Ade Oshineye

Für den OMReport hat Andre dieses Mal Ade Oshineye von Google interviewt. Ade ist Developer Advocate im Google+ Developer Relations Team in London. In der Regel arbeitet er mit einer Menge von Protokollen, Standards und Programmierschnittstellen und hilft so, das Social Web zu versorgen und anzutreiben. Als Co-Autor war er an der Veröffentlichung des Buchs „Apprenticeship Patterns: Guidance for the aspiring software craftsman” beteiligt. Außerdem ist Ade Teil des Teams hinter developerexperience.org und versucht dort herauszufinden, wie die Techniken der professionellen User Experience erfolgreich auf Produkte und Tools der Entwickler übertragen werden können.

Andre Alpar: Hi Ade, schön, dass du hier bei uns sein kannst.

Ade Oshineye: Es ist schön hier zu sein!

Andre Alpar: Ich kann deinen Nachnamen nicht aussprechen, deswegen würde ich dich bitten, dass du ihn uns sagst.

Ade Oshineye: Also, es ist O-shi-neye.

Andre Alpar: Das klingt großartig. Ich werde nicht versuchen, das zu wiederholen.
Also, du bist von Google. Was ist deine Rolle bei Google. Wie kannst du erklären, was du machst – abgesehen davon, dass du die ganze Zeit auf der Konferenz Fotos machst.

Ade Oshineye: Ich arbeite für GooglePlus. Ich bin ein Developer Advocate. Das heißt, ich erklären, wie Leute, besonders Entwickler, GooglePlus benutzen können, um ihre Produkte besser zu machen, wie sie unsere Plattform benutzen können, um ihre Produkte für ihre Benutzer zu verbessern.

Andre Alpar: Wenn du Entwickler sagst, meinst du nicht die Entwickler von Google, sondern externe Entwickler?

Ade Oshineye: Genau.

Andre Alpar: Also zum Beispiel, da gibt es eine Funktion innerhalb von GooglePlus und du erklärst sie ihnen dann und sie können sich dann überlegen, ob es für sie Sinn macht es in ihre Produkt zu integrieren oder nicht.

Du hast mir eben diese großartige Funktion mit Auto-Backup gezeigt, wo ihr Jungs versucht herauszufinden, wie ihr ein animiertes GIF aus einer Reihe von Fotos machen könnt, die jemand geschossen hat, oder wo ihr versucht die Highlights aus einer großen Fotosammlung herauszupicken – wie passt das zu deinem Job? Ist das ein Teil von dem, was du den Leuten erklärst, was GooglePlus kann? Wie passt das zusammen?

Ade Oshineye: Ein Teil ist es die Version hinter GooglePlus zu verstehen – Da ist das Produkt für den Konsumenten und der Wille die Nutzererfahrung besonders gut zu machen. Das macht die Plattform so wertvoll für Entwickler. Die Plattform ist so wertvoll wegen der Funktionen, die sie hat, und für die Nutzer wegen dem Nutzen, den sie bietet. Ein Teil meines Job ist es deswegen zu verstehen, was so großartig an unseren Produkten ist, damit, wenn Leute die Plattform benutzen, sie sie auf eine Art und Weise benutzen, die Sinn macht für die Benutzer ihrer Produkte.

Also, als Beispiel, GooglePlus ist sehr stark fokussiert auf Fotografie. Und Fotografen waren eine der ersten Gruppen, die es geradezu adoptiert haben. Das Interessante ist, wenn die Fotografen einmal das Produkt angenommen haben und begonnen haben Fotos zu teilen, dann wollen sie auch, dass die Apps, die Werkzeuge, die sie benutzen, die Plattform benutzen. Denn wenn ich etwas von meiner Fotoapp teile, dann werde ich es auch auf GooglePlus teilen. Wenn ich ein richtiger Musikfan bin – und Musik ist wieder etwas, dass Leute auf GooglePlus angenommen haben – wenn ich auf SoundCloud bin und Remixe erstelle, wenn ich einen Podcast auf SoundCloud mache, dann will ich es in meinem Stream teilen. Ich will es in meinem GooglePlus-Stream haben von der iOS-App, von der Android-App – was ich mit SoundCloud machen kann. Daran habe ich mit Ihnen gearbeitet,

Deswegen… Du machst erst etwas mit der Plattform, weil die User eines Produkts die Integration verlangen, oder weil sie das Gefühl haben, die Integration hat für sie einen Wert.

Andre Alpar: Dann ist es so: die Aktivitäten, die ich mache, egal wo, die wollt ihr auf die Plattform bringen. Oder anders: Alles, was mich fasziniert, soll ein zweites Leben auf der Plattform haben.

Ade Oshineye: Genau.

Andre Alpar: Und wie passt das zusammen mit all dem, was Google für mich macht? Für mich ist GooglePlus – ich komme aus einer Suchmarketer-Perspektive – also für mich ist GooglePlus der Ort an dem Google Daten über Personen aggregiert, damit ihr das machen könnt, mit dem ihr Geld verdient, also Werbeanzeigen positionieren. Denn wenn ihr mehr über mich lernt, weil ich GooglePlus benutze, dann lernt ihr etwas darüber, was mich fasziniert, ihr könnt die automatischen Tags sehen, durch die ihr wisst, welche Themen mich interessieren, über die ich rede, auf die ich antworte, weil sie schon auf meine Bedürfnisse zurechtgeschnitten sind. Das ist, aus einer Suchmarketer Perspektive, das Interessante an GooglePlus. Aber dann, worüber du geredet hast… das unterscheidet sich davon völlig. Wie passt das also zusammen?

Ade Oshineye: Ich weiß, was du meinst. Ich denke, da musst du ganz vorne anfangen. Googles Mission ist es die Informationen der Welt zu organisieren. Das sind nicht nur Websites. Das sind auch Fotos, die du machst. Die Tatsache, dass ich alle paar Monate ein paar Tausend Fotos machen, das ist toll. Aber wenn ich dieses eine Foto von diesen Bäumen in Berlin suche – Ich kann es nicht finden. Das ist die Art von Problemen, die Google lösen soll. Und mit GooglePlus und der semantischen Suchmaschinentechnologie, die wir haben, kann ich ein Foto machen und dann, sechs Monate später, sagen: “Zeig mir Fotos von Sonnenaufgängen in Berlin” oder “Herbst in Berlin” und das Fotos, dass ich im Kopf hatte, wird mir angezeigt. Das ist sehr mächtig und wertvoll.

GooglePlus kommt ins Spiel, wenn man alle Dinge zusammen nimmt, die Google bereits tut und macht sie dadurch besser, dass wir Dinge wie deinen Social Graph einbauen, indem wir dich deine Lieblingsorte mit Leuten teilen lassen oder Reviews, oder, wenn du ein Foto gemacht hast und wenn du es dann wiedergefunden hast und es mit Leuten teilst. Oder Dinge, wie etwa dir zu ermöglichen… Wenn ich ein Review schreibe und es ist super und, sagen wir, ich bin berühmt und ich schreibe ein Review über dieses Restaurant und darüber, wie großartig es ist – als das Restaurant, als Betreiber der Website des Restaurants, dann will ich diese Empfehlung von einer berühmten Persönlichkeit nehmen und auf meine Website einbauen. Was du mit GooglePlus machen kannst. Oder die Möglichkeit eine Konversation über ein bestimmtes Stück Content zu nehmen, vielleicht ein Video, und GooglePlus dafür zu benutzen um mehr hochwertige Kommentare auf YouTube zu erhalten. Und diese dann vielleicht auf deine Webseite einzubauen. Da sind also all diese Orte, an denen du Google benutzt und wir denken, GooglePlus macht sie besser. Das beinhaltet die Nutzererfahrung für User, für Publisher, für Entwickler, für Advertiser.

Andre Alpar: Was denkst du, wie ist die Entwicklung von GooglePlus? Wie unterscheidet es sich, wenn du mit Entwicklern redest oder mit Marketern? Denn hier sind offensichtlich nur Marketing Leute. Sind das zwei unterschiedliche Interessengruppen? Was sind die Überschneidungspunkte und wie unterscheiden sie sich?

Ade Oshineye: Ich denke, wir sollten wiederum zurück zur Geschichte gehen. Eine der Tatsachen, die Google von all den anderen Suchmaschinen, die es gab, unterschieden hat, war, dass Google die erste war, die gute Arbeit dabei geleistet hat, die Interessen zwischen den Personen, die etwas gesucht haben, den Personen, die Anzeigen gekauft haben und der Suchmaschine auszubalancieren. Denn, wenn das Top-Ergebnis ausschließlich käuflich gewesen wäre, aber nicht relevant, dann würdest du als Suchender hier nicht wieder suchen. Du als Advertiser würdest hier nicht mehr werben, denn der Nutzer hatte beim Click Through keine gute Nutzererfahrung. Und was wir mit den Auktionen rund um die Adverts gemacht haben, haben wir aus dem Grund gemacht, um das beste Advert für die Person zu finden, die gerade etwas sucht. Also, wenn ich nach “Ipod-Reparaturen in East London” suche und das erste Advert ist von jemandem, der iPod-Reparaturen in East London durchführt, dann “klicke ich mich durch” und bin sehr glücklich. Und dann werde ich wiederkommen. Das ist es, was wir immer gemacht haben. Und wenn wir jetzt zur GooglePlus-Plattform kommen, dann wollen Marketers Kampagnen mit einem messbaren Return of Investment. Eine der Dinge, die wir mit GooglePlus versuchen zu machen, ist es euch Metriken, Analysen und Werkzeuge an die Hand zu geben, die das erreichen.

Andre Alpar: Aber, ich meine, man kann ein bisschen was in Google Analytics sehen, aber es fühlt sich doch eher wie ein Anfang an.

Ade Oshineye: Wir haben damit wirklich gerade erst angefangen. Es stehen jetzt eine Menge Daten in Analytics zur Verfügung. Es gibt Werkzeuge, die zugänglich sind, wie die GooglePlus Insights für lokale Seiten. Deswegen habe ich mich in meinem Talk sehr stark darauf fokussiert, was passiert, wenn du ein lokales Restaurant bist.

Andre Alpar: Brauchst du eigentlich wirklich noch eine Website? Oder reicht es eine GooglePlus-Seite zu haben und mit deiner URL direkt auf deine GooglePlus-Seite zu verweisen?

Ade Oshineye: Ich bin ein großer Verfechter davon, seine eigene Website zu besitzen. Aber zusammen mit Social, um sie anzureichern und zu verbessern. Wenn du ein Restaurant bist und das ist deine Website und deine Website ist vielleicht sehr ausgefeilt, aber ein User will nur deine Telefonnummer, dann wird er bei Google danach suchen. Die GooglePlus-Seite deiner Website oder das Knowledge Panel auf der rechten Seite, in dem deine Telefonnummer steht, sind beides großartige Suchergebnisse. Der User geht vielleicht nicht auf deine Website, weil deine Telefonnummer schon da ist, aber er kann dich anrufen und einen Tisch reservieren. Das ist großartig. Wenn sie dann in dein Geschäft oder dein Restaurant kommen, dann holen sie ihr Handy heraus und Google zeigt ihnen jetzt eine Karte mit deinem Restaurant und sie können darauf klicken und kommen dann zu Maps…

Andre Alpar: Ich kann eine Karte in das Handy stecken? Im Restaurant?

Ade Oshineye: Also, was sie machen können, wenn sie nach dir suchen, und sie finden deine lokale GooglePlus Seite, das ist eher wie die gegenwärtigen Google Services. Und dann: “Oh ja, das war es, wo ich hingehen wollte”. Das ist diese Art von Interaktion, bei der die Website zu deiner lokalen GooglePlus Seite verlinkt, die mit deinem YouTube Channel verbunden ist, welcher zeigt, wie dein Restaurant ist und damit eine viel dichtere Nutzererfahrung generiert, als deine Website.

Andre Alpar: Ich frage mich, ob ich… Ich meine, wenn ich ein Restaurantbetreiber bin und ich weiß, dass Leute an meinem indischen Restaurant genau in der Mitte von Berlin interessiert sind. Wenn sie dann meine Website besuchen, dann setze ich einen Remarketing Pixel und versuche alle zwei Tage daran zu erinnern: “Du kannst hier wieder zu Mittag essen”. Aber wenn sie meine GooglePlus Seite besuchen, kann ich keine Remarketing Kampagne starten. Habt ihr daran gedacht?

Ade Oshineye: Hast du daran gedacht, warum du Remarketing betreibst und wie du dein Remarketing für den User nützlich machst? Du betreibst Remarketing, weil du sie mit dir verbunden halten willst. Du willst, dass sie sich bewusst sind, was du machst.

Andre Alpar: Oder sie einfach nur erinnern: “Weißt du noch, du warst hier. Du mochtest es sehr. Komm wieder.”

Ade Oshineye: Aber wenn du das alle zwei Tage machst, dann wird es nervig. Und in dem Moment hast du das Urteil über deine Marke umgedreht. Aber, wenn du eine lokale GooglePlus-Seite geclaimt hast, kannst du interessanten Content veröffentlichen. Also vielleicht sind sie brennend an Indien interessiert, an der Geschichte von Indien, aber sie wollen nicht alle zwei Tage an dein Restaurant erinnert werden. Aber wenn du vielleicht alle paar Tage ein Rezept veröffentlichst oder du veröffentlichst ein Foto von deiner Sorte Essen oder du veröffentlichst ein Video…

Andre Alpar: Ich könnte das auch via Remarketing pushen…

Ade Oshineye: Du pusht das, aber es ist nervig und sie werden sich nicht darauf einlassen. Aber wenn sie deiner Seite folgen, weil sie sich mit deiner Marke identifizieren, und du veröffentlichst alle paar Tage etwas Interessantes und Relevantes und Teilenswertes – Großartig! Es ist geclaimed, die Rechte sind geklärt. Die coolen Kids nennen das “Permission Marketing”. Die Idee ist, dass du Content an die User gibst, den die Nutzer wollen. Du erinnerst sie daran, dass du existierst und gleichzeitig bist du wertvoll und gehst respektvoll mit ihrer Aufmerksamkeit um.

Andre Alpar: Aber du würdest das Rezept nicht auf deiner Website veröffentlichen und dann auf GooglePlus sagen: “Hey, wir haben ein neues Rezept online! Besuch‘ unsere Website, wenn du mehr wissen willst.”

Ade Oshineye: Oder du veröffentlichst ein Foto von dem Rezept. Das zu deiner Website verlinkt. Und sie sehen das.

Andre Alpar: Und dann hofft man, dass die Leute sich darauf einlassen.

Ade Oshineye: Du willst, dass sich die Leute darauf einlassen. Denn wenn dies es tun, gibt es eine stärkere Verbindung. Die Person, die sich darauf einlässt, sieht deine Nachrichten nicht als Spam oder Marketing, sondern als wertvolle Information von einer wertvollen Marke.

Andre Alpar: Seht ihr, dass das wirklich passiert über den typischen lokalen Google Eingang. Denn die durchschnittlichen Restaurants sind nicht super agil im Internet. Es ist nicht so, dass sie sich als Digital Natives fühlen.

Ade Oshineye: Das ist genau der Grund, warum es für sie nützlicher sein wird. Denn für sie ist es eine schwere Aufgabe ihre Website zu bearbeiten. Das Problem, wirklich etwas in HMTL zu schreiben oder jemanden dafür zu bezahlen, dass er etwas in HTML für sie schreibt, ist ein Grund, warum es so selten passiert. Dagegen ist das Eintippen von “Hey, wir sind gerade aus dem Urlaub zurück und wir haben dieses neue Rezept, dass wir im Urlaub gelernt haben!” – das ist eine Arbeit von fünf Minuten. Dein Smartphone aus der Tasche zu holen, ein Bild vom Rezept zu machen… fünf Minuten Arbeit. 15 Minuten, du hast gerade etwas Content veröffentlicht – wenn du ein lokales Restaurant hast, du hast 200 Follower, die alle in der Gegend leben und dein Geschäft war während der Ferien geschlossen, du kommst zurück, du hast ein neues Rezept… Wenn mein lokales Restaurant sagt: “Wir haben dieses neue Rezept für Tiramisu, weil wir gerade aus Italien zurückgekommen sind”, dann werde ich vorbeikommen.

Andre Alpar: Das hört sich richtig an. Das hört sich verlockend an.

Was würdest du vorschlagen, oder – Ich bin nicht sicher, ob das eine zulässige Frage ist, aber wenn Leute eine Facebook-Seite und eine GooglePlus-Seite geclaimt haben, sollten sie auf beiden denselben Content veröffentlichen? Denn einige Leute könnten Facebook anstatt GooglePlus benutzen. Sollte ich also versuchen, dieselben Inhalte zu veröffentlichen oder sollte ich verschiedene Inhalte probieren? Was meinst du dazu? Sind die User der beiden Plattformen völlig unterschiedlich?

Ade Oshineye: Unser Erfahrung zeigt, dass sie unterschiedlich sind. Die meisten Leute beginnen damit, an beiden Orten denselben Content zu veröffentlichen, weil es einfach ist. Mit der Zeit beginnen sich die Arten von Engagement, die sie erhalten, zu unterscheiden. Die Arten der Posts auf die sie Reaktionen auf GooglePlus bekommen, unterscheiden sich stark von den Sachen mit denen Sie auf Facebook Reaktionen erhalten. Auf Plus, zum Beispiel, klappt es sehr gut, wenn es etwas visuelles ist. Wir bieten eine erstklassige visuelle Nutzererfahrung, wir haben eine Menge großartiger Fotografen, die das Produkt benutzen. Auf deiner GooglePlus Seite wirst du Leute sehen, die dein Restaurant oder dein Geschäft besucht haben, die die Fotos hochgeladen haben, die sie gemacht haben. Sie werden in Maps angezeigt, du kannst sie durch Search entdecken. Dieser Content – wenn du das Knowledge Panel ausgegeben bekommst, dann zeigt es deine letzten Nachrichten an. Wenn also die Dinge, die du veröffentlichst, relevant sind und dazu einladen, sich zu beteiligen und du sagst: “Hey, wir geben diese Woche Rabatt auf diese Sache!” oder “Hey, unser Küchenchef hat in diesem Moment geheiratet!”, dann heißt das, dass die Leute zu deinem Geschäft kommen werden, weil sie dich durch Search gefunden haben, weil sie auf deine kürzlich veröffentlichten Nachrichten geklickt haben, dass dein Küchenchef geheiratet hat und sagen: “Hey, herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit!”

Andre Alpar: Wie wird das alles mit den Google Knowledge-Graph-Einblendungen zusammenspielen, wenn GooglePlus-Seiten dafür zugelassen sind und die Suchkriterien treffen? Denn gerade bei Restaurants, die du gerne als Beispiel nimmst, da gibt es viele… also, zum Beispiel kenne ich einige italienische Restaurants in Berlin, deren Name verwirrend ähnlich sind. Wie würdet ihr das versuchen herauszubekommen? Oder würdet ihr den Google-Knowledge-Graph dann lieber nicht anzeigen oder zeigt ihr Verschiedene an und die Leute müssen sich ihren herauspicken, wie bei den Suchergebnissen?

Ade Oshineye: Wenn es fünf Restaurants gibt mit dem Namen…

Andre Alpar: Milano

Ade Oshineye: … Milano zum Beispiel, und ich war in Zweien und du in Einem. Die, die ich besucht habe, sind wahrscheinlich wichtiger für mich. Die, die du besuchst hast, sind, wenn wir über GooglePlus verbunden sind, wahrscheinlich auch wichtig für mich. Wenn ich in einem Restaurant war, ich hab in einem Restaurant eingecheckt, ich habe Fotos hochgeladen und ich bin Follower des Restaurants…

Andre Alpar: Das ist sehr, sehr offensichtlich.

Ade Oshineye: Es muss nicht das berühmteste sein, es muss nicht das bekannteste sein, es muss noch nicht einmal dasjenige sein, das in diesem Moment am nächsten zu mir ist, aber es ist dasjenige, zu dem ich will. Jedes Mal, wenn ich nach Berlin komme, und ich suche nach Restaurants, dann taucht “La Parrilla” auf – Das ist ein sehr nettes argentinisches Steak Restaurant. Ich war dort mehrere Male, ich habe dort viele Bilder hochgeladen…

Andre Alpar: Darf ich dir ein anderes Steak Restaurant für deinen nächsten Besuch vorschlagen?

Ade Oshineye: Ich sollte dazu sagen, dass “La Parrilla” für mich auch deshalb wichtig ist, weil, als wird das erste Mal dort waren, war ein Freund dabei, der kurz danach gestorben ist. Es hat also auch einen sentimentalen Wert. Und diese Verbindung bedeutet, dass ich zurück kommen möchte. Es ist für mich…

Andre Alpar: Es ist ein Ort der Erinnerung.

Ade Oshineye: Genau. Es mag andere geben, es mag bessere geben, aber ich habe die Verbindung zu ihnen nicht, Ich folge Ihnen nicht auf GooglePlus.

Andre Alpar: Dann ist es mehr ein Werkzeug, um sich zu erinnern, als ein Werkzeug, um etwas zu entdecken, wenn du das so beschreibst. Aber du kannst nicht beides gleichzeitig machen.

Ade Oshineye: Tatsächlich können wir das. Eine der Sachen, die wir bei Google Search besonders gut können, ist Vielfältigkeit – verschiedene Arten von Suchergebnissen zur selben Zeit anzuzeigen und nicht nur Links zusammenzufassen, sondern sie vernünftig aufzuteilen. Du kannst also sagen, hier zeigen wir dir ein Restaurant, weil du schon einmal da warst. Hier zeigen wir dir ein Restaurant, weil es ähnlich zu anderen ist, bei denen du schon mal warst. Hier zeigen wir dir ein Restaurant, weil Leute mit ähnlichen Vorlieben dieses Restaurant mögen. Und hier zeigen wir dir ein Restaurant, weil es neu ist. Wir können all das in den Suchergebnissen darstellen.

Andre Alpar: Und dann mischt ihr es und probiert aus, was passiert und was am besten für die Gruppe funktioniert.

Ade Oshineye: Und dann natürlich, wenn du suchst, zeigen wir dir ein Restaurant, dass bewertet wurde von einem deiner Fans oder von einer berühmten Person, der…

Andre Alpar: Der ich folge?

Ade Oshineye: Genau. Plötzlich macht es die Suchergebnisse besser. Und wenn du nichts davon magst, ist das okay, denn es sind nur Vorschläge. Die Idee ist, dass Google ein Assistent ist. Es ist differenziell. Man kann es beschreiben als: “Hier sind einige Dinge, die hilfreich sein könnten.”

Andre Alpar: Und dann wählt man aus.

Ade Oshineye: Genau.

Andre Alpar: Vielen herzlichen Dank für deine Zeit und deinen Besuch hier in Berlin.

Ade Oshineye: Und ich werde hoffentlich an animiertes GIF von dir haben, dass ich dir später zeigen kann.

Andre Alpar: Und ich bin sehr neugierig zu sehen, ob es funktioniert!

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Bisher in dieser Interview-Reihe erschienen:

  1. Simon Heseltine (AOL)
  2. Chris Boggs (SEMPO)
  3. Adam Audette (RKG)
  4. Matt Bailey (SiteLogic)
  5. Bas van den Beld (State of Search)
  6. Jim Boykin (Internet Marketing Ninjas)
  7. Bill Hunt (Back Azimuth Consulting)
  8. Eric Enge (Stone Temple Consulting)
  9. John Shehata (ABC News)
  10. Ekaterina Walter (Branderati)

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