Rhea Drysdale

Rhea Drysdale ist CEO von Outspoken Media, einer Internet Marketing Agentur, die sich auf organische Linkentwicklung, Online Reputation Management und Suchmaschinenoptimierung spezialisiert hat. Rhea kann auf zehn Jahre Erfahrung On-Page Optimierung, Online Reputation Management and Social Media Management zurückblicken. Als Referentin ist sie bereits auf der Pubcon, Search Marketing Expo, MozCon, SearchLove und Search Engine Strategies gesprochen.

Andre Alpar: So, der heutige OMReport ist mit Rhea, Rhea kannst du dich bitte vorstellen. Habe ich deinen Namen richtig ausgesprochen? Oder Ray-a? Rhea?

Rhea Drysdale: Ja. Genau. Es ist Rhea.

Andre Alpar: Ok. Perfekt.

Rhea Drysdale: Mein Name ist Rhea Drysdale. Ich bin der CEO von Outspoken Media und wir machen organische Suchmaschinenmarketing, also Linkbuilding, ein bisschen Social und Reputation Management. Ich selbst habe sehr viel Reputation Management gemacht und die Leute in der Branche kennen mich dafür, aber als ein Unternehmen machen wir eher Linkbuilding, SEO Audits, diese Art von Dingen.

Andre Alpar: Okay. Wie groß ist Outspoken Media, wenn Ich fragen darf? Weil ich euch noch nicht kenne.

Rhea Drysdale: Ok. Wir sind klein – nur acht Mitarbeiter.

Andre Alpar: Also ein kleines Unternehmen.

Rhea Drysdale: Ja genau, wir sagen auch immer Boutique. Wir versuchen klein zu bleiben, wir haben nicht unbedingt das Ziel noch größer zu werden mit all diesen großen Abteilungen. Wir versuchen wirklich rüber zu bringen, was wir sind und möchten jeden Mitarbeiter in allen Bereichen trainieren, so dass sie für die Kunden alles, ob intern oder in-house, koordinieren können.

Andre Alpar: OK. Also gibt es, lass uns sagen, einen Hauptansprechpartner bei Outspoken, der sich um alle Angelegenheiten kümmert?

Rhea Drysdale: Alle für diesen einen Kunden, ja.

Andre Alpar: OK. Sie sind also für das operative Geschäft wie auch für die strategische Arbeit zuständig?

Rhea Drysdale: Ja.

Andre Alpar: OK. Wie bildest du deine acht Mitarbeiter aus? Das ist sicher das Schwierigste daran, oder? Besonders, wenn du willst, dass sie alle universell einsetzbar sind, was schwer zu machen ist.

Rhea Drysdale: Stimmt. Ich beschäftige mich gerade sehr mit diesem Thema. Ich habe gerade erst darüber geschrieben und für iAcquire ein ganzes Konzept erstellt, wie man ein neues Team aufbaut. Das ist unsere aktuelle Problematik: wir sind klein, waren es vorher, aber dieses Jahr haben wir die Basis dafür geschaffen, schneller zu wachsen. Und die Frage, die mir neulich von einer Business Dev. Person, die wir einstellen wollten… Der fragte mich: ‚Wie bildet ihr aus? Und wenn ich euch diese Menge Arbeit aufbringe, wie schult ihr die Leute, so dass sie Experten in allen Bereichen werden?‘ Was ich über die Jahre bemerkt habe, ist, dass du gut Leute einstellen kannst, die Agentur-Erfahrung haben oder eine geeignete Ausbildung, aber trotzdem ist immer etwas umlernen notwendig, weil sie eine bestimmte Methode haben oder eine Philosophie. Das ist tatsächlich schwerer jemanden zu trainieren, als jemanden einzustellen, der kreativ ist, ein kritischer Denker, ein Stratege, und diese dann selbst auszubilden. So kam es, dass ich verschiedene Typen ausgebildet habe. Wir haben Mitarbeiter direkt nach der Uni eingestellt oder saisonweise auch erfahrene Mitarbeiter, und ich finde, was am besten funktioniert, ist einfach alle diese Vorstellung über Bord zu werfen und seinem Bauchgefühl zu vertrauen und so jemanden finden, der trotzdem strategisch arbeiten kann und sich für die Branche interessiert und der auch mag… in einer Agentur zu arbeiten ist hart, denn Mitarbeiter müssen oft an vielen verschiedenen Projekten und Problemen gleichzeitig arbeiten, also muss es jemand sein, der gerne Probleme löst.

Andre Alpar: Klar.

Rhea Drysdale: Wenn sie dann bei uns anfangen, dann versuchen wir… und wir überdenken dann genau unseren kompletten Ausbildungsprozess, aber wir versuchen auch Team-Trainings zu entwickeln, wobei wir ihnen in den ersten Wochen ein paar Artikel geben und Ähnliches und versuchen sie zum Lesen zu bringen, über Artikel, die wir geschrieben haben, und in Wirklichkeit liegt der Fokus auf der Kommunikation. Wir wollen… weil nun einmal nur das zu lesen möglich ist und um die Ausbildung zu strukturieren.

Andre Alpar: Also, wenn du von Kommunikation sprichst, dann meinst du, dass du sie an die Hand nimmst, wenn du an etwas arbeitest und sie sehen dich dann arbeiten und versuchen dadurch zu lernen und werden dich fragen, ‚Rhea, warum hast du das so gesagt?‘ Oder ‚Rhea, warum hast du das so gemacht?‘ So etwas in der Art?

Rhea Drysdale: Genau. Wir sagen dann, ‚Setz dich dahin, wenn der Kunde anruft‘, ‚Setz dich dazu, wenn ein Anruf vereinbart ist‘. Denn es gibt so viele Einblick, wenn du nur daneben sitzt, selbst, wenn wir dann nicht mit dem Kunden arbeiten, hast du eine einzigartige Situation erlebt, und in unserem Bereich gibt es so viele Ausnahmen, so viele merkwürdige Probleme…

Andre Alpar: Genau, alles ist immer etwas anders.

Rhea Drysdale: Genau. Deswegen will ich ihnen so viele Eindrücke wie möglichen geben, zu denen sie mich dann befragen können.

Andre Alpar: Wie lange, glaubst du, dauert es, wenn du jemanden anstellt, bis er dein Mindset hat, das Level, bei dem du denkst, dass sie alleine mit einem Kunden arbeiten können?

Rhea Drysdale: Wir bringen sie sehr schnell mit einem Kunden zusammen. Wir machen das… Es gibt immer… Als Team haben wir Budget-Meetings, Strategie-Meetings… John Stallman ist unser Chef der Kundenbetreuung, er ist die ganze Zeit da, ich mache die Anrufe, also sind sie nie allein.

Andre Alpar: OK, OK, also regeln sie es, aber ihr seid im Hintergrund oder auch im Meeting und könnt immer helfen.

Rhea Drysdale: Ja, es dauert, ich würde sagen, sechs Monate, bevor sie sich sicher genug fühlen richtig die Accounts zu managen, aber auch dann werden wir noch ins CC gesetzt. Nach einem Jahr fühlen sie sich normalerweise richtig wohl und können alles selbst regeln, und an dem Punkt sage ich: ‚Nimm mich aus den Emails raus, du regelst das schon‘.

Andre Alpar: Kein CC mehr, bitte!

Rhea Drysdale: Ja. Und ich glaube, es dauert etwa ein Jahr, um eine wirklich starke, vertrauenswürdige Beziehung zu einem Kunden aufzubauen.

Andre Alpar: Das stimmt. Aber das ist etwas anders. Weil du sagst, ihr seid so universel, ist das etwas schwer, weil wir… Ich tendiere dazu, wenn du abschätzt – was deine Frage an dich selbst war – wie man das misst, dann musst du stärker in Profis unterscheiden und in Abteilungen…

Rhea Drysdale: Sehr spezielle Fähigkeiten, ja.

Andre Alpar: Ich bin sehr neugierig, wenn wir uns in ein oder zwei Jahren treffen, ob du deine Meinung geändert hast, ob man Abteilungen braucht, um zu wachsen, aber das ist eine offene Frage.

Rhea Drysdale: Ich glaube nicht, dass ich das anders sehen werde. Outspoken ist jetzt fünf Jahre alt und ich habe viel darüber nachgedacht und ich habe mit vielen Leuten gesprochen und ich bin neugierig, aber ich glaube nicht, dass wir…

Andre Alpar: Aber wenn ihr 30 seid oder 50…?

Rhea Drysdale: Ja…

Andre Alpar: Oder glaubst du, dass das Wachstum nicht so stark sein wird? Vielleicht werdet ihr auf 20 Leute wachsen…?

Rhea Drysdale: Ich meine, 50 ist die magische Zahl. Besonders in den Staaten und im Ausland bin ich mir nicht sicher, aber…

Andre Alpar: Das verstehe ich nicht, erkläre es bitte.

Rhea Drysdale: Also, 50 ist die magische Zahl, weil du ab 50 Angestellten plötzlich…

Andre Alpar: 50! Fünf-Null, meinst du? Nicht 15.

Rhea Drysdale: Genau, Fünf-Null. Ab 50 gibt es von der Regierung so viele Regulierungen und Vorschriften. 50 ist aggressiv. Wir sind jetzt acht.

Andre Alpar: Also wollt ihr 50 nicht überschreiten. Weil es reguliert wird und der Spaß abnimmt.

Rhea Drysdale: Also, ich will es nicht vermeiden, denn wir sind dabei das Unternehmen mit diesen Regulierungen im Hinterkopf aufzubauen, mit dem Wissen, dass wir an diesen Punkt kommen könnten. Aber im Moment weiß ich, dass es schon von acht auf 20 ein großer Schritt ist. Das an sich macht schon große Probleme und jetzt beginnen wir eine Menge nicht-kostenloser Leute zu bekommen und all dieses Sachen, die man braucht. Deswegen bin ich schon aufgeregt, wenn wir 20 erreichen, hoffentlich in den nächsten ein oder zwei Jahren und dann von da aus schauen wir weiter.

Andre Alpar: Ich glaube, in diesen Dimensionen ist es noch ok so nach Leuten zu suchen, das wird klappen, wenn ich das sagen darf.

Rhea Drysdale: Ich denke auch. Das ist mein Ziel, ich werde es erreichen. Mein Vater sagte das immer… Er geht auf Konferenzen, er ist ein Feuerwehrmann und er ist der Chef-Ausbilder in unserer Region in Florida, wo ich herkomme, und meine Mutter ist Lehrerin. Ich begeistere mich für Ausbildung und Training.

Andre Alpar: Lehrer und Prophet!

Rhea Drysdale: Ja, ich werde das hinbekommen, wir werden weiterhin Leute trainieren.

Andre Alpar: OK, also du… Ich war in einem deiner Seminare, und du hast über Reputation Management für eine reiche Person geredet, das war es. Wir haben manchmal auch Anfragen von dieser Art Kunden. Potentiellen Kunden. Und wir lehnen etwa dreiviertel von ihnen ab, weil unser Bauchgefühl sagt, dass sie das, was sie aus dem Internet weghaben wollen, verdienen und wir sagen einfach, wir können nicht helfen oder wir sagen einen Preis, der viel zu hoch ist und hoffen, dass sie nie dieses Video sehen werden, damit sie nein sagen.

Rhea Drysdale: Wir haben beides gemacht. Das ist eine Antwort. Also was… sag mir…?

Andre Alpar: Wie geht ihr damit um, wenn ihr eine Anfrage von jemandem bekommt, bei dem ihr euch nicht sicher seid, ob ihr ihm beim Aufräumen, was über sie gefunden werden kann, helfen sollt?

Rhea Drysdale: Ich sage ihnen, ich bin wie ein Anwalt. Ich kann dir nicht helfen, bis du nicht ehrlich bist. Und so habe ich Leute direkt lügen gesehen. Einfach offensichtlich lügen. Es gab Leute, bei denen ich gesagt habe: ‚Es gibt keine Möglichkeit, dass ich so etwas unterstütze, ich kann mit Ihnen nicht arbeiten.‘ Aber es gibt auch Leute, die im grauen Bereich sind… Die Sorge ist, dass ihr Problem nichts ist, das ich völlig ablehne, aber ich weiß nicht, wie ehrlich sie sind, oder ob sie den Grund ihres Problems in ihrer Organisation bereinigt haben, oder es eine Person ist, die es wirklich bereut? Ich weiß es nicht. Manche Menschen können wirklich gut reden. Und warum sollten sie es wirklich bereuen? Ich sollte nur eine Geschäftsführerin sein, die ihr Geld nimmt und die Arbeit macht, aber ich bin ein moralischer Mensch und so ist es erst recht mit meinem Team. Wenn ich über Umsatz und das Unternehmen rede, will ich sicherstellen, dass mein Team glücklich ist. So verlieren wir sie nicht, weil ich sie dazu nötige an etwas zu arbeiten, an das sie nicht glauben. Wir reden immer mit allen.

Rhea DrysdaleAndre Alpar: Das tuen wir auch. Aus demselben Grund. Sind die Anfragen im Reputation Management eher von reichen Personen oder sind es Firmen, die ein Imageproblem haben, aus welchem Umstand auch immer?

Rhea Drysdale: Ich habe das Gefühl, dass reiche Personen selten sind. Wir hatten das. Wir hatten Politiker, Vorstände und Leute, die reingekommen sind und sagten: ‚Ich brauche Hilfe‘, oder jemand in ihrem Lager hat ihnen erzählt, sie bräuchten Hilfe… Ich hatte Geschäftspartner bei mir, die meinten: ‚Wir müssen mit diesem bestimmten Vorstand arbeiten, bevor wir etwas bestimmtes machen können… Aber was typischerweise passiert ist, dass es ein 18jähriger Student ist, der ein Stipendiat hat und wegen einer Kleinigkeit verhaftet wird, oder jemand, der vor Jahren in einem kleinen Verfahren wegen einer Businesssache steckte. Es sind solche Sachen, bei denen jemand eine Sache hat, die ihn plagt und sie haben kein Budget, oder es ist die andere Seite…

Andre Alpar: Aber wenn sie keine Budget haben, wie kannst du ihnen helfen?

Rhea Drysdale: Dann… wir haben den ORM Guide auf unserer Website, er ist im Moment etwas veraltet, aber der Guide ist ein wirklich gutes Instrument, um zu sagen: ‚Hier sind einige Informationen und ich will dir helfen, aber ich weiß, du kannst dir das nicht leisten, es tut mir leid, aber das wird dir hoffentlich helfen‘. Am Ende müssen wir die Unternehmensprobleme angehen. Große Unternehmen, oder hochregulierte Industriebereiche oder so etwas.

Andre Alpar: Was ist ein Beispiel für einen hochregulierten Industriebereich? Landwirtschaft?

Rhea Drysdale: Gesundheitsvorsorge.

Andre Alpar: Gesundheitsvorsorge.

Rhea Drysdale: Ja, Gesundheitsvorsorge, Banken.

Andre Alpar: OK, also haben sie ein Problem mit einem bestimmten Produkt, dass wahrscheinlich ein schlechtes Image hat?

Rhea Drysdale: Ja, es kann ein bestimmte Produkt sein. Ein Fall: Es gab ein Problem mit einem Medicaid/Medicare-Betrug und er hat in der Organisation gewütet, mit großen Problemen als Ergebnis und wir sollten das gegenüber einigen Neuigkeiten und so etwas entschärfen.

Andre Alpar: Aber sie haben es gelöst und wollten ihren Fehler danach weniger sichtbar machen.

Rhea Drysdale: Ja, was nett war, weil ich diese bestimmte Organisation mag, sie agieren sehr proaktiv. Sie haben uns Jahre nach dem Vorfall angesprochen, nachdem sie die Führungskräfte ausgetauscht haben, ein Compliance-Team installiert haben, dass jedem hilft zu verstehen, was nicht erlaubt ist…

Andre Alpar: Ja, in so einem Fall ist es toll helfen zu können.

Rhea Drysdale: Genau. In diesem Fall konnte ich sagen: ‚Ja, ihr hab genau das gemacht, was man euch vorgeworfen hat. Ihr habt dafür gesühnt. Und jetzt stellt ihr sicher, dass es nie wieder passiert. Ich will mit solchen Unternehmen arbeiten.

Andre Alpar: Wenn es um Linkbuilding geht, wie macht man das hier in den Staaten? Denn ich gehe davon aus, dass es große Unterschiede zu Europa gibt.

Rhea Drysdale: Also, bei Outspoken machen wir alles organisch und alles ist auf Langfristigkeit angelegt. Darüber habe ich gerade hier bei der Pubcon gesprochen. Wir wollen hohe Qualität, geringes Risiko. Ich spreche über Linkbuilding gerne in Finanzbegriffen, dann ist es nicht White-Hat oder Black-Hat, sondern Hohes Risiko/geringes Risiko, konservativ/aggressiv. Wir sind sehr konservativ, wir arbeiten nachhaltig. Wir arbeiten mit einer Menge Kunden, die vielleicht auch mit anderen, aggressiveren Verkäufern arbeiten, aber sie wollen uns als Versicherung für Langfristiges.

Andre Alpar: Wie klappt das? Ihr arbeitet dann beide auf derselben Website. Wenn du, sagen wir, drei verschiedene Produkte hast und ihr arbeitet beide an einem, mit einem konservativen Ansatz in einer Unterkategorie und die anderen, die super-aggressiv sind ohne es zu sagen, arbeiten an einem anderen Produkt und Unterkategorie, was passiert dann?

Rhea Drysdale: Dann brauchen wir eine Menge offener Gespräche und erklären, woran wir arbeiten.

Andre Alpar: Passiert es oft, dass Leute hier mit zwei Agenturen arbeiten?

Rhea Drysdale: Ständig. Nicht nur mit zwei.

Andre Alpar: Wirklich?

Rhea Drysdale: Viele haben drei oder vier oder mehr.

Andre Alpar: Die an derselben Domain und an derselben Website arbeiten?

Rhea Drysdale: Es gibt viele Unternehmen, die sagen: ‚Wir probieren alle aus und schauen, was klappt und was übrig bleibt‘. Wir können stolz sagen, dass wir versuchen da zu bleiben und länger auszuhalten. Aber was uns von vielen anderen Link-Verkäufern unterscheidet, ist, dass sie üblicherweise pro Link abrechnen oder so ähnlich. Wir arbeiten per Vorschuss, wir sehen uns selbst ein bisschen wie eine PR-Agentur, bei der wir mit Budget x arbeiten und jeden Monat von diesem Budget die Entwicklungskosten von vielleicht einem Stück Content oder Design abziehen. Das machen wir aus dem monatlichen Budget und alles andere wird in eine vermischte Rate des Unternehmens gebündelt, die stundenbasiert ist, und wir arbeiten hart daran, Dinge zu priorisieren, die einen großen Profit versprechen, was social sein kann, aber oft wird es etwas mit Content oder Produkten, bei denen wir ein Giveaway oder so etwas koordinieren, immer im Einklang mit FTC Richtlinien und den Google Richtlinien. Aber wir versuchen strategisch zu denken, es ist immer ein individueller Ansatz für jeden einzelnen Kunden. Es ist wichtig, dass, wenn wir mit vielen Organisationen arbeiten, uns mit ihrem Social Team absprechen. Wir wollen nicht mit einem kleineren Team zusammenarbeiten, bei dem sie verlangen, dass wir alle Social Media-Kanäle übernehmen. Daran glaube ich nicht, ich glaube nicht, dass du je dein Social-Media-Kanäle outsourcen solltest, es muss von innen kommen und es sollte kein Praktikant sein. Aber wir freuen uns mit ihnen zu arbeiten und es braucht einen koordinierten Ablauf zwischen dem, was wir machen und was in Social passiert.

Andre Alpar: Richtig, denn wenn ihr eine super Story herausbringt oder tollen Content, dann sollte das Social Media-Team es auch pushen.

Rhea Drysdale: Ja. Und es ist irre, wie viele Leute das nicht machen. Sie sagen dann: ‚Also, wir sind das SEO Team. Und Social Media, die haben ihren Redaktionskalender und das passt da nicht rein.‘

Andre Alpar: Genau. Warum? Es ist nur ein Klick mehr als sonst.

Rhea Drysdale: Genau, man muss in der Lage sein, etwas zu promoten.

Andre Alpar: Ich möchte etwas anderes fragen, was du erwähnt hast. Es ist für mich sehr verwirrend, wir sehen das sehr, sehr selten in Europa… Wir hatten nur einen Kunden bei dem das einmal passiert ist, dass sie mehrere Agenturen ausprobieren wollten… Wie klappt das? Ich meine, man braucht eine, sagen wir, eine technische Onpage Strategie? Und dann nimmst du von dort den Content und versucht Social Signals, Links und so weiter zu bekommen. Wie klappt das? Wie koordiniert ihr es? Denn es können doch nicht vier Agenturen unterschiedliche Dinge pitchen, die dann am Produkt und an der Website geändert werden müssen…

Rhea Drysdale: Genau. Üblicherweise hat man an diesem Punkt keinen Zugriff auf die Site. Die Site bleibt dann bei einem internen SEO Team. Und wir sprechen wirklich von Kunden auf einem großen Unternehmenslevel, bei denen es jemanden gibt, der alles auf der Seite managt.

Andre Alpar: Dann fragen sie euch nicht einmal: ‘Können wir etwas auf der Seite besser machen. Ist euer Weg effizienter?‘ Das fragen sie gar nicht? Sie wollen von euch nur…

Rhea Drysdale: Manchmal, also…

Andre Alpar: Ich frage nach diesen Fällen, die diesen Ansatz haben, der sehr, ich würde sagen…

Rhea Drysdale: Ja, sie sagen: ‘Wir sind gut, wir wissen, was unsere Keywords sind, wir wissen, wie unser Content ist‘, wir können nicht einmal etwas mit dem CMS machen, weil es so restriktiv ist, ‚wir wollen, dass ihr euch nur den Blog anschaut. Auf dem Blog gibt es diesen Redaktionskalender. Wir arbeiten mit diesem Verkäufer zusammen, die werden x-mal etwas posten. Ihr müsst diese x-male posten und wir schauen, welcher Content besser läuft.‘

Andre Alpar: OK, OK, OK. Auf einem Blog kann ich mir vorstellen, wie das klappen kann ohne gestört zu werden.

Rhea Drysdale: Manchmal geht es um Artikel und dann gibt es den Linkbuilding-Bereich, wo man zu Kategorie-Seiten kommt…

Andre Alpar: Aber wenn es um eine Ecommerce-Website geht und sie haben einen Blog nebenbei, dann wollen sie sicher, dass ihr euch auf das Linkbuilding konzentriert oder Inbound Marketing-Sachen in ihrem regulären Shop macht, richtig? Nicht im Blog, das wäre sehr indirekt. Oder vergesse ich etwas?

Rhea Drysdale: Da wird es dann interessant. Ich denke… Also, die Leute, an die ich denke, kommen vom Ecommerce. Und ich denke, es gibt einen Trend, dass viele Leute merken, dass viele Taktiken aus der Vergangenheit auf Kategorie- oder Produktseiten zu verlinken, sehr schwer werden und sie sagen sich: ‚Na gut, lass uns einfach großartigen Content produzieren, der die Links reinholt… Hoffentlich bekommen wir ein paar Links strategisch im Blog platziert, damit wir durch den Link einen Einmal-Effekt haben. Das führt nicht direkt zu einem Produkt- oder einer Kategorieseite, aber wir können den Blog optimieren, der diese ganze Power bekommen hat und das rüberpushen. Ich glaube, die Leute denken jetzt etwas mehr in indirekten Wegen.

Andre Alpar: Stimmt. Aber wenn du schaust, wie Kunden im Ecommerce… Wenn sie mit richtigen Kunden umgehen, mit Endkunden, die nichts mit Internet Marketing-Themen zu tun haben, wenn du schaust, wie sie agieren, dann verlinken sie meisten zu Produkten.

Rhea Drysdale: Stimmt, was… Mit Produktverlinkungen habe ich persönlich ein Problem. Ich glaube, ja, du kannst zu einem Produkt verlinken, aber du musst davon ausgehen, dass das Produkt eine Weile verfügbar sein wird.

Andre Alpar: Nein, es wird definitiv auslaufen, es läuft immer aus.

Rhea Drysdale: Du must auf Kategorie-Seiten gehen, oder auf die Artikelübersicht oder Zusatzinformationen…

Andre Alpar: Ja, aber wenn du auf echte Nutzer schaust, dann verlinken sie immer zu Produkten, richtig? Weil sie sagen: ‚Ich habe dieses Polo-Shirt bei blablabla gekauft…‘

Rhea Drysdale: Was wir in so einem Fall gerne machen, wenn wir durch eine Verbindung einen Backlink zu einem Produkt erhalten können, dann gehen wir manchmal auf sie zu und sagen: ‚Vielen Dank für diesen Link, aber das Produkt ist leider nicht länger verfügbar‘, wenn es das wirklich nicht mehr ist, ‚ist es okay, wenn du die Kategorie hier drüben stattdessen verlinkst, damit Leute in der Lage sind, ähnliche oder wirklich gute Produkte zu erhalten?‘ Und eine Menge Blogger sind damit sehr zufrieden und sagen: ‚Ja, sicher, das mache ich‘. Und sie sind einfach happy, dass die Marke sie gefunden und sie angesprochen hat.

Andre Alpar: Richtig, richtig, richtig. Also wenn ihr mit den Leuten redet, dann redet ihr als Marke mit ihnen? Habt ihr eure eigene Email-Adresse innerhalb der Marke?

Rhea Drysdale: Ja.

Andre Alpar: Dann meldet ihr euch nicht als Leute von Outspoken Media?

Rhea Drysdale: Nein. Weißt du, wenn du jemanden ansprichst und sagst: ‘Oh, ich bin SEO’, dann werden sie dir sagen, wo du hingehen kannst, und es ist nichts Nettes.

Andre Alpar: Dann ist das Bild von SEOs in den USA wirklich, wirklich schlecht, wie von den bösen Jungs, die die ganzen Suchergebnisse für Geld und Spaß manipulieren?

Rhea Drysdale: Ich glaub, der Großteil der Bevölkerung denkt so. Ich glaube, es gibt eine kleine Gruppe, die SEO wirklich versteht und seinen Wert und sieht, wohin es im Marketing gehört, und ich denke, dass diese Prozente der Bevölkerung wachsen, aber es braucht eine wirklich lange Zeit. Wir stehen auf einer Stufe mit Anwälten und Gebrauchtwagenhändlern.

Andre Alpar: Oje!

Rhea Drysdale: Ja. Wir werden als sehr spammig gesehen. Es ist schwer, diese Reputation loszuwerden. Aber wir gehen Linkbuilding immer als Marke an, damit haben wir mehr Erfolg. Manchmal ist es komisch, einige Kunden sind auf einem bestimmten Grad der Bekanntheit, wenn man jemanden als Marke anspricht, sagen die Leute: ‚Ja, ich würde gerne mit dir arbeiten, aber weil du so und so bist, wo ist das Geld?‘ Kennst du das? ‚Ja, ich lasse euch das machen, aber ihr müsst mich dafür bezahlen.‘ Wir machen keine bezahlten Links, also müssen wir das an dem Punkt wirklich versuchen richtigzustellen.

Andre Alpar: Ja. OK. Das war sehr interessant. Vielen Dank für das Interview.

Rhea Drysdale: Dank dir. Es war sehr angenehm.

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Bisher in dieser Interview-Reihe erschienen:

  1. Simon Heseltine (AOL)
  2. Chris Boggs (SEMPO)
  3. Adam Audette (RKG)
  4. Matt Bailey (SiteLogic)
  5. Bas van den Beld (State of Search)
  6. Jim Boykin (Internet Marketing Ninjas)
  7. Bill Hunt (Back Azimuth Consulting)
  8. Eric Enge (Stone Temple Consulting)
  9. John Shehata (ABC News)
  10. Ekaterina Walter (Branderati)
  11. Ade Oshineye (Google)
  12. Jeff Allen (Hanapin Marketing)
  13. Marty Weintraub (aimClear)
  14. Derrick Wheeler (Microsoft)
  15. Brent Csutoras (Kairay Media)
  16. Kristopher Jones (Internet Marketing Ninjas u.a.)
  17. Matt Cullen (VistaPrint)
  18. Tim Ash (SiteTurner)
  19. Ryan Jones (SapientNitro)
  20. Michael King (Acronym)

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Kommentare (1)

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