8. Eric Enge

Heute bei uns im OMReport-Interview zu Gast: Eric Enge – Seit 1997 ist er Geschäftsführer von Stone Temple Consulting. In dieser Funktion ist er auch für seine Stone Temple Interviews bekannt, in denen er regelmäßig namhafte Social Media- und Suchmaschinen-Mitarbeiter wie z.B. Matt Cutts interviewt. Darüber hinaus ist Eric als Schreiber für Search Engine Watch und Search Engine Land bekannt und hat u.a. gemeinsam mit Rand Fishkin das Buch „The Art of SEO“ herausgebracht.

Andre Alpar: Hi Eric, könntest Du Dich bitte kurz vorstellen?

Eric Enge: Klar, ich bin Eric Enge, CEO von Stone Temple Consulting einem SEO-, Social Media- und Content-Marketing Beratungs-Unternehmen mit über 25 Mitarbeitern.

Andre Alpar: Ok. Bist Du auf bestimmte Bereiche spezialisiert, arbeitest Du mehr strategisch oder hast Du Kunden in speziellen Nischen, auf die Du Dich fokussierst, wie E-Commerce oder Reisen? Oder bist du allgemein für jeden da, der in dem Bereich Hilfe braucht, in dem Du arbeitest?

Eric Enge: Tatsächlich bieten wir ein ziemlich breitgefächertes Angebot. Es gibt mit Sicherheit einen Raum für Agenturen die einen vertikalen Markt fokussieren: Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass man in diesem Fall ein echter Purist sein muss. Denn wenn ich, sagen wir, einen Kunden aus der Hotel-Branche habe und ich habe viele andere Kunden, dann bekomme ich einen zweiten Kunden aus der Hotel-Branche dazu und sie werden sich aufregen. Mache ich dagegen nichts anderes als Hotels, dann kann ich vertikal sein. Aber vorausgesetzt, dass wir das nicht tun, macht es für uns Sinn, in unserer Herangehensweise horizontal zu sein.

Andre Alpar: Wollen Kunden eine Garantie, dass Du keinen anderen Kunden annimmst der ein Mitbewerber ist, wie eben einen zweiten Kunden der eine direkte Konkurrenz darstellt und wie gehst Du damit um?

Eric Enge: Das passiert. Normalerweise mögen wir es nicht, das in unserer Vertragssprache zu unterschreiben, aber die Realität ist, dass selbst wenn es nicht im Vertrag steht, wir sehr zurückhaltend sind, jemanden im selben Feld anzunehmen. Wir hatten tatsächlich eine Situation Mitte letzten Jahres, als ein großer Kunde aus einer besonderen Branche zu uns kam und wir schon mit einem zweiten Kunden arbeiteten, einem soliden zweitrangigen Spieler. Also konnten wir ihn nicht annehmen, weil es sich einfach nicht richtig anfühlte.

Andre Alpar: Ok. Also mit welcher Art Angelegenheiten kommen die Leute zu Dir und warum wählen sie Dich? Ich meine die Staaten sind ein riesiger Markt und es gibt offensichtlich Unmengen von SEO-Agenturen dort. Kommen sie deshalb zu Dir weil sie Dich kennen weil Du immer schon da warst? Oder was würdest Du sagen unterscheidet Dich von anderen SEO-Agenturen?

Eric Enge: Ich denke ja, wenn Du darüber geredet hättest was unsere Marke ausmacht. Unser Marke ist, nun das ist eine sehr banale Phrase… Die Leute reden über White Hat SEO und das wird ihm nicht gerecht, weil sehr viele Leute sagen, dass sie das machen. Lass es mich auf folgende Art erklären:
Ich schrieb einen Blogpost, genannt „Ich kaufe keine Links“, den ich 2008 in der SEOmoz veröffentlichte. Damals teilte mir die Community mit, dass das wie ein Kampf David gegen Goliath wäre. Aber wir haben immer mehr versucht der Kurve voraus zu sein und unsere Aktivitäten darauf zu konzentrieren, bei den Dingen, von denen Google möchte, dass man sie tut, hervorzutreten, statt zu versuchen herauszufinden wie man Google austricksen kann. Und egal ob du dich selbst White Hat nennst oder nicht, viele SEOs, die von sich sagen sie sind White Hat, versuchen tatsächlich immer noch die neueste kleine Taktik zu finden…

Andre Alpar: Taktik wie eine Abkürzung. Weil Taktik sonst ja o.k. sein kann. Taktik wie eine White Hat Taktik …

Eric Enge: Genau, „Abkürzung“ ist das richtige Wort, das ist ein großartiges Wort dafür…

Andre Alpar: Oder Trick wie du vorher meintest, das ist das Gleiche.

Eric Enge: Also sie suchen danach. Sie verletzen möglicherweise keine offenkundigen Richtlinien, also denken sie von sich sie wären White Hat. Wir konzentrieren uns tatsächlich daraufdarin hervorragend zu sein, von dem Google möchte dass man es tut. Und wenn ich einen anderen Moment erwähnen dürfte, an dessen ich gerne ein paar Dinge erläutern würde:
Also im Januar 2011 habe ich in „Search Engine Land“ den Artikel „Der Aufstieg und Fall der Content-Farmen“ veröffentlicht. Das war drei Wochen vor Panda.
Und etwas später 2011 schrieb ich Artikel die im Grunde den Beginn von Penguin vorhersagten.

Andre Alpar: Was fokussierten diese Artikel genau? Exakt passende Anchortexte oder was war der generelle Fokus dieser Artikel?

Eric Enge: Der Fokus dieser Artikel lag im Allgemeinen auf der Aussage, dass das nächste große Ding das Google machen wird, das nächste Panda-ähnliche Update, ein link-basiertes Update sein wird. Dann machte ich einige Vorhersagen über spezifische Dinge, aber aufgrund der Art und Weise wie wir uns fokussiert haben. Die Art wie wir die Branche untersucht haben, und auch über die Interviews die ich regelmäßig mit Leuten mache die im Bereich der Suchmaschinen tätig sind – ich habe zum Beispiel viele mit Matt Cutts gemacht – konzentrierten wir uns auf all die Energie an die sie dachten und wo sie hinwollten, damit wir unsere Kunden tatsächlich auf den Pfad führen können auf dem sie einen langfristigen Effekt unserer SEO-Strategie haben. Also wodurch wir uns unterscheiden, ist durch diesen Fokus.

Andre Alpar: Das macht Sinn. Wenn Du Dich auf ein Interview mit Matt Cutts vorbereitest, wie entscheidest Du welche Fragen Du stellst und welche nicht? Weil meine Erfahrung mit Leuten von Google ist, dass die Bereitschaft zu antworten wirklich davon abhängt, über was und wie die Fragen gestellt werden.

Eric Enge: Das ist so, ja. Der erste und entscheidende Schritt ist deren Vertrauen zu gewinnen. Wir haben eine bestimmte Vorgehensweise wenn wir ein Interview machen. Die Interviewpartner dürfen die finale Transkription sehen bevor sie veröffentlicht wird. Das gibt ihnen die Sicherheit, dass kein Fehler gemacht wurde oder unsere Transkription falsch ist, oder was auch immer. Das entspannt sie. Aber auch weil sie damit vertraut sind wie wir mit unseren Kunden arbeiten, neigen sie dazu das Gespräch ein bisschen entspannter anzugehen und dann muss man seine Fragen nur noch auf die richtige Art stellen.
Aber ich tue das ohnehin von mir aus, aus meiner Perspektive heraus, weil ich immer versuche Publishern zu helfen herauszufinden wie sie eine Strategie entwickeln können, die ihnen ein langes, sicheres und beständiges Wachstum auf einen langen Zeitraum hin bietet um ihr Geschäft großzuziehen. Das ist, wo ich hin will. Was auch das ist, wo mich die Leute von Google haben wollen, das funktioniert also ziemlich gut.

Andre Alpar: Dein Team besteht aus 25 Leuten. Was sind die unterschiedlichen Aufgaben die sie haben? Wie sind diese in unterschiedliche Themenfelder gegliedert?

Eric Enge: Linkbuilding / Content Marketing ist ein sehr großer Teil dessen was wir tun und das ist, wie ich denke, dass sich SEO entwickeln wird. Es war schon immer ein bisschen so, aber man wird zukünftig einen Arbeitsbereich haben, der SEO-Promotion heißt.

Andre Alpar: Ein bisschen wie PR, richtig?

Eric Enge: Ja, es wird sich immer „PR-ischer“ anfühlen. Wie es sich vom PR unterscheiden wird, ist, dass stets Raum bleiben wird für neue digitale Marketing Taktiken, für die die traditionelle PR-Abteilung schlicht zu langsam ist um sie aufzugreifen.
Also Content-Marketing, Integration von Social Media und das Veröffentlichen von großartigem Content sowie das Erhalten von Links sind Beispiele dafür was die PR-Abteilung befähigt ist zu bearbeiten. Das sind die Bereiche des „Modern-Age Marketers“. Aber dann ist da immer noch die andere Seite des SEO, die praxisbezogene. Das ist das zweite Hauptaufgabengebiet der Firma.

Andre Alpar: Wie der technische SEO-Aspekt…?

Eric Enge: Richtig. Die Leute sind immer noch zu schnell dabei zu denken, dass nur weil du eine Webseite veröffentlichst, die Suchmaschine diese auch versteht. Sogar Leute die das fünf Jahre zuvor noch akzeptiert haben, denken „oh jetzt muss es anders sein“. Nun, so ist es nicht. Die Probleme sind die gleichen. Duplicate Content ist immer noch ein riesiges Problem in der Branche. Sogar als neue Dinge aufkamen wie die Rich-Snippets oder das Rel-Author Tag – ich meine, das sind alles eine Art Hilferufe der Suchmaschinen. „Wir brauchen Hilfe, wir brauchen Hilfe!“, richtig?

Andre Alpar: Es gab die Hoffnung, dass sie alles verstehen würden und semantisch fortgeschritten wären, aber jetzt übergeben sie im Grunde das semantische Verstehen des Contents den Publishern selbst, sie sourcen die Arbeit an uns out.

Eric Enge: Richtig. Markiere es und sag uns Bescheid! Gut, man sollte das tun. Tatsächlich ist es gut für sie, es ist gut für die Publisher.

Andre Alpar: Denkst Du, dass es für den Publisher immer gut ist? Ich denke zum Beispiel immer an diese Rezept-Rich Snippets als schlechtes Beispiel um Rich Snippets einzubauen, weil letztendlich – ich meine, wenn du eine Rezept Webseite hättest, dann hättest du sehr viel Traffic auf den aggregierenden-Begriffen wie z.B. „Tomatensuppen-Rezepte“, nicht ein spezifisches Rezept aber eine Gruppe von Rezepten. Und auf diesen Ansammlungsseiten hättest du eine riesige Menge an Traffic.
Heutzutage hast du deine Rezepte markiert und Google nimmt den filternden Traffic und den Traffic auf die allgemeinen Begriffe und sendet dir erst dann den Konsumenten, wenn dieser auf ein einziges Rezept aus ist. Und Rezept Webseiten – das sind normalerweise Publisher, die ihre Dollar mit Werbung verdienen und jetzt gibt es viel weniger bezahlte Impressions.

Eric Enge: Ja, das ist eine großartige Frage, eine wirklich großartige Frage. Das ist ein Punkt an dem man erneut ansetzen sollte. Wie ich gesagt habe ist es die Art wie man an die Führungsriege von Google herankommt und was sie wollen, das Publisher tun sollten. Im heutigen Web, der Internet Marketing Umgebung und für SEO ist es unglaublich wichtig sehr viel Energie aufzuwenden, eine Brand aufzubauen.

Andre Alpar: Also hast du Navigationalen Traffic, keinen informationellen oder transaktionalen Traffic, aber Navigations-Traffic.

Eric Enge: Ja, man bekommt Navigationalen Traffic, das ist richtig. Aber auch, wenngleich man etwas Traffic durch das Rich Snippets-Zeug verliert, das du dargestellt hast. Es gibt andere Szenarien bei denen man mehr Traffic bekommen würde.

Andre Alpar: Zweifellos. Wenn sie noch nicht herausgefunden haben, wie man mehr Traffic auf die Übersichtsseiten bekommt, werden diese immer nur Traffic auf einzelne Rezepte bekommen. Dann werden sie mit Sicherheit mehr bekommen weil

Eric Enge: Richtig, also sind sie eine Art „Kompromiss“.
Aber man muss auf die Rich Snippets Erfahrung der jeweiligen Situation schauen. Die Übersichtsseiten-Situation über die Du gesprochen hast, als eine Chance sehen, die Brand in das Blickfeld des Konsumenten zu rücken und zu hoffen, dass sich das auf Dauer auszahlt. Dass, wenn sie ein spezifisches Rezept oder etwas anderes wollen, ein „Oh ich erinnere mich, die haben mir die Infos geben können“ sie bei einer erneuten Anfrage auf deine Seite führen wird.

Andre Alpar: Aber du müsstest nicht alles auf die Brand setzen, selbst ohne Rich Snippets? Es macht dir nur mehr Druck, wenn du eine Brand werden möchtest. Das ist eine Strategie die du vorher gewählt haben solltest.

8. Eric Enge 2Eric Enge: Das ist richtig. Eine sehr wichtige Sache, die die Leute realisieren sollten ist, dass es immer wieder eine große Diskussion darüber gibt, wie Google Brands liebt und favorisiert. Es gibt tatsächlich einen fundamentalen und einfachen Grund dafür:
Die User vertrauen einer Brand und die Suchmaschine möchte Dinge zeigen, denen der User vertraut und die er eher gewillt ist anzuklicken. So simpel ist das, richtig? Also ist das Bedürfnis an einer Brand zu arbeiten immer da. Das macht reinen Affiliate Marketern und solchen Leuten die versuchen Seiten nach oben zu bringen eine Menge Druck.

Andre Alpar: Was denkst Du ist deren Zukunft und wie hat sich, was immer sie auch getan haben, ihr Leben seit letztem Jahr entwickelt?
Denkst Du der Markt ist jetzt nur noch ungefähr halb so groß, weil Panda und Penguin genau diese Bereiche verkleinert haben? Ich denke die wirklichen Brands wurden kaum von Panda und Penguin beeinflusst.
Es waren mehr die Affiliates die Du gerade erwähnt hast, die immer auf magische Weise den Arbitrage Traffic den sie vom SEO bekamen auf Ad-Sense oder Affiliate schoben, richtig?

Eric Enge: Also es gibt immer noch eine Menge Affiliates denen es ganz gut geht, manche verdienen es, andere nicht.
Aber ich kann Dir sagen, ich habe Affiliate-Publishing elf Jahre lang als zweites Geschäft neben dem Consulting gemacht und drei Affiliate Firmen aufgebaut und verkauft. Ich habe also viel Erfahrung darin. Aber wir haben uns bei dem was wir taten immer darauf konzentriert eine Brand aufzubauen. Die Dinge müssen nicht getrennt werden.

Andre Alpar: Kannst du ein Beispiel nennen, damit wir besser verstehen worüber du sprichst oder sind das „nicht-öffentliche“ Themen?

Eric Enge: Nein, also es gibt eine Seite die citytowninfo.com heißt, die wir aufgebaut und veröffentlicht haben. Auf der Seite gibt es immer noch Informationen zu über 20.000 Städten und Kleinstädten in den USA sowie zahlreiche vertikal-orientierte Produktinformations-Kataloge die sehr gut gelaufen sind. Wir haben die Seite 2010 verkauft und sie läuft meinem Verständnis nach immer noch gut.

Andre Alpar: Weißt Du ob sie von Penguin oder Panda erwischt wurde? Nur aus Neugier.

Eric Enge: Ich weiß es nicht, aber was ich weiß ist, dass selbst wenn du so sauber bist, wie es nur geht, du von diesen Algorithmen getroffen werden kannst.
Wir haben eine andere Seite die ich nicht namentlich nennen kann und die tatsächlich von Panda getroffen wurde. Wir konnten sie retten. Es war harte Arbeit sie wieder zurückzuholen und der Grund warum sie von Panda getroffen wurde, war irgendwie ironisch. Es ist tatsächlich ein gutes Beispiel der Panda-Situation. Wir hatten 5000 Seiten die sehr spezifische Bereiche abdeckten. Es war sehr hart diese Seiten qualitativ hochwertiger zu machen als die anderen auf dem Markt. Aber das war nur ein Teil der Webseite. Schließlich fanden wir heraus, dass obwohl wir dachten die Seiten wären sehr viel besser als die anderen, Google da anderer Meinung war. Wir entgingen der Bestrafung dadurch, dass wir die Seiten auf no-index stellten. Es kommt zur Panda-Situation: Wie erkennt und entschiedet Google was gut oder schlecht ist? Dünner Content, miese Rechtschreibung, diese Dinge sind leicht. Aber sie treffen Entscheidungen offensichtlich nach mehr Rastern als nur diesen.

Andre Alpar: Was etwa die „Bounce-Rate“ oder „Time on Site“ sein könnten…?

Eric Enge: Das glaube ich, dass es ein User-bindender Faktor ist.

Andre Alpar: Glaubst Du wirklich, dass es klang als wäre es ein bisschen wie eine angereicherte lokale Information, die Du auf diesen Seiten hattest? Ähnlich der Gelben Seiten, nur eben für eine Nische?

Eric Enge: Nun, was ich Dir sagen kann, ist, dass es Informationen über alle Colleges und Universitäten der USA waren. Und es gibt so um die 7000 von ihnen.

Andre Alpar: Ok. Und obwohl Deine Information reicher war als der Durchschnitt in den SERPs, denkst Du immer noch dass es nicht gleichrangig war..?

Eric Enge: Ja, wir hatten von Hand recherchierte und handgeschriebene Artikel auf über 5000 solcher Seiten. Und selbst für die anderen 2000 haben wir sehr viele Analysen gemacht um beispielsweise Ratings für den männlichen vs. den weiblichen Prozentsatz im Vergleich zu anderen, etwa gleichgroßen Colleges zu ermitteln, sowie die Schwierigkeit dort angenommen zu werden. Wir hatten Unmengen von Dingen die wir herausgearbeitet haben und die man nicht bekommen kann, außer man steckt Arbeit hinein.
Aber das Problem war, es war nicht wahrnehmbar. Ich denke die User-Bindung war nicht gut genug, nicht schnell genug um die Wahrnehmung des Users zu binden. Es sind ein paar Sekunden in denen der User seine Entscheidungen trifft, richtig? Und wir hätten möglicherweise…

Andre Alpar: Eine Art „Re-Design“ um es attraktiver zu machen, sodass die Leute dableiben, herumklicken, ein bisschen weiterschauen?

Eric Enge: Ja genau! Wir hätten solche Dinge machen sollen, aber wir waren zu dieser Zeit beschäftigt. Als wir schließlich zu dieser Entscheidung kamen, versuchten wir es aus dem Index zu nehmen. Das hat das Problem für uns gelöst, deshalb haben wir uns mit dem Rest nie wieder beschäftigt.

Andre Alpar: Was denkst Du darüber, wenn man sich hier umschaut, wann immer es um Off-Topic Themen geht, ist der Content-Markt eine Art „Über-Thema“. Es gibt klassische Herangehensweisen, ich meine Infographiken. Ich für meinen Teil bin gelangweilt von ihnen, ich möchte nichts mehr darüber hören und ich denke nicht dass das wirklich Content-Marketing ist. Was ist Dein Blick aufs Content-Marketing? Was ist es wirklich und was ist es nicht?

Eric Enge: Ich denke, lass uns über den „Gold-Standard“ für Content-Marketing reden.

Andre Alpar: Ja, so in der Art was dein Traum-Kunde tun sollte.

Eric Enge: Also was wir versuchen ist, die Leute zu einer Herangehensweise auf verschiedenen Ebenen zu bekommen. Ich werde mal ein paar Dinge aufführen: Zuallererst steht mit Sicherheit qualitativ hochwertigen Content auf ihrer Seite zu haben. Das könnte in Form eines Blogs sein, was oft eine gute Art ist dies zu bewerkstelligen. Man sollte einen Fachexperten hierfür dabei haben. Wie ich gerne sage, entweder du hast einen Fachexperten dabei oder du kannst nach Hause gehen.

Andre Alpar: Ja, wie ein Lehrer und Prediger.

Eric Enge: Ja, jemand oder eine Gruppe von Leuten, muss in diese Rolle passen oder spiel nicht, weil du am Ende verlieren wirst. Und du machst das On-Site aber du willst mehr als das machen. Du willst auch, was ich „high-end“ Gastbeiträge nenne, machen. Ein Beispiel: Die New York Times hat 10.000 Gastbeiträge angenommen. Wir wissen, dass Tech Crunch mehrere Tausend angenommen hat, Mashable hat mehrere Tausend angenommen.

Andre Alpar: Aber es kann auch anders herum sein. Wie wäre es, wenn ein Tusted Author einen Gastbeitrag auf dem Blog Deiner Firma veröffentlicht?

Eric Enge: Ja, das könnte man auch machen. Und man will tatsächlich alle diese Dinge machen. Man will da sein, jetzt da man seinen eigenen guten Content auf seine Seite gestellt hat, will man auch andere Leute erreichen weil man dadurch die Aufnahme in deren Zuhörerschaft schaffen kann, einschließlich deren Social Media Zuhörerschaft, und dann möchte man prominente Leute einladen um einen Gastbeitrag zu schreiben.
Man kann. Nicht jeder muss das tun aber ist eine gute Idee, denn wenn du Seth Godin dazu bekommst einen Artikel zu schreiben und ihn auf deiner Seite zu veröffentlichen, wird er diesen vermutlich sharen und tweeten. Das ist phänomenal, nicht?
Und dann ist da „der Cousin“ davon, der da wäre, man kann prominente Leute interviewen. Das hat die gleiche Dynamic und sie müssen sich nicht anstrengen und einen Artikel schreiben. Und man kann möglicherweise mehr Prominente dazu bringen mitzumachen, denn nach einem Interview gefragt zu werden, ist schmeichelhaft.

Andre Alpar: Du beziehst Dich nicht auf dieses Interview nicht wahr?

Eric Enge: Ganz und gar nicht.

Andre Alpar: Danke, sonst hätte ich mich jetzt etwas seltsam gefühlt.

Eric Enge: Mir kam grade der Gedanke „er könnte das möglicherweise falsch interpretieren“, aber egal.

Andre Alpar: Keine Sorge.

Eric Enge: Und klar, lass deinen Fachexperten Interviews geben. Alle diese Dinge helfen wirklich um Publicity zu bekommen. Und dann will man das mit einer sehr soliden Social Media Strategie kombinieren. Ich habe viele Erfahrung gemacht und ich glaube immer noch, dass Social Media Signals nicht auf die gleiche Art wirken wie Links. Aber das macht nichts. Wir müssen diese Diskussion nicht jetzt führen. Der Punkt ist, aus einer Content-Marketing Perspektive, wenn du ständig guten Content auf die Social Media stellst und deinen großartigen Content teilst, egal ob es ein Gastbeitrag irgendwo anders ist, ein Interview das du jemandem gegeben hast oder ein Artikel oder Interview das du auf deine Seite stellst, es wird eine wunderbar ganzheitliche Sache passieren. Du teilst diesen großartigen Content und dein Social Media Feed unterstützt dich mit deinen Followern und Fans weil sie großartigen Content sehen und du immer mehr Follower und Fans bekommst. Das klingt nach einer guten Sache. Und dann teilen sie es auf dem Social Media Feed wodurch man Traffic, Links und wiederum Abonnenten auf dem eigenen Blog bekommt. Das klingt nach einer guten Sache. Und jetzt hast du auch noch diesen wunderbaren tugendhaften Circle. Das ist was du brauchst.

Andre Alpar: Wenn Du Deinen Kunden in solchen Fällen hilfst, bewegst Du Dich auf einer operativen Ebene? „Ok das ist wie deine Artikel oder die Themen deiner Artikel sein könnten“? Oder machst Du es auf einem Meta-Level und erklärst ihnen „ ok, das ist der Prozess“ und dann füllst du selbst die Lücken? Oder wie funktioniert das normalerweise?

Eric Enge: Wir helfen ihnen mit beidem. Man muss den strategischen Teil richtig machen sonst machen sie die anderen Teile nicht richtig. Also ist es wirklich wichtig das durchzuarbeiten und wie ich vorher angedeutet habe, sprechen wir über Aktivitäten die traditionelle PR Firmen nicht verstehen. Nun die traditionelle Marketing-Person versteht es auch nicht. Und versteh mich nicht falsch, es gibt eine Menge wirklich innovativer Marketing Leute in Firmen die es verstanden haben. Aber oftmals muss man in diesen Firmen eine große „Erziehungsarbeit“ leisten.

Andre Alpar: Ich teile absolut Deinen Standpunkt, dass Content Marketing Marketing, PR und SEO zusammenbringt.

Eric Enge: Das ist ein großer Teil davon, aber sie haben auch keine Leute zur Verfügung die wissen, wie man die Mechanismen ausführen muss. Also bieten wir das auch an. Wir machen beides zusammen und das funktioniert sehr gut. Wir sind sehr erfolgreich damit.

Andre Alpar: Tolle Sache. Vielen Dank für Deine Zeit Eric!

Eric Enge: Ich habe zu danken!

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Bisher in dieser Interview-Reihe erschienen:

  1. Simon Heseltine (AOL)
  2. Chris Boggs (SEMPO)
  3. Adam Audette (RKG)
  4. Matt Bailey (SiteLogic)
  5. Bas van den Beld (State of Search)
  6. Jim Boykin (Internet Marketing Ninjas)
  7. Bill Hunt (Back Azimuth Consulting)

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