Online Reputation für Ärzte

Jeder 4. Deutsche recherchiert auf der Suche nach einem Arzt oder einer medizinischen Einrichtung im Internet. Die Wahl für einen Arzt fällt jedoch nicht alleine, weil er in den Suchergebnissen angezeigt wird. Auch die Reputation des Arztes ist ausschlaggebend.

Die Arztdichte in Deutschland liegt bei 3,6 Ärzten pro 1.000 Einwohner. Besonders in Großstädten ist das Angebot an behandelnden Ärzten hoch, erschwert jedoch gleichzeitig aufgrund der Auswahlmöglichkeiten die Entscheidung für einen bestimmten Arzt. Während knapp 60% der Deutschen bei der Wahl eines Arztes auf eine persönliche Empfehlung aus dem Familien- oder Freundeskreis vertrauen, erkundigt sich jeder 4. im Internet nach einem Arzt in seiner Nähe.

Um als Mediziner die Aufmerksamkeit potenzieller Patienten auf sich zu ziehen, reicht es nicht aus, mit der eigenen Webseite in den Suchergebnissen bzw. im 7-Pack der Google Places-Einträge gefunden zu werden. Auch Arztbewertungsportale wie docinsider.de, jameda.de und sanego.de können einen Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen einen Arzt haben.

 

Arztbewertungsportale für die eigene Reputation nutzen

Arztbewertungsportale bieten Usern die Möglichkeit, Ärzte und Angehörige von Heilberufen hinsichtlich unterschiedlicher Merkmale zu bewerten. Sie ranken in der Regel zu Suchanfragen wie „Allgemeinmediziner Berlin“ oder „[Name des Arztes] Berlin“ nicht nur gut, sie weisen aufgrund der Integration von Sternen im Snippet auch oft eine hohe Sichtbarkeit innerhalb der Suchergebnisse gegenüber den anderen Ergebnissen auf und generieren somit Traffic. Trotz (noch) relativ geringer Aktivitäten auf den Arztbewertungsportalen sind sie daher ein gute Möglichkeit für Mediziner, die eigenen Leistungen im Internet zu präsentieren. Je vollständiger ein Profil ausgearbeitet ist und je mehr Bewertungen ein Arzt hat, umso vertrauenswürdiger erscheint er auf den Portalen.

 

Bekannte Arztbewertungsportale in Deutschland

Die in Deutschland bekannten Bewertungsportale variieren in ihrem Angebot stark und bieten von einem Basis-Eintrag bis zu einer vollständigen Betreuung des Profils inklusive Seite 1-Garantie bei Google nahezu alles an.
Die Basis-Profile der Ärzte umfassen in der Regel neben den Kontaktdaten (Adresse und Telefonnummer) lediglich noch die Sprechzeiten. Durch Premium-Zugänge können Ärzte außerdem Features dazubuchen wie eine Verlinkung zur Homepage oder das Einbinden von Fotos, mit denen sich eine Praxis bereits vor einem Besuch bei Patienten optimal präsentieren kann.

Im Folgenden möchten wir die bekanntesten Arztbewertungsportale in Deutschland vorstellen:

Jameda.de Docinsider.de Esando.de Sanego.de Imedo.de
Eingetragene Ärzte*

250.000

165.000

150.000

287.000

k.A.

Bewertungskriterien (Anzahl)

18

6

3

8

7

Ratgeber-Bereich

ja

nein

ja

ja

ja

Forum

nein

ja

ja

ja

nein

Premium-Zugang für Ärzte

ja

ja

ja

ja

ja

 

Neben den unabhängigen Arztbewertungsportalen ging mit dem Arztnavigator (arzt.weisse-liste.de) außerdem das erste von Krankenkassen betriebene Portal online. Auf der sich momentan noch im Aufbau befindenden Plattform können Versicherte der AOK, Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse ihren Arzt bewerten. Da Bewertungen nur durch einen Login mit der Versicherungsnummer möglich sind, gilt der Arztnavigator als eines der vertrauenswürdigsten Arztbewertungsportale, da es eine hohe Sicherheit gegenüber Manipulationsversuchen garantiert.

Kritik & Rechtslage

Seit ihrem Aufkommen im Jahr 2001 sind Arztbewertungsportale umstritten. Nach Aussage der Mehrheit der Mediziner überwiege die Gefahr der Manipulation und unsachlicher Äußerungen von verärgerten Patienten auf den Portalen gegenüber hilfreichem Feedback. Das Recht auf freie Meinungsäußerung sichert jedoch die Existenz der Portale und erlaubt Beiträge, solange diese nicht ehrverletzend und unwahr sind. Im Fokus der Portale dürfen daher nicht die fachlichen Qualitäten der Mediziner stehen, sondern subjektiv wahrgenommene Merkmale der Praxis sowie einzelner Personen des Teams. Beiträge, die diesen Richtlinien nicht entsprechen, müssen von den Betreibern des Portals gelöscht werden.

© Image via Flickr – expertinfantry „DA-ST-85-12890“ Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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Kommentare (1)

  1. Schöner Beitrag, aber erklären Sie dies mal den Freiberuflern (u.a. Ärzte/ Anwälte etc.) Der Standesdünkel ist noch überall, und viele vertreten die Meinung, dass man als Arzt nicht wirbt. Weiterhin haben viele Angst gegen die Werberichtlinien (für Ärzte) zu verstoßen und Unfrieden zu schüren.
    Aber spätestens wenn die Niederlassungsfreiheit völlig liberalisiert wird und Kartelle fallen, müssen auch die Mediziner werben und das www nutzen.

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