In naher Zukunft wird das AdWords Keyword-Tool nicht mehr verfügbar sein. Wie wir bereits in einem früheren Blogpost erläutert haben, führt Google sein Keyword-Tool mit dem Traffic-Estimator zusammen und ersetzt die beiden alten Tools durch den neuen Keyword-Planer. Um durch unsere Erkenntnisse auch den internationalen Online-Marketern diese Umstellung zu erleichtern, erklärt Andre bei Search Engine Watch noch einmal, bei welchen Funktionen sich Keyword-Tool und Keyword-Planer unterscheiden, und welche Vor- und Nachteile der neue Keyword-Planner bringt.

„With the approaching consolidation of the Keyword Tool and the Traffic Estimator into the Keyword Planner, SEO and PPC professionals should become familiar with this new product. What does this change mean for keyword research?“

Die vielleicht wichtigste Änderung besteht darin, dass der Keyword-Planer einen integrierten Prozess von der Keyword-Recherche bis zur Erstellung von Anzeigengruppen und Kampagnen bietet. Dies bringt vor allem Vorteile im Bereich SEA – dem eigentlichen Anwendungsgebiet des Planers.
Darüber hinaus kann der Nutzer nun zu Beginn der Recherche zwischen drei verschiedenen Typen wählen, die jeweils unterschiedliche Funktionen bieten:

Typ 1: Ideen für Keywords und Anzeigengruppen suchen
Typ 2: Keywords eingeben oder hochladen, um deren Leistung zu ermitteln
Typ 3: Keyword-Listen vervielfachen

Lediglich bei Auswahl des ersten Typen erhalten SEAs und SEOs neben dem Suchvolumen für die eingegebenen Keywords auch neue Keyword-Ideen. Hier kann allerdings nur das Suchvolumen für 50 Keywords (plus Keyword-Ideen) ausgegeben werden, während bei Typ 2 und 3 Statistiken für bis zu 1.000 Keywords angezeigt werden.

Typ 2 bietet neben der manuellen Eingabe auch die Möglichkeit zum Upload der Keywords in einer CSV-Datei. Auf diese Weise kann dann sogar für 10.000 Keywords das Suchvolumen abgerufen werden. Darüber hinaus bietet dieser Typ 2 den Vorteil, dass der Nutzer sich nach der manuellen Eingabe oder dem Upload der Keywords entscheiden kann, ob er Angaben zum Suchvolumen oder zu Traffic-Schätzungen erhalten möchte.

Auch Typ 3 hat eine Besonderheit: Es handelt sich bei diesem dritten und letzten Typen um einen Wrapper, der zwei oder drei Listen von Keywords miteinander kombiniert. So übernimmt jeder dieser Typen durch seine speziellen Funktionen unterschiedliche Aufgaben.

Neben der Gliederung des Tools in drei Typen, die jeweils individuell auf bestimmte Bereiche der Keyword-Recherche zugeschnitten sind, gab es auch einige Änderungen in Bezug auf die verfügbaren Funktionen:

  • Das lokale Suchvolumen wird nur noch für exakte Eingaben ausgegeben
  • Lokales Suchvolumen kann spezifisch für Städte und Regionen abgerufen werden
  • Die Auswahl der Sprache dient als Wortfilter statt als Targeting-Filter: Begriffe, die nicht der ausgewählten Sprache entsprechen, werden entfernt
  • Zum Abrufen des Suchvolumens können Keywordlisten als CSV-Dateien hochgeladen werden
  • Die Trennung nach Endgeräten entfällt

Vor- und Nachteile des neuen Keyword-Planer

Andres Beitrag auf Search Engine Land bietet eine ausführliche Tabelle, die alle Funktionen des Keyword-Tools und des Keyword-Planers miteinander vergleicht. Die wichtigsten Vorteile bestehen in der Möglichkeit zum Abruf des Suchvolumens für einzelne Regionen, der neuen Option zum Upload von CSV-Dateien und im integrierten Wrapper.

Nachteile zeigen sich in Andres Vergleich vor allem im Bereich der Filter und Einstellungen. Das Suchvolumen kann nur noch für den Übereinstimmungstyp „exact“ abgerufen werden, globale und lokale Suchtrends sowie Suchvolumina für Google und Google Suchnetzwerk müssen in mehreren Schritten abgefragt werden, und eine getrennte Ausgabe des Suchvolumens für Mobiltelefone oder Desktop-PCs und Laptops ist nicht möglich. Darüber hinaus ist im Hinblick auf die Usability anzumerken, dass bei Typ 1 nur maximal 50 Keywords eingegeben werden können und dass die Eingewöhnung in das Tool zunächst etwas schwieriger erscheint.

„The Keyword Planner is an improvement for beginners and inexperienced users due to the minimized data possibilities. For professionals with more differentiated requirements, hopefully the planner will continue to be refined separately from the regional filters.”


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Kommentare (3)

  1. Hi,

    nachdem heute die Zwangsnutzung des Planers begonnen hat, kam euer Artikel dazu gerade recht 😉

    Allerdings habe ich glaube einen Fehler in eurer Erläuterung oben entdeckt. Bezieht sich auf:

    „Die Auswahl der Sprache dient als Wortfilter statt als Targeting-Filter: Begriffe, die nicht der ausgewählten Sprache entsprechen, werden entfernt“

    Wenn ich auf „Deutsch“ gestellt habe, bekomme ich trotzdem weiterhin auch englische Begriffe vorgeschlagen – so wie im alten Keyword Tool eben auch. Habe ich da was falsch verstanden oder steht irgendwo nähere Info zu eurer Aussage dazu?

  2. Hallo Frank,

    danke für deine Anmerkung. Wir haben in dieser Woche schon beides gesehen. z.T. wird das Wort einfach herausgefiltert – z.T. bleibt es drin. Ich vermute Google testet hier noch.

    Bei uns sah es konkret so aus: Letzte Woche war es wie beschrieben, bei einer Recherche am Dienstag (vorgestern, also zum Zeitpunkt deines Kommentars) blieben die anderssprachigen Wörter drin, es kamen nur teils keine Angaben, heute bei einer anderen Betrachtung sind sie wieder komplett herausgeflogen. (Versuchswort: carsharing)

    Hier findest du den Beitrag zum Funktionsvergleich auch nochmal auf Deutsch. Ich werde das mit den Sprachen auch nochmal aktualisieren.

  3. Hi Jennifer,

    ja, so erlebe ich bei weiteren Recherchen im Tool auch. Scheint irgendwie noch experimentell zu sein, bzw. gibt es zumindest Schwankungen in der Darstellung.
    Wobei ich die letzten Tage bei den Keywords „Outplacement“ & „Nageldesign“ (DE/deutsch) immer auch englische Begriffe unter den Keyword Ideen sehe.

    Was ich bis vor Kurzem auch noch nicht hin bekommen hatte geht jetzt endlich auch wieder. Wenn man alle Sprachen über das Kreuz daneben löscht, zeigt es mir wieder „alle Sprachen“ an, d.h. keine Einschränkung dahingehend mehr … langsam wird das benutzbar 😉

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