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Am 16.04.2015 fand, bereits zum dritten Mal, das SEAcamp in Jena statt. Nachdem wir schon die letzten zwei Jahre mit Begeisterung dabei waren, konnten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Einen ganzen Tag konnten wir von spannenden Vorträgen, Diskussionen und Erfahrungsaustausch rund um SEA, SEM und PPC profitieren.
Mit ca. 150-200 Teilnehmern war das Publikum aus Freiberuflern, Unternehmen und Agenturen bunt gemischt. Genauso verhielt es sich mit dem Wissenstand: Sowohl SEA Anfänger als auch Experten wurden im Steigenberger Hotel Esplanade begrüßt.
Beim SEAcamp handelt es sich um ein sogenanntes Barcamp, bei dem der Ablauf von den Teilnehmern maßgeblich mitgestaltet werden kann. Die Teilnehmer konnten in bis zu 50-minütigen Sessions einen Vortrag ihrer Wahl zum Thema halten oder den Vorträgen anderer Teilnehmer lauschen. In diesem Jahr wurden so viele Sessions eingereicht wie noch nie. Natürlich war auch Jennifer wieder mit von der Partie und hielt gleich zu Beginn einen Vortrag zum Thema Internationales SEA.
Bereits einen Abend zuvor gab es ein lockeres Zusammenkommen einiger Teilnehmer sowie ein ansprechendes Buffet und schicke T-Shirts. Alle waren per Du miteinander und die lockere Atmosphäre lud zu einem ersten Erfahrungsaustausch ein.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde am Folgetag ging es dann los. Zu Beginn wurde über die Vorträge abgestimmt. Insgesamt wurden 28 Sessions gehalten, wobei 4 Sessions jeweils parallel zueinander liefen. Neben klassischen Vorträgen kamen auch Diskussionsrunden nicht zu kurz. Eine Großzahl der Vorträge hatte Schwerpunkte auf Google Shopping und Bid-Management-Systeme gesetzt.

Gleich in der ersten Session sprach Jennifer über internationales SEA. Nachdem sie auf die Besonderheiten, Vor- und Nachteile beider Ausprägungen der Standardisierung und Differenzierung eingegangen ist, hob sie kritische Faktoren im Projektmanagement vor allem bei größeren internationalen Teams hervor. Im Anschluss erläuterte sie konkrete Strategien im Zeitverlauf und zeigte Learnings aus der operativen Umsetzung auf.

Hier die kurzen Zusammenfassungen der Vorträge, die unser Team besucht hat:

Aktuelles zu SEA & Recht von Peter Hense

In seinem Vortrag zum Thema „Aktuelles zu SEA & Recht“ klärte Peter Henser von Spirit Legal LLP über typische Fehler und Grauzonen auf, die bei SEA zu teilweise sehr kostspieligen Abmahnungen führen können. Dabei wurde besonders auf die Gefahren bei Brand Bidding und Rabattwerbung hingewiesen. Besonders bei Rabattwerbung kann es zu teuren Abmahnungen kommen. Werbetexte wie „Bis zu 70 %“ oder „-70 % auf alles“ können als irreführend gewertet werden. Genauso gefährlich ist das bieten auf Marken, wenn man diese als Händler nicht selber vertreibt oder auf Rabatte und günstigere Preise beim Brand Bidding hinweist.

Zum Schluss gab es noch einen Ausblick auf aktuelle Rechtsfragen. So sind z.B. auf manchen Webseiten im Google Partner Netzwerk Anzeigen und Suchergebnisse nicht klar genug voneinander getrennt – dort wird es noch spannend werden verspricht Peter Henser.

Scale the s**t out of SEA von Julia Müller & Christian Steinbock

In ihrer Session mit dem auffallenden Titel “Scale the s**t out of SEA” gingen Julia Müller und Christian Steinbock von Deltamethod auf Ad Optimization, Search Term Reports, Bidding, Negatives und Reporting ein. Dabei betrachteten sie jeden Bereich aus drei Sichtweisen: Beginner, Advanced und Professional. Beispielsweise benutzen Beginner oft das Interface von Adwords um ihren Suchanfragenbericht auszuwerten. Advanced User nutzen Excel, werten jedoch weiterhin manuell aus. Professionals hingegen bedienen sich einer Lösung mit Python und NLP (Natural-Language-Processing) welches die automatische Erkennung von Wortstämmen ermöglicht. Im weiten Verlauf der Session wurde unter anderem auf Bid-Management sowie mehrdimensionales Reporting eingegangen.

Bidding im SEA – Mensch oder Maschine von Sebastian Grebasch

Sebastian Grebasch von Wayfair zeigte in seiner Session „Bidding im SEA – Mensch oder Maschine“ einen Vergleich von manuellen Bidding und Bid-Management-Systemen auf. Strukturell wurde der Vortrag nach regelbasierten und Portfoliobasierten Bidding aufgegliedert und jeweils händische Methoden dem Bid Management gegenüber gestellt. Dabei war die Diskussion unter den Teilnehmer angeregt: Was ist das beste Bid-Management um die Gebote automatisch zu steuern? Was für Probleme treten regelmäßig auf?
Desweiteren wurde diskutiert, ob bei neunen Keywords ein eher vorsichtiges, sukzessives oder ehr aggressives, jedoch kostspieligeres Bidding zu empfehlen ist. Sebastian Grebasch empfiehlt das agressive Bidding zu Anfang: +50% auf das Gebot für die erste Seite da die gewünschte Position so schneller zu erreichen ist. Auch hier war die Disskussion angeregt: Wie sieht es auch in teueren Branchen mit CPCs von bis zu 40Euro? Können diese ersten hohen Kosten langfristig wieder eingeholt werden? Hier schieden sich die Geister.

Erfolgreicher Saisonwechsel durch predicitve Bidding von Gerrit Phil Baumann

Gerrit Baumann von crealytics ging in seiner Session „Erfolgreicher Saisonwechsel durch predicitve Bidding“ darauf ein, welche Herausforderungen ein Saisonwechsel für SEA-Manager mit sich bringt. Dabei zeigt er die Entwicklung von saisonalen Keywords, stellte Probleme, Lösungsansätze und Best Practices zur Diskussion. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutierte er mit den Teilnehmern, ob außerhalb der Saison das Pausieren eines Keywords eine bessere Lösung wäre oder das Keyword runter zu bieten und weiter laufen zu lassen. Hier gingen die Meinungen der Teilnehmer auseinander.

Mobile Marketing mit Google AdWords von Eckart Backofen

In der Session „Mobile Marketing mit Google AdWords“ stellte uns Eckart Backofen einige interessante Optimierungsansätze für Mobile-Kampagnen vor. Dabei ging er darauf ein, was sich in der Wahrnehmung eines Nutzers ändert, wenn er Werbung auf mobilen Endgeräten sieht. Er sprach darüber, was bei Targeting, Keywords, Geboten und Anzeigentexten für Mobile alles zu beachten ist. Die Best Practices von Eckart gaben den Teilnehmern gute Ideen und Denkanstöße, die sie für die Optimierung ihrer Mobile-Kampagnen berücksichtigen können.

Wer ohne Zahlen optimiert, verliert. Wer nur nach Zahlen optimiert, auch. Von Thomas Grübel

Thomas Grübel sprach in seiner Session „Wer ohne Zahlen optimiert, verliert. Wer nur nach Zahlen optimiert, auch.“ über technische und analytische Lösungen bei ungenauen und abweichenden Conversionzahlen. Zu Beginn zeigte uns Thomas ein Beispiel, dass nach 7 Tagen die Cookies zu 20% ungenaue Daten lieferten und stellte im weiteren Verlauf dar, wie er zu diesem Fazit gekommen ist. Bei den analytischen Möglichkeiten sprach er über den Vergleich von unterschiedlichen Trackingmodellen (Erste vs. Letzte). Insbesondere ging Thomas dabei auf die Verwendung und den Gebrauch von Cookies ein, sprach über geschätzte Conversions und verschiedene Testmöglichkeiten. Interessante Technische Lösungsansätze stellte uns Thomas im weiteren Verlauf seiner Session vor und ging dabei auf Möglichkeiten und Chancen, aber auch auf Risiken ein. Gleichzeitig machte er alle Teilnehmer aufmerksam, über den eigenen Datenschutz nachzudenken.

5 Tricks zu profitablem Wachstum von Daniel Niedermayer

In seinem Vortrag „5 Tricks zu profitablem Wachstum“ verglich Daniel Niedermayer, Country Manager Deutschland bei Finch, PPC for eCommerce, AdWord Kampagnen und ihre Optimierung mit dem Fußball. Genau wie im Fußball zählen am Ende immer die Resultate. Dabei ist es wichtig, die richtigen Resultate zu messen, d.h. nicht Klicks oder Conversions zählen, sondern den Fokus auf Umsatz und Gewinn legen.
Darüber hinaus betonte Daniel, dass es wichtig sei die Daten richtig zu strukturieren. Aus seiner Sicht ist dies am besten möglich, wenn jede Anzeigengruppe nur ein einzelnes Keyword enthält. Zudem rief er seine Zuhörer dazu auf, Profit und Umsatz zu kaufen. Gemeint war, dass im Falle einer besseren Performance von exact match oder Nutzern mit Desktop PCs, die Gebote für diese Bereiche gezielt erhöht werden sollten. Generell wurde die Bedeutung von exact match noch einmal betont.
Gegen Ende seines Vortrags ging Daniel dann noch auf die Vergrößerung des eigenen Markts bei AdWords ein. Die Anzahl an Keywords stelle dabei die Marktgröße dar. Um den eigenen Markt zu vergrößern, können

  1. Mithilfe von Tools die Keywords der Wettbewerber ermittelt und mit den eigenen Keywords abgeglichen werden
  2. Der eigene Produktkatalog mit den Keywords verglichen werden um zu überprüfen, ob alle Produkte durch Keywords abgedeckt sind
  3. Convertierende Keywords als exact match eingebucht werden

Nur, wer alle genannten Tricks beachtet, spielt laut Daniel in der Champions League.

Shopping vs Textanzeigen von Matthias Böhnert

Matthias Böhnert von der Finnwaa GmbH warf in seinem Vortrag „Shopping vs Textanzeigen“ die Frage auf, ob man in Zeiten wachsenden Volumens bei Google Shopping überhaupt noch Text Ads benötigt.
Google Shopping, das im Jahr 2002 noch kostenlos war und Froogle hieß, ist spätestens seit der Einführung des komplett bezahlten Systems im Jahr 2013 ein wichtiger Werbekanal und verzeichnet seit Anfang 2012 ein wachsendes Klickvolumen. Daher nehmen die Shopping Kampagnen in AdWords einen immer höheren Stellenwert ein und generieren einen immer höheren Anteil an Conversions innerhalb der AdWords Konten von eCommerce Unternehmen. In diesem Punkt waren sich die anwesenden Teilnehmer des SEA Camps einig.

Wege aus dem Fehlschaltungs-Chaos von Alexander Günther

Insbesondere nachdem im letzten Jahr die Möglichkeit zur Deaktivierung der nahen Varianten bei genau passenden Keywords und passenden Wortgruppen von Google entfernt wurde, sehen sich AdWords Account Manager mit einem wachsenden Fehlschaltungs-Chaos konfrontiert. Alexander Günther von NeoDesign widmete sich diesem Thema in seinem Vortrag „Wege aus dem Fehlschaltungs-Chaos“. Er erklärte, dass das Problem insbesondere bei einer granularen Anzeigengruppen-Struktur auftrete, da hier bei einer Fehlschaltung die Gefahr besteht, dass Anzeige sowie Landingpage nicht mehr zur Suchanfrage passen. Eine solche granulare Struktur – mit strukturellen Ausschlüssen von Keywords – ist  allerdings laut Alexander auch der einzige Weg aus dem Chaos. Nur durch eine solche Struktur kann die korrekte Auslieferung der Kampagnen auch weiterhin sichergestellt werden.SEA-Camp5

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