiken sich unterscheiden werden; verschiedene Netzwerke und Arten, welche man dafür nutzt, sind unterschiedlich und vielleicht sind auch die Strategien der Werbenden irgendwie anders, aber die Realität ist: Social erlaubt uns, unsere Marke zu vermenschlichen und was es uns noch ermöglicht, ist mehr P2P vs. B2B oder B2C zu sein. Also es ermöglicht uns, von Person2Person zu kommunizieren. Wenn ich nun ein großes IT-Unternehmen führe, und ich suche nach einem Intel Server oder nach Computern mit Intel Chips, bin ich noch immer diese eine Person und obwohl es mein Job ist, befasse ich mich noch immer mit Marken auf Facebook und Twitter als diese Person. Kommunikation und Marketing-Strategien zu verfolgen, die auf Person vs. Marke fokussiert sind, oder diese tatsächlich von B2B und B2C unterteilen, ist heute keine klare Grenze mehr. Wir machen also beides, aber wir nutzen einige Netzwerke, wie LinkedIn, um mehr Entscheidungsträger, Meinungsführer, IT, ausfindig zu machen. Wir haben außerdem verschiedene Arten der Kommunikation zu verschiedenen Entwicklern und Programmen, aber wir versuchen so viele Menschen einzuschließen, die mit uns über unsere Marke, unsere Produkte und unsere große Community sprechen wollen.

Andre Alpar: Also, bei eine großen Firma wie Intel: Wie viele Twitter-Konten gibt es, die verwaltet werden müssen?

Ekaterina Walter: Richtig, gute Frage. Auf Facebook haben wir 27 Millionen Fans in über 50 Ländern, das macht etwa 40 Seiten.

Andre Alpar: Also ein Konto pro Land?

Ekaterina Walter: Ja, so ungefähr. Zumindest ist das unsere Strategie, was nicht bedeutet, dass dies eine gute Strategie für jeden anderen wäre, aber so funktioniert es für uns und stellt sicher, dass es angemessen lokalisiert ist, aber wir defragmentieren unsere Fans nicht. Es ist ähnlich mit Twitter, nicht das gleiche, aber ähnlich. Wir haben Vertrags-Konten und wir haben außerdem Konten, die sich nur mit den spezifischen Gruppen befassen, besonders wenn wir wissen, dass die entsprechenden Gruppen sehr aktiv auf Twitter sind. Also man könnte sagen offizielle Konten so 35 bis 50 auf der ganzen Welt. Es läuft bei den meisten unserer Netzwerke sehr ähnlich.

Andre Alpar: Du kannst uns bestimmt ein genaues Beispiel für diese Konten geben, die auf eine bestimmte Community spezialisiert sind?

Ekaterina Walter: IT zum Beispiel – du kennst IT bei Intel. Unsere IT-Organisation ist sozial sehr engagiert. Sie geben eine Menge an White Papers raus, viele Demos, viele Inhalte, die besonders an die IT-Community angepasst sind. Einige dieser Inhalte sind lustig und können für Verbraucher adaptiert werden, die es sehen wollen, wie etwa verschiedene Infografiken oder Videos, aber vieles davon ist derart tiefgreifend und technisch, dass es nicht funktionieren würde.

Andre Alpar: Für ein breiteres Publikum wäre es zu verwirrend.

Ekaterina Walter: Also wir machen schon hin und wieder eine Fremdbestäubung oder Fremd-Promotion aber wir machen es nicht mit solch spezifischen Konten.

Andre Alpar: Also, wenn es sich um etwas handelt, was normale Menschen auch verstehen können, dann wird es wahrscheinlich vom IT-Konto zum US-Konto geschoben?

Ekaterina Walter: Ja, auf Intel Global Handle, genau.

Andre Alpar: Wie messt ihr den Erfolg von dem, was ihr tut? Denkt ihr mehr in den Modalitäten von der normalen Werbung, also denkt ihr daran, die Menschen, die in die Läden eilen, zu erreichen oder ist es eher wie im Transaktions-Geschäft, wo man denkt: Gibt es Verkäufe oder Leadgenerierung oder irgendwas, das es sehr schwer macht, Resultate einzuschätzen?

Ekaterina Walter: Bei Intel machen wir eine Menge Durchverkäufe, keine normalen Verkäufe. B2B ist immer schwerer einzuschätzen. Also viele unserer Bestrebungen gelten der Erhöhung der Bekanntheit der Marke. Aber das bedeutet, wir sind nicht vergesslich, was die Verkäufe oder den Buzz-Create betrifft, denn ich denke, die Realität ist, dass wenn die Marke konstant im Bewusstsein ist und es gibt diesen konstanten Buzz und konstante Konversationen über diese Marke – wenn Du in den Gedanken ganz oben bist und in ein Geschäft gehst, wirst du immer denken: Warum kaufe ich nicht Systeme mit Intel inside, statt etwas anderes? Daher ist Marken-Bekanntheit eines unserer kritischen Ziele, aber so wie wir es messen, messen wir alles. Die Art wie wir es messen – also, wenn wir unsere Communities betrachten, sehen wir uns verschiedene Dinge an. Das Wachstum der Community ist eine Sache, die zwar eher einer egoistischen Metrik folgt, aber dennoch ist sie wichtig. Wir wollen wissen, wie groß unsere Community ist, aber was uns wichtiger ist, ist das Engagement. Wie viele Leute beteiligen sich, wie oft, wer sind die mit der meisten Beteiligung (das ist eine der wichtigsten Zahlen für uns). Wir reden über Reichweite – wie viele Eindrücke bekommen wir, wie viele Menschen sehen gerade die Nachricht, wie fallen sie auf dieser Grundlage hier durch. Wir sehen auch auf demographische Angaben und mit wem wir es zu tun haben, denn unterschiedliche Communities sind unterschiedlich, richtig? Also hat man verschiedene demographische Angaben und verschiedene Altersgruppen, die verschiedene Interessen haben. Wir gucken auch, wie unsere organischen Communities und unsere organische Präsentation mit Bezahltem interagieren und wir versuchen diesen Vergleich so nah wie möglich zu halten; Äpfel mit Äpfeln. Und wir haben bei Intel außerdem unser eigenes Point-System entwickelt, das uns sagt: Wenn man diese Aktionen mit bezahltem Content oder mit unseren bezahlten Medien nimmt – haben diese unterschiedlichen Aktionen unterschiedliches Gewicht – es ist das gleiche bei den Social-Sachen. „Gefällt mir“ ist eine Spur sanfter als „Teilen“ – wenn eine Person den Content teilt, dann geht die Reise weiter, also erarbeitet man bestimmte Gewichtungen. Und um nochmal auf die „vergleich Äpfel mit Äpfeln“-Phrase zu kommen, „Oh, das bedeutet, wir messen dies einzeln und dies einzeln“. Und man reportet es genauso dem Management.

Andre Alpar: Wie funktioniert Social Media-Arbeit auf organisatorischer Ebene: Sind Menschen in den entsprechenden Ländern und verwalten die Konten? Und diese einzelnen Menschen, welche die Konten verwalten – treffen sie sich hin und wieder entweder virtuell oder an einem bestimmten Platz? Wie macht ihr das?

Ekaterina Walter: Es gibt verschiedene Modelle, wie die Menschen neue Sachen angehen. Also, Social Media etwa ist neu. Und das Budget von traditionell nach digital zu verschieben ist auch neu. Eines der Modelle, welches wir am meisten nutzen, ist „Hub and Spoke“. Wir haben Firmen-Marketing-Gruppen, die im Zentrum sitzen und dann haben wir da noch ein kleines Team, also ein ausgezeichnetes Social-Media-Zentrum… und wir haben ein integriertes Medien-Team. Und was wir tun ist, Richtungen vorzugeben. Wir versuchen nicht, den Leuten einen Weg aufzuzwingen, aber wir erstellen Strategien, Richtlinien und Taktiken. Wir geben die Richtung vor für das, was wir mit der Community machen wollen, wie wir wachsen wollen, wohin wir wachsen wollen.

Andre Alpar: Deine Ziele und Vorschläge von dem, was gemacht werden könnte?

Ekaterina Walter: Genau, und dann bringen wir diese Vorgaben zu verschiedenen Business Units und in verschiedene Regionen. Aber zur gleichen Zeit arbeiten wir auch an unseren globalen Konten. Also @facebook, @intel, auf Twitter, am Global Pinterest-Konto etc. und wir versuchen eine Menge neuer Sachen. Wir versuchen viel Neues organisch, aus der Bezahl-Perspektive und wir machen konstantes AB Testing und was bei diesen Optimierungs-Techniken herauskommt, geben wir an unsere einzelnen Standorte sowie die lokal verwalteten Konten weiter, dass dies das Ergebnis ist und das ist es auch, was funktioniert. Wir haben auch regelmäßige „Think-Meetings“ wo Menschen, die soziale Communities betreiben, oder Leute, die verschiedene, andere Funktionen ausführen, und wir sicherstellen, dass wir die infrastrukturellen Möglichkeiten aufstellen, ihnen Metrics und Richtlinien geben, wie wir Maßnehmen , wie wir solche Sachen machen, damit sie nicht so viel Zeit aufwenden müssen, es zu lernen. Und am Ende des Tages kommen wir alle zusammen mit den richtigen Metrics, einer einheitlichen Vorgehensweise und verbundener Metric.

Andre Alpar: Gibt es etwas, dass Du teilen kannst und möchtest, was wirklich anders gelaufen ist, als Du es erwartet hast? Etwas, das richtig schlecht gelaufen ist, obwohl du dachtest, dass es ein richtig tolles Ding werden würde?

Ekaterina Walter: Nun ja, nicht so schlecht, wir haben einigen Content, der nicht gut läuft. Wir messen die „Drill Time“ und wir nutzen verschiedene Tools und auch einfache Tools, sagen wir Facebook. Wir nutzen Facebook Insights, wir nutzen auch Page Lover und das ist ein sehr gutes Tool, das uns Tonnen anderer Daten gibt, was Insights nicht tut. Wir gucken es uns jede Woche in Echtzeit an, wenn nicht sogar öfter. Wir schauen es uns an und denken: Ok, dieser Content performt nicht sehr gut oder das Feedback auf diesem Content – entweder ist dort nicht viel Engagement oder das Feedback ist nicht wirklich positiv. Und dann sehen wir uns den Content an, der gut arbeitet und wir suchen nach kleinen Möglichkeiten, diesen auf der Basis der Erkenntnisse, die wir machen, zu optimieren. Aber dennoch: Sollten wir mehr von diesem Content dem andere gegenüberstellen? Wir fragen auch oft die Menschen, was sie hören wollen und welche Marken fehlen. Man erreicht seine Community nicht. Sie sagen nicht: Hey, ihr seid unsere Community; wir respektieren euch. Was sind die Sachen, die ihr von uns sehen wollt? Du wärest überrascht, was da manchmal für Antworten kommen.

Andre Alpar: Weil sie so gut sind?

10. Ekaterina Walter 2Ekaterina Walter: Weil sie überraschend sind. Man weiß, wie all die Studien aussehen. Wenn man sich eine Menge dieser Studien ansieht, dann sieht man, dass Menschen „Fans“ von Marken-Seiten werden, um Gratis-Inhalte zu bekommen. Viele Studien sagen, dies ist einer der Top 3 Gründe. Unsere Community hat in den vergangenen 5 Jahren regelmäßig geantwortet, wenn wir ihnen Fragen gestellt haben, dass sie von uns News über Produkte sehen wollen und dass sie die ersten sein wollen, die Dinge erfahren, welche der Markt nicht erfährt. Also haben wir die Angewohnheit entwickelt, dass, wenn wir eine neue lustige Fernsehwerbung oder ähnliches haben, sie 24 Stunden vorher bei Facebook posten, sodass unsere Fans dadurch bevorteilt werden. Aber wir haben auch Dinge, die schlecht gelaufen sind. Vor einigen Jahren wurde unsere Facebook-Seite angegriffen; weitere zwei Jahre davor hatten wir eine Krise.

Andre Alpar: Was meinst Du mit „angegriffen“?

Ekaterina Walter: Nun, die Seite wurde von einer Gruppe von Leuten angegriffen, die nicht unbedingt mochten, wie Unternehmensentscheidungen getroffen wurden, obwohl wir gar keinen direkten Einfluss auf Unternehmensentscheidungen hatten. Und ich hatte die Seite damals gemanaged. Das muss so drei Jahre her sein.

Andre Alpar: Und die haben dann auf der Seite permanent negatives Zeug gepostet?

Ekaterina Walter: Sie haben versucht, die Seite zu übernehmen. Es waren hundert Leute, sie sich zusammengetan haben und den gleichen Eintrag wieder und wieder posteten – einfach nur immer das Gleiche, um die Seite zu übernehmen.

Andre Alpar: Also die Seite zu spammen. Wow.

Ekaterina Walter: Genau. Danke, dass Du das sagst. Als Marke ist es wahrscheinlich so, dass – wie jedes Mal, wenn ich „Spam“ sage – die Menschen meinen: „Das ist kein Spam, das kommt aus einem legitimierten Grund“, was definitiv so ist, aber wir schlagen nicht die Legitimierung ein, die einige Leute gern hätten. Und das ist ein weitaus größeres Problem, als es einfach nur so hinzustellen. Es braucht Stunden, um die verschiedenen Sachverhalte zu diskutieren – es ist nicht so einfach. Es ist sehr komplex. Also sind unsere Fans wirklich – es ist sehr interessant – unsere Fans haben tatsächlich versucht die Seite zu übernehmen und begannen, über die Technologie zu diskutieren. Sie sagten: „Hört zu, Intel-Seite. Dies ist nicht der geeignete Ort mit euch darüber zu reden“. Weißt Du, wir haben der Gruppe die Chance angeboten, face-to-face mit uns zu sprechen. Sie sind nicht darauf eingegangen. Sie haben nur gesagt: „Alles was wir wollen ist, dass ihr mit uns im Fernsehen sprecht“, und wir darauf: „Nein, wenn ihr mit uns über das Problem sprechen wollt, dann setzen wir uns zusammen und sprechen.“ Also dachten sie, die beste Möglichkeit wäre es, unsere sozialen Besitztümer zu übernehmen. Es dauerte ungefähr eine Woche, bis es abebbte. Aber wir versuchten alles Menschenmögliche und wir verwalteten die Seite so gut wir konnten, aber unsere Community reagierte sauer, denn immerhin war es für sie ein Forum, in dem sie über Technologie diskutieren konnten und plötzlich versuchte jemand die Übernahme.

Andre Alpar: Aber haben sich nicht die restlichen Fans diesen Hundert angeschlossen – dann wird es doch richtig unschön, denn dann herrscht so viel negative Energie und ihr wollt auf eurer Seit doch das totale Gegenteil, oder?

Ekaterina Walter: Genau, das machten sie. Und die Sache ist die, wir mussten sie auch darum bitten, unter Beachtung der Foren-Richtlinien sich im Ton etwas abzumildern. Weißt Du, man kann die eigene Meinung ausdrücken, egal, ob sie gut oder schlecht ist, wir werden den Post nicht löschen. Wenn er aber ein wenig beleidigend, unangemessen und wenig respektvoll den anderen Mitgliedern gegenüber erscheint auch wenn sie versuchen etwas zu machen, was wir auf der Seite nicht wollen, müssen wir dem stets respektvoll begegnen. Weißt Du, ich habe Dinge gemacht, wie die Fähigkeit zum Kommentieren auf unserer Seite für ein paar Stunden zu deaktivieren und ich war dabei sehr transparent. Ich sagte, hört zu…

Andre Alpar: …es gerät außer Kontrolle, beruhigen wir uns alle ein wenig…

Ekaterina Walter: Genau, wir müssen dieses Forum jemandem anvertrauen, der sich auch darum kümmern kann. Ich habe diese Seite verwaltet und ich weiß nicht viel über den Sachverhalt, ihr müsst euch an unsere Rechtsabteilung wenden und so galten wir für eine Zeit als jemand, der nicht wüsste, was Social Media eigentlich ist.

Andre Alpar: Was ich stark bezweifle.

Ekaterina Walter: Sie können noch immer kommentieren. Sie können noch immer kommentieren, aber sie können nicht mehr im eigentlichen Sinn auf unserer Seite posten und neue Beiträge anlegen, denn das ist es, was sie getan haben. Aber sie haben noch immer das Recht, diese zu kommentieren und eine Konversation mit uns zu führen. Aber es funktionierte nicht, also haben wir es wieder geöffnet und ich habe mich entschuldigt, weil es vielleicht nicht die beste Herangehensweise war, aber zu der Zeit war es eine gute Entscheidung, allerdings hilft es nicht, oder? Ich kann offen über Dinge sprechen, die funktionieren und die nicht funktionieren, aber die Realität ist: Das, was auf Dich zukommt, wenn Du Social Media machst. Für viele Menschen ist es so persönlich, dass man das Gute und das Böse sieht. Aber es ist so viel mehr Gutes dort draußen, so viele Vorzüge.

Andre Alpar: Sicherlich. Also, macht ihr jetzt einige Sachen anders, die verhindern, dass so etwas noch einmal passiert?

Ekaterina Walter: Naja, es kann immer passieren.

Andre Alpar: -Weil, wenn jemand Fehler macht, assoziiert man diesen mit Intel?

Ekaterina Walter: Das ist in Ordnung. Wir haben sogar Menschen, welche auf uns zugehen und ihren Post beginnen mit „Ich bin der festen Erwartung, dass dieser Post gelöscht wird, aber dies ist meine Meinung“. Und wir gehen dann darauf ein uns sagen „Hör zu, lass uns telefonieren und wir erklären Dir alles“ und für gewöhnlich machen sie es auch, kommen zurück und sagen: „Wir entschuldigen uns, wir haben die Angelegenheit falsch verstanden und Hut ab vor Intel, dass sie mit uns telefoniert haben, sodass wir es verstehen konnten. Und sogar weil ich ein niemand bin; Ich gehöre nicht zur Presse, nicht zu den Medien, ich bin einfach nur ein normaler Kerl.“ Wir hatten also Umstände wie diesen, die definitiv zeigen, dass wir uns um unsere Fans kümmern, aber man kann einfach nicht verhindern, dass so etwas passiert. McDonalds beispielsweise hat einige Gruppen, die aus verschiedenen Gründen ihre sozialen Plattformen angreifen und sie leben damit – jeden einzelnen Tag.

Andre Alpar: Es gibt viel stressigere Jobs im Social Media als Deinen…sogar schlimmere.

Ekaterina Walter: Ja, aber wir lieben unsere Fans und wir lieben unsere Kunden.

Andre Alpar: Das bezweifle ich nicht.

Ekaterina Walter: Es ist für uns einfach eine tolle Plattform, sich mit ihnen zu befassen. Ich würde es nicht anders haben wollen.

Andre Alpar: Ok. Hast du vielleicht eine außergewöhnliche Geschichte aus anderen Ländern, in denen ihr Social Media betreibt, die Du mit uns teilen möchtest? Wo du denken würdest, „Wow, das ist ein großer Unterschied zu Social Media in den Vereinigten Staaten“?

Ekaterina Walter: Naja, eigentlich nicht so viele. Es gibt interessante Ansichten der Menschen in den verschiedenen Ländern, was angemessen ist und was nicht. Also, wenn Du ein Bild von einer halbnackten Person postest, dann ist das in einigen Ländern ok, solange es nicht andere beschämt. Es gibt also definitiv kulturelle Unterschiede.

Andre Alpar: Ein Social Media Manager unseres Landes postete so ein Bild und es war in seinem Land ok, aber Du hättest so etwas nie getan – ist es das so etwas, was Du meinst?

Ekaterina Walter: Nun, ja. Wir haben ihnen geraten, dies nicht zu tun, denn letzten Endes verstehen wir die kulturellen Unterschiede, aber es ist nicht der richtige Weg und es handelt sich vielleicht um eine geschaltete Anzeige von jemand anderem, nicht notwendigerweise von Intel. Richtig – sie haben einfach teilweise einen Artikel geteilt und dieser hatte ein Bild angehängt. Ich weiß nicht – es sind einfach verschiedene Sachen.

Andre Alpar: Also wurde es in dem Land aufgehalten?

Ekaterina Walter: Nicht so stark, wir haben sie kontaktiert und gesagt „Nun, dies könnte eigentlich ein Problem sein“, also haben wir versucht es einzuschränken, soweit es geht. Ähnlich wie diese Sache, die mit Ford gerade passiert. Eine Agentur hat etwas gepostet, was sie nicht hätte posten sollen. Genau wie Ideen, die noch nicht fertig gedacht waren und von Ford noch nicht genehmigt wurden. Und anstatt nicht die Verantwortung zu übernehmen, übernahm Ford eben doch die Verantwortung und sagte: „Wir werden alles in unserer Macht stehende versuchen, damit das in diesem speziellen Land nicht nochmal passiert.“ Das ist die richtige Einstellung, wenn man mit einer Agentur arbeitet. Beide Seiten haben die Verantwortung. Aber trotzdem werden solche Sachen weiterhin passieren. Die beste Sache die man machen kann, und wir machen das fortwährend, ist es, die eigenen Leute zu schulen. Man sollte ein spezielles Training für den Social Media Fachmann haben, in dem es darum geht: „Hier sind einige rechtliche Verzweigungen, hier ist etwas gesunder Menschenverstand, den du benutzen musst, hier sind zusätzliche Ideen“, und es geht tatsächlich schnell – neben all den anderen Kursen, die wir anbieten – aber speziell dieser ist besonders schnell. In etwa einer halben Stunde geht es um: „Hört zu, hier sind die Sachen, an die ihr denken müsst.“

Andre Alpar: Ich musste nur lachen, weil es heißt „Training für den Menschenverstand“. Ich dachte so „okay, haha“.

Ekaterina Walter: Manchmal muss man auch seinen Menschenverstand trainieren.

Andre Alpar: Für alle Fälle, um auf der sicheren Seite zu sein. Ok, Vielen Dank für Deine Zeit.

Ekaterina Walter: Danke Andre.

iTunes_DE

Bisher in dieser Interview-Reihe erschienen:

  1. Simon Heseltine (AOL)
  2. Chris Boggs (SEMPO)
  3. Adam Audette (RKG)
  4. Matt Bailey (SiteLogic)
  5. Bas van den Beld (State of Search)
  6. Jim Boykin (Internet Marketing Ninjas)
  7. Bill Hunt (Back Azimuth Consulting)
  8. Eric Enge (Stone Temple Consulting)
  9. John Shehata (ABC News)

«

»

Dieser Artikel wurde 2550 Mal gelesen.

Kommentare (3)

  1. Pingback: OMReport Interview mit Ade Oshineye - AKM3
  2. Pingback: OMReport Interview mit Jeff Allen - AKM3
  3. Pingback: OMReport 68: Interview mit Mark Traphagen - AKM3

Hinterlasse Deinen Kommentar

Performics ist bekannt aus:
Werde Performics Fan auf Facebook & Twitter