28. Mai 2015. Eine Berlin-Neuheit, tolle Atmosphäre in einer schönen Location (Tagesspiegel), 18 internationale Top-Speaker, geballtes Wissen und interessante neue Denkansätze rund um das Thema Content Marketing: Die Content Marketing Masters Konferenz hat bei uns bleibenden Eindruck hinterlassen. Diesmal waren wir nicht nur als Speaker durch unsere beiden Experten Maik und Matthäus vertreten. Gleich vier unserer Team-Mitglieder saßen in der ersten Reihe und lauschten den Rednern.

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Maik und Matthäus stellten in ihrem Vortrag „Die 10 goldenen Regeln für erfolgreiches Seeding“ vor. Seeding ist ein essenzieller Bestandteil erfolgreicher Content-Marketing-Kampagnen, der bereits in die Planungsphase integriert werden sollte. Matthäus und Maik beschrieben in ihrem Vortrag, wie Seeding funktioniert und erläuterten die zielführendsten Strategien. Sie klärten darüber auf, welche Kanäle man nutzen sollte und was man von erfolgreichen Kampagnen lernen kann. Nach einer kurzen theoretischen Einordnung von Content Marketing ins Online Marketing vertieften beide Referenten ausführlich die wichtigsten Aspekte von erfolgreichem Seeding. Sie wiesen auf Probleme hin und zeigten mögliche Lösungen auf. Zahlreiche Beispiele veranschaulichten den Teilnehmern, wie erfolgreiches Seeding gelingen kann. Die beiden formulierten so Schritt für Schritt 10 goldene Seeding-Regeln:

  1. Passende Inhalte finden und die richtige Headline wählen
  2. Eine ideale technische Implementierung beim Seeding hat für eine Brand den größten Nutzen
  3. Social-Media-Kanäle richtig nutzen
  4. Paid Traffic innerhalb geeigneter AdWords-Kampagnen einsetzen
  5. Newsletter einsetzen, um kostengünstig Traffic auf neue und bestehende Inhalte zu generieren
  6. Outreach-Kampagnen helfen, die Zielgruppe und Multiplikatoren auf neue Inhalte aufmerksam zu machen
  7. Überzeugte Influencer helfen, eine große Zielgruppe zu erreichen
  8. Offline-Kanäle verwenden
  9. Internationale Ausrichtung – soziale Netzwerke im Zielmarkt einsetzen
  10. Geeignete Tools nutzen, um den Content-Marketing-Prozess und das Seeding zu erleichtern

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Doch das war bei Weitem nicht alles, was die Content Marketing Masters an Fachexpertise zu bieten hatten. Hier findet ihr kurze Zusammenfassungen der anderen Vorträge, die unser Team besucht hat:

Content Marketing? It’s the law! Practical insights and useful content marketing tips from Dutch innovative law firm Kennedy Van der Laan von AJ Huisman

AJ Huisman gab uns in seinem Vortrag einen Einblick in seinen beruflichen Alltag und erläuterte, wie er Content Marketing versteht, wie er sich von aktuellen Themen und Nachrichten inspirieren lässt und wie er als Marketing Direktor erfolgreich Inhalte für die niederländische Anwaltskanzlei Kennedy Van der Laan schafft.
Als Beispiel wählte Huisman den Thronverzicht von Königin Beatrix der Niederlande vor zwei Jahren, um zu zeigen, wie er die Medienaufmerksamkeit und Aktualität eines bewegenden Moments für den Launch der neuen Firmenwebsite der Kennedy Van der Laan nutzte: Huisman fragte danach, was der Rücktritt der Königin eigentlich für die Niederlande, für die Königin selbst und für ihre Familie bedeutet. Seine Antwort war die eines typischen Juristen: Im Prinzip sei das Ganze nichts weiter als die vorbildliche Nachfolgeplanung eines Familienunternehmens! Dementsprechend lautete der Titel im News-Bereich auf kvdl.nl später auch: „Die Royals als Familienunternehmen: 5 wesentliche Schritte der (Thron-) Nachfolge“.
Der Artikel wurde einen Tag später in Form einer Fünf-Punkte-Liste veröffentlicht und sofort von den Corporate-Partnern auf LinkedIn, Twitter und anderen Social-Media-Kanälen geteilt. Zwar war die Resonanz nicht besonders hoch. Wenn man aber im Hinterkopf behält, dass dieser Content von einer Anwaltskanzlei stammt, kann sich das Resultat durchaus sehen lassen.

Zusammengefasst: Huisman erklärte, dass die Kanzlei Content nutzt, um ihre Expertise zum Ausdruck zu bringen. Aber auch dazu, ihre Marke aufzubauen, sich als Autorität in ihrem Kompetenzbereich zu positionieren sowie Inhalte firmenintern und -extern zu kommunizieren. Letzten Endes ginge es ums Geschäft, darum, Vertrauen zu schaffen und einen Mehrwert für Klienten und potenzielle Neukunden zu generieren. Huisman ist ein entschiedener Gegner von bedeutungslosem Marketing Mumbo Jumbo. Seine Vision: das firmeninterne Wissen nutzen, um Unternehmensfragen und -belange proaktiv zu beantworten. Bei der Content-Erstellung achtet er deshalb vor allem auf Transparenz, Authentizität und Geradlinigkeit. Relevante Themen wie Healthcare, Finance & IT werden zum Beispiel in firmeneigenen Blogs diskutiert.

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Digital Storytelling von Dr. Veit Etzold

Um 14:30 Uhr fand im deutschen Track der Vortrag von Dr. Veith Etzold zum Thema Digitales Storytelling. Etzold ist vielen bereits als Autor von Thrillern wie „The Final Cut“ oder „Der Totenzeichner“ bekannt.
Etzold hielt seinen Vortrag im Duktus seiner Romane: Seine fachlichen Erläuterungen lockerte der Schriftsteller immer wieder durch interessante Geschichten auf. So machte er dem Publikum deutlich, worauf es ankommt, wenn man sich nachhaltig ins Gedächtnis von Partnern und Kunden einbrennen möchte. Etzold ermunterte dazu, keine Scheu vor negativen Emotionen zu haben, denn sie würden besonders nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Geschichten, die mit der Schilderung negativer Emotionen beginnen, sind seiner Meinung nach besonders einprägsam und erzielen beim Gegenüber deswegen maximale Aufmerksamkeit. Entscheiden sei allerdings die Reihenfolge der Ereignisse: Optimale Wirkung erziele man, wenn man eine Geschichte mit etwas Negativem einleite, einen Wendepunkt einbaue und dieser schließlich zu einem Happy End führe. Letztlich ginge es darum, beim Zuhörer Emotionen zu wecken und auf diese Weise länger als die Konkurrenz im Gedächtnis zu bleiben. Im Internet sei dies wichtiger als anderswo, denn die Konkurrenz ist nur einen Klick entfernt.

Dr. Veit Etzold setzte seine Tipps auch gleich selbst um: Mit seinem interessanten Vortrag packte er die Zuhörer, die ihm bis zum Ende aufmerksam lauschten.

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The Power of Visual Content: Aileen Power & Sarah Grogan

Auch Aileen Power und Sarah Grogan von Wolfgang Digital erwiesen der Content Marketing Masters dieses Jahr die Ehre und teilten ihre Erfahrungen und Konzepte mit uns. Im Vordergrund standen zwei Aspekte: Wie erstelle ich großartigen visuellen Content? Warum sharen User Content überhaupt? Ersteres lässt sich schnell mit einem Stichwort beantworten: Emotionen! Diese sind schon lange ein wichtiger Faktor in der Marketing-Branche. Erstaunlich ist, dass statistisch gesehen Wut stärker das Bedürfnis weckt das Gesehene zu teilen, als beispielsweise Ehrfurcht oder Begeisterung. Wir wollen tolle visuelle Erfahrungen mit Freunden und Familie teilen. Dafür sollte in der Planungsphase ein stabiles Fundament gelegt werden. Daten können aus einer reinen Behauptung einen Fakt machen. Aileen rät dazu, keine Scheu vor den eigenen Daten zu haben und diese auch zu nutzen. Oftmals legen viele Zahlen im System die Grundlage für eine gute Idee. So kann eine gute Infografik über steigende Mietpreise in Dublin auf einem Immobilienportal bereits den gewünschten Effekt erzielen.

Falls jedoch die Ressourcen fehlen, so schlägt Sarah die Nutzung von Quellen vor, die man bereits hat. Als Beispiel nennt Sie die eigene Community, die ihrer Meinung nach im Verhältnis zu gängigen Influencern wie Bloggern einen größeren „Share“-Effekt über die passenden Kanäle und Incentives auslösen kann. Und wenn alle Stricke reißen: einfach cool bleiben! Als Fazit können wir somit Folgendes festhalten: Benutze deine eigenen Daten. Nimm, was du hast. Beziehe deine Kunden ein. Nutze den Einfluss deiner Social Networks.

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Getting Goosebumps: The business of making an emotional connection with your audience von Bryan Adams

Bryan Adams von PH Creative leitete seinen Vortrag mit den Worten von Carl W. Büchner ein: „They may forget what you said, but they will never forget how you made them feel.“ Bereits an dieser Stelle ahnten die Zuhörer, wohin sich der Beitrag bewegen wird. Die Emotionen, die wir bei einem bestimmten Ereignis verspüren, halten diesen Moment noch lange in unserer Erinnerung. Was inhaltlich gesagt oder dargestellt wird, bleibt dagegen manchmal auf der Strecke. So benennt Adams die folgenden Faktoren als Grundlagen für Emotionen: Ehrlichkeit, Zuwendung, Absicht, Glaubwürdigkeit und Nostalgie. Ein Cocktail aus diesen Elementen sei der perfekte Mix für starken und Erfolg bringenden Content.

Wichtig ist selbstverständlich die Zielgruppe. Erstelle dazu eine Persona und befasse dich mit ihr: Was  kann beispielsweise ihre Emotionen wecken? Versuche dann, diese Gruppe als Kunden zu gewinnen und analysiere eine mögliche Entwicklung, angefangen beim Problem bis hin zur Kaufentscheidung. Inspiriere, motiviere, erziehe und unterhalte sie dabei. Wenn du am Ende dieses Prozesses neue Käufer gewonnen hast, hast du erfolgreichen Content erstellt. Sein sehr unterhaltsamer Vortrag endete mit den Worten: „Be genuine, be sincere, be authentic on purpose, on show“ sowie einem kleinen Wink zu Adams nächstem Buch „Getting Goosebumps“. War dieser Vortrag Werbung für das Buch? Vielleicht. Hat er unser Interesse geweckt und wurden wir unterhalten? Ein klares Ja!

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Alles in allem bot die Content Marketing Masters extrem viel Input, tolle Gelegenheiten zum Networking und eine Menge Spaß. Wir freuen uns schon jetzt auf nächstes Jahr! Vorher steht allerdings noch ein dickes Event im Oktober an – die OMCap!

 

Alle Fotos ©hektik.com


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