Google Plus

Anscheinend habe ich nichts daraus gelernt, dass ich ca. 48 Stunden aus G+ gekickt wurde dieser Tage. 😉 Im Laufe meiner Recherchen rund um das Thema war mir aufgefallen, dass meine beiden Profil-Root-URLs bei Google+
( https://plus.google.com/106524744290992795297 und https://plus.google.com/+AndreAlpar ) per 302 aufeinander redirecten, und zwar die alte, „unelegante“ mit der Zahlenkolonne auf die „schöne“ Vanity-URL. Ich konnte mir nicht verkneifen, innerhalb von G+ über eine in G+ imho seltsam gesetzte Umleitung zu lästern fachlich sehr kompakt zu schreiben. 🙂 So sah das aus:

googleplus-interne-weiterleitung-302-301

So weit, so gut. Aber dann kam darunter ein Kommentar von jemandem, der SEHR(!) viel Ahnung hat, und dann trau’ ich mich nicht, einfach kurz zu antworten, dachte ich mir.
302er-umleitung-google-plus-profil
Dann lieber gründlich und mit gebührendem Raum für das Thema, und das schafft man im Kommentarbereich bei G+ nicht wirklich. Also fangen wir „vorne“ an.
Warum denke ich, dass der 302er, der oben im Screenshot zu sehen ist, eher nicht optimal ist?
Bei der Beantwortung der Frage habe ich natürlich bestimmte „Voraussetzungen“ im Kopf. Wenn die nicht stimmen, dann stimmen ggf. auch die folgenden Aussagen nicht. Also expliziere ich lieber erst mal die Annahmen.

  • Google will mit G+ auch eigenen Suchtraffic aus den eigenen und anderen SERPs generieren. Mein Kollege Markus hatte über die Entwicklung von SEO Sichtbarkeiten von GooglePlus in vielen Ländern schon vor sehr langer Zeit einen Blogpost geschrieben, und wenn man diese Entwicklungen heute anschaut, scheint es genau so weiter zu laufen.
  • Google kann wie jede „normale“ Seite Duplicate Content Probleme bekommen. Es kann natürlich sein, dass der „Hausherr“ über die SERPs für sich selbst „im eigenen Haus“ andere Regeln definiert, aber davon würde ich nicht ausgehen.

Also steigen wir mal ein in Bezug auf die Hintergedanken, die ich hatte, als ich mir erlaubt habe zu behaupten, der 302er wäre nicht meine erste Wahl an der oben genannten Stelle.

1. Erarbeitetes „Link-Equity“ bündeln

Bis zu dem Zeitpunkt, als es die Vanity-URLs gab, führten die meisten Links zu G+ Profilen oder Posts ja zu den „Zahlen ID URLs“ wie https://plus.google.com/106524744290992795297. Seit es die „schönen“ URLs gibt, werden die meisten neuen Links sicherlich eher dorthin führen. Auch wenn man einzelne Posts aus dem oben genannten einzelnen Post anschaut, wird der ja auch per 302 von https://plus.google.com/u/0/106524744290992795297/posts/ApBMHnvEcaz auf https://plus.google.com/u/0/+AndreAlpar/posts/ApBMHnvEcaz umgeleitet. Nicht nur auf Profil-, sondern auch auf Post-Ebene sieht der User im Browser also die „schönen“ URLs, und wenn man sich irgendwo darauf beziehen und einen Inhalt innerhalb von Google+ empfehlen und verlinken möchte, wird er die Vanity-URL-Version anlinken, seit es diese gibt.

Für die meisten Webmaster  und so wahrscheinlich auch für Google sind ja Links sehr viel wert, weil sie redaktionell und freiwillig gesetzt werden müssen.

Die interne Verlinkung bei Google+ benutzt allerdings derzeit immer noch die „Zahlenvariante“ der URLs. Siehe

googleplus-interne-verlinkung

Der „normale“ Webmaster würde in jedem Fall versuchen, erarbeitetes „Empfehlungs-Kapital“ in Form von internen und externen Links an einer Stelle zu bündeln, weil dies es Suchmaschinen sicher einfacher macht zu verstehen, welcher Teil der eigenen Websites zu ranken ist zu einem Keyword, wenn man es denn verdient …

2. Duplicate Content vermeiden

Sowohl bei der Version des Contents auf G+, der auf der Vanity-URL liegt, als auch dem, der auf der „Zahlen“-URL liegt, ist der Content indexierbar. Aus beiden Bereichen findet man Inhalte in den SERPs

indexierung-googleplus

(Genaugenommen gibt es auch noch noch mindestens eine andere „Kopie“ des kompletten Contents unter https://plus.google.com/app/basic/+AndreAlpar/posts, den ich zufällig entdeckt habe über diese URL, die indexiert war: https://plus.google.com/app/basic/photos/+AndreAlpar/album/5925058846981995697/5925058857776111762?cbp=7eqz2nyl7en3&sview=27. Und wenn man dann den Vanity-URL-Teil raus nimmt und durch die Zahlenkolonne ersetzt, findet man auch leicht https://plus.google.com/app/basic/106524744290992795297/posts, und dort gibt es dann auch keine Redirects auf die Vanity-URL-Version. Aber lassen wir diesen Nebenkriegsschauplatz mal weg. Ich glaube, der ist etwas für den mobilen Bereich. Da gibt es dann vielleicht eine geeignete Weiche, die irgendwann mal Pause gemacht hat, und nur deswegen ist der Content in den Index gerutscht.)

Keiner der beiden Orte, der den gleichen Content enthält, ist von der Indexierung ausgeschlossen. Auch in der robots.txt konnte ich nix finden. Ein Canonical ist auch nicht drin. Wäre also für eine normale Website in jedem Fall ein Fall von Duplicate Content, den es zu verhindern gilt, wenn man sich wünscht, dass Google die eigene Website „missverständnisfrei“ und gut interpretiert.

3. Vanity-URLs in den SERPs wären ein besseres Usererlebnis

Ich glaube, das Argument wird am einfachsten erklärbar/verstehbar: Für den User, der nach irgendwas sucht, wo ein Google+ Post von mir das beste Ergebnis wäre, wäre es sicher besser lesbar/userfreundlicher, eine URL mit etwas Lesbarem zu liefern statt einer Zahlenkolonne.

Lösungsvorschlag

Also, für mein Gefühl und wenn für Google dieselben Regeln gelten wie für andere Websiten, fände ich zwei Lösungsansätze eleganter als den oben genannten 302er. Ich könnte mir einen 301er oder einen Canonical von der Zahlenversion der URL auf die schöne Vanity-URL als zielführender vorstellen.

Sind die Gedanken nachvollziehbar? Hab ich irgendwelche Voraussetzungen für meine Argumentation vergessen zu nennen? Gibt es noch weitere Gründe, die etwas anderes als eine bessere Lösung erscheinen lassen als den 302er, der aktuell da ist?

© Image via Flickr – Magnet 4 Marketing dot Net „Google+“
Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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