Im vorletzten Teil unserer zehnteiligen Interview-Serie sprachen wir mit John Shehata. John ist ein Experte, wenn es um SEO für Nachrichtenseiten und Zeitungen geht. In seiner Karriere betreute er bereits mehrere solcher Domains. Momentan ist er Inhouse-SEO und Social Media Manager für ABC News, ABC.com, ABC Family und dem Webauftritt der Oscars. Neben dieser Tätigkeit hält er außerdem Vorträge und Weiterbildungen für Blogger, Journalisten und andere Schreiber zum Thema Nachrichtentexte unter SEO-Gesichtspunkten.

Andre Alpar: Alles klar John, danke, dass du hier bist. Würdest du dich vorstellen?

John Shehata: Klar, Ich bin John Shehata, Head of SEO und Social Media bei ABC News, ABC, ABC Family und bei den letzten Oscars.

Andre Alpar: Die Oscars also, wie die Show, die die Preise vergibt?

John Shehata: Ja.

Andre Alpar: Okay, also wie ist das? Wie ist das Projekt?

John Shehata: Es läuft wirklich gut. In den letzten Jahren haben wir einiges verändert. Ich kann darüber jetzt noch nicht reden, dafür ist es zu früh, aber es zeigte Jahr für Jahr wirklich gute Ergebnisse. Einfache SEO Schritte, einfache SEO Optimierungen hier und da, über den Content mal anders nachdenken, und das hat sich wirklich ausgezahlt.

Andre Alpar: Das Thema ist auch sehr, sehr „social“. Am Abend des Events da muss es doch explodieren, das muss wie das „Über-Event Happening“ sein.

John Shehata: Absolut. Die „Social“-Sache macht einen tollen Job, wenn es um die Orcars geht. Ich bin kein Teil dieses Teams, aber sie nutzen absolut den Hype um das Thema.

Andre Alpar: Alles klar. Okay, also wie sieht deine tägliche Arbeit aus? Ich meine, reist du von einer Instanz zur nächsten? Oder bist du in irgendeinem Headquarter stationiert? Oder wie sieht das aus?

John Shehata: Ich arbeite von meiner Zentrale in New York City aus und ich reise gar nicht so viel. Aber gerade in der letzten Zeit reise ich regelmäßig nach Kalifornien, um mit anderen ABC-Ablegern zu arbeiten. ABC News gehört zu Disney, für die, die es nicht wissen, also reise ich nach Kalifornien. Die tägliche Arbeit bezieht sich mehr auf die Strategie, und dann habe ich mein Team darauf fokussiert, die Strategien umzusetzen, die Taktiken, die technischen Aspekte und auf die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, um Sachen umzusetzen.

Andre Alpar: Okay, hat William Sears eigentlich mit euch gearbeitet?

John Shehata: Ja.

Andre Alpar: Also habt ihr zusammengearbeitet?

John Shehata: ja.

Andre Alpar: Nur Audio, nicht Video?

John Shehata: Er ist ein toller Typ. Er arbeitet für Disney.

Andre Alpar: Wie sieht also dein typischer Alltag aus? Investierst du einen bestimmten Prozentsatz ins Reporting oder ins Training, oder darauf, wirklich den technischen Kram anzugehen oder geht es mehr darum, die Leute zu überzeugen, bei bestimmten Projekten zu übernehmen.

John Shehata: Sicher, also ich würde nicht sagen jeden Tag, aber ich würde sagen, das meiste was wir tun ist Unterricht, Training und die Idee verkaufen, dass SEO tatsächlich Ergebnisse aus verschiedenen Abteilungen liefert. Darum investieren Abteilungen Zeit und Ressourcen, SEO durchzuführen – und manchmal ist es gar nicht so einfach durchzuführen. Du arbeitest also mit Technik-Teams, du arbeitest mit redaktionellen Teams, du arbeitest mit C-Levels und du zeigst den Wert der SEO-Empfehlungen für alle diese Teams auf.
Weil du sie erfolgreich machen wirst. Du bekommst mehr Views für das Redaktions-Team, du kriegst mehr Umsatz für das Sales-Team, du bekommst die bessere Seiten Architektur und weniger Server-Probleme für jedes Team.
Auf diese Weise gewinnt jeder einen Vorteil und so machen wir es bei ABC News. Wir arbeiten viel mit dem Redaktions-Team, konzentrieren uns darauf, wohin die Tendenzen gehen, was die Leute suchen, wie sie es suchen. Wie schreibt man am besten für User, die Maschinen benutzen, um unseren Content zu finden. Daher optimieren wir niemals für Suchmaschinen, sondern wir optimieren für unsere User, die diese Suchmaschinen benutzen, um unseren Content zu finden. Wenn das Sinn macht.

Andre Alpar: Sehr elegant ausgedrückt. Mir gefällt auch die Idee, wie du so schön positiv erklärst, wem du hilfst und wie, wo es doch manchmal passieren kann, dass sie dich als zusätzliche Aufgabe ansehen, die sie erledigen müssen, auch wenn es nicht ihre eigentliche Arbeit ist. Wie bekommst du sie also dazu, ihre Ansicht dazu zu ändern?

John Shehata: Es ist wieder das, dass jeder erfolgreich darin sein will, was er tut, richtig? Daher geht es wieder zurück zu der ganzen Idee, dass wir nicht hier sind, um deinen Job zu übernehmen oder dir zu erzählen, wie du ihn zu tun hast, schließlich machst du ihn ja schon seit sehr langer Zeit. Ich bin nicht in der Position, einem Redakteur zu sagen, wie er schreiben soll. Sie können schreiben. Ich bin nicht in der Position einem Techniker zu sagen, wie er programmieren soll. Aber ich bin zur Unterstützung da und dazu, das Ganze auf das nächste Level zu bringen, damit sie eine viel größere Wirkung der Dinge sehen, die sie tun. Wenn wir also so an die Sache herangehen: nicht auf eine besitzergreifende Art, sondern mehr als helfende Hand, die zeigt, wie es besser für dich und die User funktionieren kann. Denn am Ende des Tages ist unser Ziel der Endverbraucher: Mehr Verkäufe, mehr Views, mehr Beachtung, ein besseres Branding für die Vermarktung, vielleicht ein geringeres Marketing-Budget, weil sie tausende von Dollars für diese Markenbezeichnungen ausgeben, für die das Unternehmen gar nicht so gut rankt und so weiter.
Wenn du auf diese Weise an die Sache herangehst und du unterrichtest und du informierst und du für ihre Fragen zur Verfügung stehst – meistens dauert das ein wenig, aber du erreichst einen Punkt an dem sie es sind, die zu dir kommen, um ihnen bei ihrem nächsten Projekt zu helfen, weil sie damit Erfolg haben wollen.

Andre Alpar: Okay, also würdest du denken, dass es eine Art in-house Setup ist, in das du dich gerade einarbeitest.

John Shehata: Ja.

Andre Alpar: Warst du auch mal auf der anderen Seite? Also auf der Agenturseite?

John Shehata: Yeah, ich komme von der dunklen Seite.

Andre Alpar: Entschuldige bitte, da liegst du falsch, es ist genau andersherum.

John Shehata: Ja, ich habe ein paar Jahre auf Agenturseite gearbeitet. Ich hatte das Glück in Fortune 500 Unternehmen zu arbeiten. Eine Agentur ist wie ein Boot-Camp in dem du dich in alles einarbeitest und mit sämtlichen Arten von Kunden zu tun hast, allen möglichen Arten von Anfragen, den guten und den schlechten. Und du musst Erwartungen erfüllen, und du musst Vorgaben organisieren und du musst ihre Vorgaben befolgen aber sie werden nicht umgesetzt, und du musst durch all diese Zyklen durch.
Ich würde also jedem SEO empfehlen, erst einmal in einer Agentur zu arbeiten, bevor er ins In-House wechselt, weil es dir eine völlig neue Perspektive auf die Dinge gibt. Eine Agentur ist also der Beste Einstieg für einen SEO.

Andre Alpar: Aber ich denke auch, dass Agenturarbeit oft auf Transaktionen oder diese Art von Geschäften ausgelegt ist, eher als in dem klassischen Verlagshaus in dem du bist. Also gibt es wahrscheinlich ein anderes Repertoire an Fähigkeiten, das du brauchen würdest, besonders in einem Verlagskontext, richtig?

John Shehata: Absolut richtig.

Andre Alpar: Also ist es technischer, würdest du sagen? Oder sogar kommunikativer? Oder wie würdest du den Unterschied beschreiben?

John Shehata: Ich würde erst einmal sagen, dass es von der Agentur abhängt. Manchmal hält sich eine Agentur daran, bestimmte Branchen zu bedienen, will sie sehr gut darin sind, wie zum Beispiel E-Commerce, weil sie das voll drauf haben.
Sehr wenige Agenturen arbeiten mit Medien-Unternehmen, obwohl dies die besten Unternehmen sind, um mit ihnen zu arbeiten, weil sie Content haben.

Andre Alpar: Sie haben all den Content und für gewöhnlich auch die Links.

John Shehata: Und alle Links.

Andre Alpar: Also brauchst du nur noch den Rest in Ordnung zu bringen und es geht ab durchs Dach.

John Shehata: Genau. Und du bist ein echter Superheld, weil du die Links hast…

Andre Alpar: Sehen die Leute dich schon so?

John Shehata: Manchmal.

Andre Alpar: Super, das ist gute Arbeit dann.

John Shehata: Weil du erwähnt hast, dass du all den Content hast, und dann lieben die Leute es, zu dieser Art von Seiten zu verlinken. Es ist keine E-Commerce Seite, wo du um einen Link kämpfst, richtig? Die Leute linken zu dir. Du brauchst deinen Technikkram, die Infrastruktur, richtig?

Andre Alpar: Fragen dich die Leute, ob du Dinge darlegen kannst, die verändert werden sollten? Fragen sie, wie viel Traffic wird uns das bringen? Auch wenn es nur ein Bug ist, der ausgemerzt werden muss? Einfach irgendetwas, das die Seite generell als Ganzes beeinflusst, nichts sehr spezifisches.

John Shehata: Die Leute werden immer zu dir kommen und sagen: „Okay, wir werden all diese Arbeit machen, wo liegt der Wert darin?“ Man kann nicht in jedem Fall einen Wert aufzeigen, wie du erwähnt hast.
Auf die bestimmten Sachen oder wenn du dich auf einen bestimmten Bereich einer Seite konzentrierst oder auf ein bestimmtes Set an Begriffen und so weiter, kannst du sagen, dass das die vertane Gelegenheit ist, das ist, was wir erreichen werden und das ist es, wie wir es in Dollar-Zeichen umrechnen.

Andre Alpar: Also beginnst du mit einer vertanen Gelegenheit?

9. John Shehata 2John Shehata: Yeah. Ich liebe vertane Gelegenheiten, weil SEO-Vertreter so deine Arbeit lesen können. Okay, wir versäumen diese zehn Begriffe, die zehn Millionen zusätzliche Page Views pro Monat ergeben und unsre CTR Conversion oder unsere Cornversion Rate ist vielleicht ein Prozent. Also, zehn Millionen, ein Prozent, so viel Geld werden wir machen. Aber du kannst es nicht für jedes Projekt in diese Begriffe fassen. Was aber passiert, wenn du mit diesen Projekten beginnst, denen ein Wert zugewiesen wurde, ist, dass sie dir vertrauen. Sie stellen dir dann nicht mehr jedes Mal die gleichen Fragen. Sobald du einmal ihr Vertrauen gewonnen hast, und nur dann, holst du mehr aus deinem SEO-Projekt heraus. „Canonical Tag“, versuche dem einen Wert zu geben. „Duplicate Content“, das ist ein riesiger Wert, aber du kannst ihn nicht in irgendeine bestimmte Nummer übertragen. Und manchmal ändert es sich mit den Algorithmen. Denn wir haben drei verschiedene Änderungsfaktoren hier: Du hast deine Seite, du hast deine Konkurrenz und du hast die Suchmaschinen. Wenn es nur um die Seite geht, wissen wir, dass wir „X“ tun müssen, um „Y“ zu erhalten. Aber die Suchmaschinen verändern ihre Algorithmen und unsere Kornkurrenten machen Werbung und SEO und all dieses Zeug. Du bekommst also nicht jedes Mal die Ergebnisse, die du dir erhofft hast.

Andre Alpar: Mir gefiel bei deinen Präsentationen besonders, als du gezeigt hast, dass es in dem Prozess, den du immer darlegst, zwei Schritte gibt: einer war „Quick Wins“ und der andere war „Big Wins“. Wenn wir das also darauf übertragen, was du gerade über berechenbare SEO-Maßnahmen gesagt hast, die getan werden müssen und SEO Themen, bei denen es schwer zu sagen ist, wie viel sie bringen werden, dann würdest du erst jene angehen, von denen du eine klare Zahl erhältst, um Trust zu bekommen. Und dann zu denen übergehen, bei denen man schwer argumentieren kann, warum sie funktionieren sollten.

John Shehata: Genau. Das funktioniert sowohl für In-House als auch für Agenturen. Wenn du deinem Klienten weißmachen kannst, dass deine Arbeit auch tatsächlich Resultate in kurzer Zeit bringt – denn niemand möchte gerne sechs Monate warten, um Ergebnisse zu sehen, lass uns ehrlich sein. Die Leute wollen so schnell wie möglich Ergebnisse sehen. Wenn du also an die „Quick Wins“ herangehst – „Hey, wir haben eine riesige Seite und all die Page Titles sind schlecht, können wir die irgendwie formatieren?“ – Also arbeiten wir an dem Format oder an der Formel.

Andre Alpar: Wie eine Template-Ebene also?

John Shehata: Eine Template-Ebene, genau. Können wir Canonical Tags machen? Können wir die Effizienz des Crawlings etwas erhöhen? Können wir etwas an den Inline Links arbeiten? Dinge, die auf einer Template-Ebene sind. Z.B. eine Seite wie, lass uns keine Seiten-Namen nennen, eine große Seite mit hunderten oder tausenden Produkten, dann weißt du, dass all diese Produkte ein Template teilen.

Andre Alpar: Sicher.

John Shehata: Wenn du dieses eine Template in Ordnung bringst, hast du vielleicht die halbe Seite beeinflusst. Und „zack“ du siehst die Ergebnisse sofort. Dann gewinnst du ihr Vertrauen, weil sie die Ergebnisse sehen konnten. Dann machst du dich an die schwierigeren, größeren Projekte und sie werden nicht mehr fragen, warum.

Andre Alpar: Arbeitet ABC viel mit Videos?

John Shehata: Absolut, ja.

Andre Alpar: Was meinst du – also ihr seid ein TV-Sender, also schätze ich, dass die Videos auf eurer Webseite gehostet werden, richtig?

John Shehata: Ja.

Andre Alpar: Und stellt ihr sie nicht auf YouTube?

John Shehata: Tatsächlich nutzen wir auch YouTube. Für uns ist YouTube wie Facebook. Also diese Meinung, dass der Content, den man besitzt auf deiner Seite zu sein hat – Ich glaube, dass diese Meinung unbedeutender wird, die Menschen immer weniger dafür kämpfen. Mehr und mehr Unternehmen betrachten Hulu, YouTube, Facebook und Twitter als Erweiterungen. Du möchtest die Community erreichen, wo auch immer sie sich befindet. Der alte Gedanke, dass du eine Community immer zurück auf die Website leiten musst, bedeutet heut nicht mehr so viel. Weil die Conversion auch bei Twitter passieren kann, die Conversion kann bei Facebook passieren und sie kann bei YouTube passieren. Woraus auch immer die Conversion besteht, ob es Verkauf ist, eine Marke, Gelegenheit und so weiter, also sind wir natürlich an all diesen verschiedenen Orten zu finden.

Andre Alpar: Wie also konkurriert ihr mit YouTube, das ja zu Google gehört? Verstehst du, wenn du siehst, wie deine Videos versuchen für dieselben Begriffe zu ranken wie YouTube Videos. Du bist da doch immer auf der schwächeren Seite, glaube ich.

John Shehata: Es gibt da zwei Betrachtungsweisen: Du kannst es als Konkurrenz ansehen oder es als etwas betrachten, das die SERPs mehr beherrscht.

Andre Alpar: Also hoffst du, dass dein Video sowohl bei YouTube als auch auf deiner Seite gepostet wird.

John Shehata: Genau. Also brauchst du eine gute Strategie, wie dein Video und das YouTube Video gleichzeitig ranken.

Andre Alpar: Gib YouTube also eine Kurzversion und lasse die Vollversion immer auf deiner Webseite?

John Shehata: Ja. Oder du legst dich hier auf bestimmte Begriffe fest und da auf andere Long-Tail-Terms. Oder vielleicht für andere Unternehmen, die es nicht interessiert, wo das Video ist. Andere Unternehmen haben das Video schon bei YouTube, nimm es, um es einzubetten, stelle es auf ihre Seite, füge einige Videos hinzu, oder Abschriften, und dann funktioniert beides. Denn YouTube ist selbst eine Suchmaschine, die Leute suchen darin. Und sobald du die Videos und die Abschriften hast, was wunderbar für Google ist, macht SEOmass eine Menge guter Sachen, indem es diese Art der Herangehensweise nutzt.

Andre Alpar: Okay, Eine andere Sache, über die ich dich sprechen gehört habe war, dass du auch Erfahrungen in einer anderen Sprache als Englisch gemacht hast. Wie ist das mit SEO in den USA vergleichbar?

John Shehata: Ich glaube, dass es eine gute Testwiese für bestimmte Taktiken ist. Manchmal funktioniert das. Wir sprachen darüber, wie bestimmte Sachen in Europa funktionieren oder in den USA funktionieren, nicht aber in Europa und so weiter. Also nutze ich es als Testwiese. Manchmal finde ich es interessant zu sehen, wie lange eine Taktik, mit der in den USA schon nicht mehr gearbeitet wird, braucht, bis sie auch in anderen Ländern nicht mehr genutzt wird. Für mich ist es also eher eine Testwiese.

Andre Alpar: Okay, und es erweitert den Horizont der Möglichkeiten. Nur weil es an einem Punkt nicht möglich ist, kann es aber woanders andersherum sein.

John Shehata: Genau. Wir meinen, dass der Google-Algorithmus für alles gleich ist, aber er ist es nicht wirklich. Denn es hängt vom Umfang des Contents ab, der Qualität des Contents und vielen anderen Faktoren. Wie leicht der Content gecrawlt wird und die Seitengeschwindigkeit.

Andre Alpar: Auch die Komplexität der Sprachen, richtig?

John Shehata: Absolut. Denn wenn du an ein englisches Wort mit allen seinen Alternativen denkst und an andere Sprachen mit ihrem Alternativen – Ein Wort kann hier drei Alternativen haben und in einer anderen Sprache vielleicht zehn. Oder wenn du an die Anzahl an Buchstaben in einem Wort denkst, wenn du z.B. an AdWords denkst, wenn du an asiatische Sprachen denkst, Chinesisch und so, dann ist das ein ganz anderes Spiel.

Andre Alpar: Du kannst ein Buch auf Twitter schreiben.

John Shehata: Genau.

Andre Alpar: In einem Tweet.

John Shehata: Ja, sogar wenn du die Anzahl an Buchstaben zählst, ich glaube im Chinesischen ist das so. Bei Twitter ist das fast ein ganzer Paragraph.

Andre Alpar: Also können sie sehr viel mehr sagen als wir. Wir fühlen uns immer ein bisschen begrenzt.

John Shehata: Ja, richtig.

Andre Alpar: Wie arbeitet ihr Jungs in den verschiedenen Abteilungen bei ABC zusammen? Gibt es in jeder Abteilung jemanden, der sozusagen der Sparringpartner für deine SEO-Bemühungen ist? Gibt es einen SEO-Chef in jeder Abteilung?

John Shehata: Du meinst Abteilungen wie Einheiten oder die Abteilungen aller ABC-Zweigstellen?

Andre Alpar: Die Zweigstellen von ABC.

John Shehata: Ja, jede Zweigstelle hat seine eigene für SEO zuständige Person. Wir nennen ihn den SEO-Botschafter.

Andre Alpar: Stattet er Euch persönlich Bericht ab oder ist er in die Abteilungsstruktur eingebunden?

John Shehata: Eher in die Abteilungsstruktur, aber sie arbeiten eng mit uns zusammen. Und ich glaube, dass dies die beste Herangehensweise ist, sogar für das Social Media, weil die am nächsten an dem Content dran sind, den diese Abteilung produziert – im Vergleich zu einer zentral organisierten Gruppe, die Social Media und SEO für viele unterschiedliche Abteilungen kontrolliert. Je näher sie am Inhalt dran sind. Und wenn du dann eine Art Arbeitsbeziehung mit ihnen haben kannst: Du stellst ihnen Ratschläge zur Verfügung, du stellst ihnen Reports zur Verfügung – Reports sind ein wunderbares Werkzeug, um mit anderen Abteilungen zusammenzuarbeiten – und so weiter. Für gewöhnlich entsteht daraus eine sehr erfolgreiche Beziehung.

Andre Alpar: Wie funktioniert das also bei ABC? Trefft ihr euch so einmal die Woche oder einmal im Monat mit allen oder sind es eher einzelne Meetings?

John Shehata: Es gibt da unterschiedlich strukturierte Treffen in den unterschiedliche Abteilungen. Nicht überall passt die gleiche Herangehensweise.

Andre Alpar: Würdest du ein Beispiel nennen, damit man es besser versteht?

John Shehata: Was ich meine ist, dass wir uns in bestimmten Zweigstellen alle zwei Wochen treffen, in anderen Zweigstellen brauchen sie das nicht, also treffen wir uns einmal im Monat, wieder andere wollen wöchentliche Meetings. Es schwankt also abhängig vom Umfang des Contents und Art des Contents und so weiter.

Andre Alpar: Und der Komplexität der Probleme, die sie haben. Seit wann und auf welchem Level sie SEO machen.

John Shehata: Yeah, und es hängt davon ab. Bestimmte Unternehmen haben möglicherweise die gleiche Technik-Plattform in allen ihren Zweigstellen. Andere Unternehmen haben vielleicht in jeder Zweigstelle eine andere. Daher ist das Komplexitätsniveau von einem Unternehmen zum anderen unterschiedlich.

Andre Alpar: Eine letzte Frage: Wie verbesserst du dich persönlich im SEO? Was tust du, um dein Wissen zu erweitern?

John Shehata: Ich glaube, dass lesen das wichtigste ist. Lesen, dann testen und dann anwenden, was du gelesen hast.

Andre Alpar: Lesen, sowas wie Blogs und Foren?

John Shehata: Ja, ich meine, man sollte immer einen Kreis von Leuten haben, denen man vertraut. Nicht jeder einzelne Ratschlag da draußen ist richtig. Und du musst vorsichtig sein, welchen Rat du befolgst. Z.B. empfehle ich Leuten Blogs wie SEOmoz oder SEObook, Search Engine Land, Search Engine Watch. Das sind wirklich die vertrauenswürdigsten Seiten mit vielen Informationen. Dann kannst du zu speziellen Abo-Basierten schauen. SEObook hat viel gutes Material und ein sehr starkes Forum da draußen. Und dann solltest du immer deine eigenen Seiten haben, mit denen du testest. Denn mit der Seite deines Klienten oder mit der Seite deiner Firma zu testen, ist nicht die richtige Herangehensweise, weil du da sehr vorsichtig mit sein musst.

Andre Alpar: Glaubst du, dass die Seiten mit denen du testest der Firma gehören sollten oder dir? Dir persönlich?

John Shehata: Ja.

Andre Alpar: Auch, wenn die Tests, die du machst für ABC sind? Es wäre doch auch sinnvoll, wenn ABC dir dafür eine Testwiese zur Verfügung stellen würde, oder?

John Shehata: Das hängt von den einzelnen Unternehmen ab. Du musst bedenken, je größer das Unternehmen, umso größer die Rechtsabteilung, umso größer die Auflagen, richtig? Wenn du also mit deinem eigenen Zeug testest, kannst du erst einmal messen, ob es das wert ist oder nicht. Wir wollen keine zwei h1 auf der Website oder es muss auf der Webpage eine h1 sein. Du änderst das und dann wartest du und misst den Unterschied. Wir haben das gemacht und es dann mit Millionen von Seiten multipliziert, hat es einen Unterschied gemacht oder nicht? Es ist eine gute Testwiese, es ist ein gutes Werkzeug zum Programmieren. Ich ermutige jeden dazu, sich ein gewisses technisches Verständnis anzueignen. Du musst nicht selbst programmieren, aber du solltest verstehen, was der Code bedeutet. Also schaust du den Code an und verstehst, dass es sich um die Head Section handelt – dies sind die Tags, diese Tags sind wichtig. Diese Art von Basiselementen ist extrem wichtig.

Andre Alpar: Zeigst du den Leuten denn manchmal das Zeug von deinen Tests, um zu argumentieren, dass etwas getan werden muss auf den großen neuen Websites?

John Shehata: Das hängt von dem Test ab, richtig? Manche Tests willst du nicht teilen.

Andre Alpar: Klar.

John Shehata: Aber klar, es hilft. Aber es geht auch wieder zurück auf das Vertrauen. Wenn die Leute verstehen, dass du weißt, was du tust und du vorher bewiesen hast, dass du wirklich Werte lieferst und die Ergebnisse das zeigen und die Zahlen da sind, werden sie sich mehr und mehr zu deine Ideen bereit erklären und sie testen.

Andre Alpar: Auch wenn sie keinen Beweis haben und sie nicht wissen, wie viel es bringen wird?

John Shehata: Ja.

Andre Alpar: Weil sie aus der Vergangenheit wissen, dass du ihnen bisher immer geholfen hast.

John Shehata: Genau. Und wieder hängt es von den Prioritäten des Unternehmens ab. Eines der Dinge, die ich in der heutigen Sitzung erwähnt habe ist: „Wenn du erfolgreich darin bist, deine Projekte mit denen des Unternehmens in Einklang zu bringen, dann kriegst du deine Projekte auch unter.“ Also hast du deine eigene Liste: Du weißt, dass Projekt Eins wichtiger ist als Projekt Drei. Aber du weißt auch, dass das Unternehmen gerade an einem Projekt arbeitet, das sich auf Projekt Drei bezieht. Dann gehe Projekt Drei an, weil sie gerade damit beschäftigt sind. Und sie werden nicht sämtliche Prioritäten des Unternehmens umwerfen, nur um mit deinen Prioritäten auf einen Nenner zu kommen. Du musst also flexibel sein.

Andre Alpar: Sehr geschickte Herangehensweise. Vielen Dank für deine Zeit.

John Shehata: Gern geschehen, vielen lieben Dank. Danke Andre.

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Bisher in dieser Interview-Reihe erschienen:

  1. Simon Heseltine (AOL)
  2. Chris Boggs (SEMPO)
  3. Adam Audette (RKG)
  4. Matt Bailey (SiteLogic)
  5. Bas van den Beld (State of Search)
  6. Jim Boykin (Internet Marketing Ninjas)
  7. Bill Hunt (Back Azimuth Consulting)
  8. Eric Enge (Stone Temple Consulting)

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