Online Marketing Capital Conference

Aktuelles Wissen in über 50 Fachvorträgen, vorgetragen von hochkarätigen Speakern aus dem In- und Ausland – das war die OMCap 2013. Vom innovativen Networking bis hin zu maskierten Speakern, die über die dunkle Seite des Online Marketings sprachen, bot die Online Marketing Capital dieses Jahr wieder SEO, SEA und Unterhaltung der gehobenen Klasse. Schwerpunkte lagen vor allem auf sozialen Medien, auf den Ansprüchen des App Marketing und der über allem schwebenden Frage: Was wird die Zukunft zwischen all dem Content Marketing, dem Multi Channel Tracking und dem Advanced SEA nun bringen?

Von der Rampen-Sau zum Digitalstrategen

Speaker aus allen Branchen, versuchten den Zuschauern Antworten auf diese Frage zu liefern oder einfach nur den Horizont des Publikums ein wenig zu erweitern. Neben wahren Link-Baumeistern konnte man einen Real Google Craftsman über seine Arbeit plaudern hören, bekam einen Einblick in das Online Marketing der WHO und erfuhr, warum eine Webanalyse für die Conversion-Optimierung unerlässlich ist. Nach den Vorträgen boten die anschließenden Q&A-Sessions Gelegenheit, den Speakern fachliche Fragen zu stellen. Wenn nach den Vorträgen doch mal eine Frage offenblieb, konnten die Teilnehmer bei „Meet the Speakers“ im privaten Gespräch Fragen an den Vortragenden richten.

Die Keynote: Unterwegs ohne Veronica

Die Keynote, welche wie jedes Jahr bis zum Schluss geheim halten wurde, war für alle Teilnehmenden wohl die größte Überraschung des Tages. Diese wurde von keinem Geringeren als Carsten Maschmeyer gehalten. Das Verkaufsgenie von Welt gab für circa 45 Minuten einen Einblick in sein Leben, seine Arbeit, sein Unternehmen und vor allem seine Strategien. Dass er mit seinem Marketing- und Vertriebskonzept zwar unbeschreiblichen Erfolg hat, aber sich auch Feinde machte, davon erzählte Maschmeyer offen. Während er aber vor seiner bunt animierten Präsentation steht und Vorträge über die emotionale Wirkung von Marketing hält, scheint es ganz so, als hätte der Mann von Veronica Ferres und ehemaliger Nachbar von Mario Gomez seinen Frieden damit gemacht, dass ihn nicht jeder ins Herz geschlossen hat. Denn klar ist: Er weiß wovon er redet. -Das müssen ihm auch seine Feinde eingestehen. Und so sorgte er für einen wirklich beeindruckenden Einstieg in die OMCap 2013, brachte Zuschauer und Gastgeber durch spannende Anekdoten in Stimmung und läutete die Konferenz somit gebührend ein.

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Eine Auswahl der Sessions

Domain Marketing – Entwicklungen und Hypes auf dem Prüfstand.

Christoph Grüneberg – Mitbegründer des Domainvermarkter-Forums – und Markus Galler – Director of Sales bei InterNetX – widmeten sich dem Thema Domain Marketing, zeigten dabei Trends & Entwicklungen auf und stellten aktuelle Hypes auf den Prüfstand.

Redemtion Grace Period

Den Anfang machte Christoph Grüneberg. Im Fokus seines Vortrages stand die Einführung einer Redemption Grace Period (RGP) für Top Level Domains (TLD). Demnach wird eine Domain nach Vertragsende nicht mehr direkt für Dritte verfügbar gemacht, sondern wird in eine 30 tägige „Cooldown-Phase“ überführt. Dieses System soll Domaininhaber vor ungewollten Löschungen schützen, d.h. sie haben die Möglichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes den ursprünglichen Registrierungsstand durch einen Reaktivierungsauftrag wiederherzustellen.
Die Einführung der RGP ist auf einen fatalen Fehler vom 26.02.2013 zurückzuführen, bei dem versehentlich ca. 1000 Domains gelöscht wurden, darunter auch Provinzial.de.

New gTLD’s

Im direkten Anschluss sprach Markus Galler über das Thema New gTLD’s. Unter diesem Begriff werden die neuen, generischen Top Level Domains wie .shop, .google, aber auch standortbezogene Extensions wie .berlin zusammengefasst, welche voraussichtlich noch im Jahr 2013 erscheinen werden.
Momentan existieren 23 unterschiedliche Domain-Endungen, bald schon werden es hunderte sein. Grund dafür ist das rasante Wachstum der Internetbranche und den damit einhergehenden Domainregistrierungen (50.000 Domain-Registrierungen täglich). Der zunehmenden Knappheit kurzer und prägnanter gTLD’s für Unternehmen soll so entgegengewirkt werden.
Der Launch der New gTLD’s erfolgt in mehreren Phasen:

  • Sunrise: Markeninhaber haben die Gelegenheit ihre Marken unter den neuen TLDs zu registrieren oder zu blockieren
  • Landrush: In Auktionen werden Domains an den Höchstbieten versteigert bzw. zum Vorverkaufspreis angeboten
  • General: New gTLD’s sind für die breite Öffentlichkeit verfügbar

Wie sich die neuen gTLD’s in den SERP’s bemerkbar machen und welche SEO-Potenziale in ihnen stecken, kann momentan jedoch noch nicht gesagt werden. Die Tatsache allerdings, dass allein Google sich auf einen sehr großen Teil neuer Domain-Endungen beworben hat, lässt Raum für spannende Interpretationen und Diskussionen.

Mobile: App marketing & SEO in the Age of Apps

In einer weiteren englischsprachigen Session widmeten sich Christian Henschel (Co-Founder & CEO der adeven GmbH) und die New Yorker Mobile Marketing Spezialistin Rachel Pasqua dem Thema App Marketing, wobei sie speziell auf die verschiedenen Möglichkeiten der technischen Umsetzung einer mobilen Applikation eingingen.

Den Start machte Christian Henschel, der interessante Zahlen im Gepäck hatte. So verdeutlichte er dem Publikum, dass vor allem die Big Player, wie Facebook und Twitter, teilweise bis zu 50% ihres Umsatzes durch den mobilen Markt generieren und natürlich daran arbeiten diese Anteile weiter auszubauen.

Wie genau man eine passende Applikation auch fürs eigene Unternehmen/Produkt hochziehen kann, verriet im Anschluss Rachel Pasqua. Sie zeigte nicht nur mehrere Alternativen zur Erstellung einer App auf, sondern betrachtete zeitgleich auch Vor-und Nachteile der jeweiligen Umsetzung, im Hinblick auf verschiedene, vor allem technische, Aspekte im Bereich der Suchmaschinenoptimierung.

Social Search: Activating the Social-Search Dynamic

Duane Forrester von Bing zeigte in seiner offenen und sympathischen Art, wie die Suche der Zukunft aussehen wird. Die Zeit der Suchschlitze und Eingabefelder gehöre schon bald der Vergangenheit an so Duane während seines Vortrags.

Wir säßen nicht mehr nur zu Hause am Computer und tippten per Tastatur – Wir seien mobil.
Informationen würden per Sprachsteuerung gesucht und auf Tablets oder Kamerabildern bereitgestellt, so Duane, der selbst seine Pizza per Sprachsteuerung über seine Xbox bestellt.

Die Vernetzung von Suchergebnissen und Social Media Kanälen würden die Zukunft der Suchenden maßgeblich beeinflussen. Individuelle Ergebnislisten, angereichert mit Informationen aus den Sozialen Netzen und Empfehlungen von Freunden und Bekannten würden die Suchergebnislisten aufwerten und die Suche weiter personalisieren.

Zum Schluss gibt uns Duane Forrester noch drei wichtige Tipps mit auf den Weg:

    • Erledige die SEO-Basics gründlich
    • Guter und informativer Content wird weiter an Bedeutung gewinnen

Behaltet die Social Media Kanäle und deren Signale im Auge

App Marketing: Wie man im App Dschungel noch gefunden wird?

Fabian Schaeffer und Mariano Glas widmeten sich dem Thema des App-Dschungels. Die Antwort auf die Frage ist im ersten Moment recht simpel: Mit Geld! (Vortrag von Fabian Schaeffler) Im zweiten Schritt kann durch ASO (App Store Optimization) ein verbessertes Ranking erreicht werden, so im Vortrag von Mariano Glas angerissen.

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Monetarierung und Vorbereitung

Beide Referenten sind sich einig, dass Fremium das derzeit erfolgversprechendste Konzept für die App Vermarktung ist. Dabei stellt man die App kostenlos zur Verfügung und die Monetarisierung läuft schließlich über In-App-Verkäufe.

Zudem sind sich beide Referenten einig, dass ein aussagekräftiges, gut designtes App-Logo von großer Bedeutung ist, sowie Screenshots und ein Video-Tutorial die Conversion stark verbessern. Das sind die Basics für ein gutes ASO.

Erste Schritte – App Marketing

Fabian Schaeffer von der Trademob GmbH zeigt den unübersichlichen App Markt auf, der derzeit noch ein großes Wachstumspotential besitzt. Daher gibt es zahlreiche Entwickler, die viel Zeit in die Entwicklung einer App stecken. Die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs ist aber leider sehr gering, denn 50 % des gesamten Downloads entfallen auf nur 1% der Apps im Store.

Daher ist es von großer Bedeutung, in die Top Charts der Stores zu gelangen, da hier das größte Potential liegt. Über die Hälfte der User gehen zudem direkt in die Top Charts um dort nach den neuesten Apps zu schauen. Welche App schafft es nun in die Top Charts? Hierfür wird derzeit v.a. die Anzahl der Downloads in den ersten 24 Stunden von den Store Betreibern heran gezogen. Um dies gezielt zu erreichen, sollte gerade zu Beginn in App-Marketing über verschiedene Kanäle investiert werden. Danach folgt der organische Uplift, also der natürliche Zugriff/Download der App. Der Tipping-Point von Paid Download zum organischen Uplift ist hier von der Kategorie und dem Wettbewerb stark unterschiedlich. Im Durchschnitt kann man aber mit Rund 20.000 Downloads rechnen, um im Gesamtranking unter die Top 5 zu kommen.

Zweiter Schritt – App Store Optimization

Neben den bereits erwähnten Voraussetzungen (Logo, Screenshots, Videos) weist Mariano Glas auf weitere Möglichkeiten der Optimierung hin.

Die ersten 3 Zeilen der Beschreibung sind sehr wesentlich, da beim Scanning des Users allein diese überflogen werden. Daher sollten diese Zeilen für den User optimiert sein. Darüber hinaus bedienen sich die erfolgreichen Apps in der Beschreibung überwiegend mit Keyworsstuffing, was den erfahrenen SEOs noch etwas sagen dürfte. Die verdichtete Anhäufung von relevanten Suchthermen in einem Text scheint derzeit als Optimierungsmöglichkeit zu funktionieren. Auch der Titel kann/sollte mit dem Keyword zur Optimierung gespickt werden.

Ausblick

Derzeit steckt die Optimierung noch in den Kinderschuhen, die Algorithmen der Anbieter sind noch nicht ausgereift. Apple scheint bereits in den Startlöchern für die Integration der App Bewertungen in den Algrithmus zu stehen. Google wird nicht lange brauchen, um nach zu ziehen. Es bleibt spannend auf dem App Markt. Und liebe Entwickler: Hebt Euch Geld für die Vermarktung auf. Es gibt zahlreiche Apps, die es auf 0 Downlads geschafft haben!

Content Marketing: Buzz-Word oder effektive Marketing-Strategie?

Unter dem Motto „Content Marketing: Buzz-Word oder effektive Marketing-Strategie?“ referierten Stefan Haupthoff und Mirko Lange über das Verständnis von Content Marketing und einer strategischen Herangehensweise an die Thematik.

Für nachhaltiges Content Marketing ist eine Content Strategie unerlässlich. Eine klare Zieldefinition und Zielgruppenanalyse steht am Anfang jeglicher Aktionen. Erst auf Basis dieser Punkte lassen sich auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtete Kampagnen nachhaltig umsetzen. „Marketing für Content“ oder „Erzähle Geschichten um das Produkt herum, nicht über das Produkt“ weisen auf den Kern von Content Marketing hin. Content Marketing stellt nie das Produkt oder Unternehmen in den Fokus des Contents, sondern versucht weiterführende Informationen als Hilfestellung für die Konsumenten bereitzustellen. Insbesondere in der Phase der Informationssuche [Pre-Kaufphase] stehen nicht Produkte, sondern Informationen im Mittelpunkt der Konsumenten. Hier lassen sich mit einer nachhaltigen Content Marketing Strategie Nutzenebenen der Konsumenten ansprechen.

In der Kaufphase [Bewertung von Alternativen und Kaufentscheidung] ermöglicht der einsetzende Branding-Effekt die Auswahl zugunsten meines Produkts. Ein oft zitiertes Beispiel stellt die Webpräsenz von Schwarzkopf dar. Neben guten Content und einer CI-konformen Umsetzung zeigt das Beispiel Schwarzkopf aber auch, dass der SEO-Kanal vernachlässigt wurde und daher eine integrierte Keyword-Optimierung fehlt. Beide Referenten wiesen auf die nicht genutzten Potenziale einer abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit hin.

Gehen wenn’s am schönsten ist?

Nach einer Fülle von interessanten Vorträgen, anregenden Diskussionen mit professionellen und netten Menschen fiel es schwer, das Ende zu akzeptieren. Das OMCap-Team versuchte, den Abschied auf unterhaltsame Weise zu erleichtern. Mit Torte, Poetry Slam von Paul Weigl, Zigarren von Noblego.de, guter Musik und leckerem Essen wurde das Ende einer erfolgreichen Online-Marketing-Konferenz eingeleitet, das schließlich mit Witz und Charme in den späten Abendstunden seinen Schluss fand. Der Dank gilt wieder einmal Andre und das glorreichen Team: Die OMCap 2014 wird sehnsüchtig erwartet!


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Kommentare (1)

  1. Pingback: omRECAP 2013 - Wir sagen herzlichen Dank!!! | OMCap 2015

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