Website Boosting

In der neuen Ausgabe der Website Boosting, Nr. 19 (April 2013, S.48-51) stellen Andre Alpar und Maik Metzen drei Strategien vor, mit Hilfe derer die Affiliate Betreiber (keine Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen, sondern „Vermittler“ bzw. Weiterleiter) auch nach den zahlreichen Panda und Penguin Updates ihrem Geschäftsmodell nachgehen können.

Der Panda Algorithmus traf insbesondere die Affiliates, die wenig qualitativ hochwertigen Content auf Ihren Seiten eingebunden haben, während das Penguin Update allzu aggressive Offpage Aktivitäten rügte. Wie soll es nun weitergehen?

Trend 1: Übergang vom Grayhat zum Blackhat!

Ein eher unkonventioneller Ansatz, der sich seit einigen Monaten beobachten lässt, ist der des Blackhat SEO in Affiliate Kreisen. Diese von Google „verbotene“ und geächtete Herangehensweise findet sich sonst eher in niederen Kreisen des Internets wieder (Stichwort PPP). Andre und Maik führen jedoch hier das Beispiel der Optimierung auf Gutschein Keywords wie „Zalando Gutscheine“ an. Da solche Suchbegriffe, die aus einer bekannten Brand und dem Wort „Gutschein“ bestehen sehr lukrativ sind, haben sich einige Webseiten Betreiber auf die dunkle Seite des SEO gewagt. So fanden sich am 12. März 2013 unter den ersten 3 organischen Suchergebnissen von Google folgende 3 Seiten wieder:
• Gutscheindachs.de
• Gutscheinzwerg.com
• Gutschein-jet.com

Nach einer ersten Analyse des Backlink Profils war jedoch schnell klar, dass hier mit unsauberen Offpage Methoden vorgegangen wurde, sprich massiv automatisierter Linkaufbau (Link Spam). Es ist klar, dass

„die oben genannten Domains nach kurzer Zeit nicht mehr viel oder viel schlechter in den SERPs zu finden sind“ (S.49).

Da das Suchvolumen auf „Zalando Gutscheine“ jedoch sehr hoch ist (90.000), reicht auch das kurzfristige Verharren auf den Top Positionen. Die Autoren rechnen dies in einem theoretischen Rahmen durch und kommen zu der Schlussfolgerung, dass es sich lohnt, diese Methoden anzuwenden.

Trend 2: Die Vorwärtsbewegung im AIDA Funnel

AIDA was? Dieses Modell, welches dem einen oder anderen aus der Marketing-Ausbildung bzw. Lektüre bekannt sein könnte, beschreibt Kaufprozesse anhand von 4 Phasen:
1. Attention oder Awareness
2. Interest
3. Desire
4. Action

Da Affiliates für Verkäufe bzw. Kontaktvermittlungen entlohnt werden, macht es durchaus Sinn, dieses Modell heranzuziehen und den Kaufprozess zu durchleuchten. Die Autoren beginnen mit der Analyse des Suchprozesses. Bevor Google mit den oben erwähnten Updates die Affiliate Welt durchgeschüttelt hat, haben die Betreiber solcher Affiliate Webseiten primär auf Suchbegriffe wie „Waschmaschine kaufen“ optimiert, also auf jene Keywords die nah an einer Transaktion sind. Doch genau hier hat Google die Daumenschrauben fester gezogen und den Affiliates einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Worauf sollte ausgewichen werden?

Maik und Andre schlagen einen neuen Ansatz vor, wonach mehr auf informationelle Suchbegriffe optimiert werden sollte, welche trotzdem nah an einer möglichen Conversion sind. Ein sehr gutes Beispiel ist „Vergleich iPhone Samsung Galaxy“. Hier kennt sich ein Benutzer bereits mit den verschiedenen Smartphone Modellen am Markt aus und möchte nur abschätzen, welches Gerät den eigenen Präferenzen entspricht. Dieses Vorgehen hat folgenden Vorteil: Da solche Suchbegriffe weniger hart umkämpft sind, sowohl im organischen Bereich der Google Suche als auch im SEA Bereich, ist es einfacher hier zu ranken und User auf seine Seite zu lenken. Die „Traffic Akquise“ ist also durchaus gegeben. Jedoch konvertieren solche Suchbegriffe schlechter als transaktionale Eingaben der Google User. Somit ist dieser Ansatz hinsichtlich der Traffic Monetarisierung mit einem Nachteil belastet. Insgesamt kann man jedoch erwähnen, dass den Affiliate Betreibern zumindest die Chance gegeben wird, weiterhin mit ihrem Geschäftsmodell Geld zu verdienen.

Trend 3: Zur Marke werden

Der wohl nachhaltigste Lösungsansatz ist die Wandlung vom Affiliate Betreiber hin zur echten Marke. Dies ist jedoch ein langfristiger und herausfordernder Schritt, der gut geplant sein sollte. Es geht hier nicht um schnelle Conversions, sondern um die Herauskristallisierung und Schaffung einer Marke. Die Autoren führen als Beispiel die Blogs Mydealz und Sparwelt an.
Anschließend wird noch der Tipp an die Hand gegeben, aus der kurzfristigen Denkweise und den eher „grauen“ Methoden des typischen Affiliate Treibens herauszubrechen und dem Suchenden das zu bieten, was er eigentlich möchte:
• Informativer Content
• Ein überzeugendes Produkt
• Den User im Fokus zu behalten.


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Kommentare (3)

  1. Pingback: AKM3 Werbeanzeige in der neuen Websiteboosting - AKM3
  2. Pingback: Case-Study: Lebenszyklus eines Gutschein-Spamprojekts | Justus Blümer
  3. Interessanter Artikel.
    Definitiv sehe ich am meisten Potential in Punkt 3. Allerdings sind meiner Meinung nach die klassischen Pull Marketing Kanäle zur Markenbildung der falsche Weg. In diesem Bereichen ist SEO eher ein unterstützender Kanal. Die Nachfrage nach dem Produkt oder der Dienstleistung wird jedoch woanders geschaffen. Hier empfiehlt es sich eine ausgefeilte Kommunikationsstrategie zu fahren (AIDA halte ich nur bedingt für den richtigen Weg, da dort oft das Hard Selling im Fokus steht.). Auch das potentielle subjektive Kaufrisiko und damit verbunden das Involvement beim Kaufprozess, sind entscheidende Faktoren bei der Kundenansprache.
    Bei Produkten mit einer geringen Ich-Beteiligung (kleinpreisige Artikel, oft gekaufte Artikel), sollte man einen komplett anderen Ansatz nehmen als bei Produkten mit einem hohen subjektiven Kaufrisiko (Hauskauf, Möbelkauf, Altersvorsorge etc.).

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