„Eine WM alleine macht noch keinen Sommer“, sagte mal ein sehr weiser Mann in einer der unzähligen Talkshow-Formate unserer blühenden Medienlandschaft. Da Fernsehleute grundsätzlich recht mit allem haben, nahmen wir uns diese Weisheit zu Herzen und verließen uns nicht auf die sportliche Großveranstaltung, um eine für unser Team-Event angemessene Stimmung zu kreieren.

Doch damit nicht genug: Für 85 % der Deutschen ist „Gutes Wetter“ der optimale Anlass zum Grillen. Da uns das Wetterorakel dieses prophezeite, folgten wir dieser zweiten äußerst seriösen Quelle und beschlossen, die Elemente „Grillen“ und „WM“ durch die Attribute „Beach Bar“ und „kalte Getränke“ aufzuwerten. So kristallisierte sich einer der genialsten Pläne der Menschheitsgeschichte heraus, der sich in die einfache Formel „Sommer, Sonne, Sand und schöne Menschen“ gießen lässt.

Derart strategisch ausgerichtet, verließen wir kurz nach 17 Uhr im Rudel das Büro. Der laue Wind wehte, die Sonne schien und der Himmel himmelte – alles war perfekt. Nach einer kurzen Fahrt in Berlins rollender Sauna, liebevoll auch „U-Bahn“ tituliert, waren wir auch schon so gut wie am Ziel: dem Schönwetter* direkt am Mauerpark.

Zwei unserer Kollegen hatten bereits selbstlos Grillgut in allen Varianten mit dem Taxi zur Location gefahren. Der gemietete Grill war also bei Ankunft der hungrigen Outreacher bereits auf Betriebstemperatur – es konnte direkt losgeschlemmt werden. Neben dem unangefochtenen Highlight, einem selbstgemachten Couscous-Salat mit Mango (Rezept hier zu finden), gab es natürlich auch alle Arten von Fleisch und Würstchen. Die Veggies unter uns labten sich derweil an Grillkäse, Folienkartoffeln, Kräuterbaguette, diversem gegrillten Gemüse – und Nicekolben. Ja genau, Nicekolben – denn noch nie waren Maiskolben so nice wie an jenem Abend. Die Betreuung des Grills übernahm, freiwillig und mit höchster Motivation, unsere Grillfee Antje – DANKE DAFÜR!

Die Getränke waren nicht minder vielfältig, und schnell verkleinerte sich ihr Bestand. So hatten alle innerhalb kürzester Zeit die Füße im Sand, den Bauch voll und eine gelöste Grundstimmung im Herzen.

Ein bisschen sportlich wurde es für den einen oder anderen unter uns auch noch, denn die vorhandene Tischtennisplatte wollte natürlich bespielt werden. Ein wirklich gelungener Sommerabend ohne großes Programm, aber dafür mit umso mehr Zwanglosigkeit und Entspannung. Ach ja, Fußball wurde auch übertragen – fast hätte ich es vergessen. Die Spiele gaben leider nicht so viel an Spannung her, weshalb ein paar von uns die Disziplin „zeitversetztes Fake-Jubeln“ perfektionierten. Der aufgestellte Bildschirm zeigte das Geschehen 2 Sekunden vor der Leinwand, so konnten die davor sitzenden Zuschauer nachhaltig irritiert werden. Was für ein Spaß!

Um es abschließend mit Vincent Van Gogh zu sagen: „Große Dinge entstehen durch eine Reihe kleiner Dinge, die zusammenkommen“ – für einen malerischen Abend brauchte es an diesem Mittwoch nur ein paar Kleinigkeiten, die sich gut ergänzten. Denn ein gutes Team-Event entsteht nicht durch eine WM, sondern durch ein gutes Team.


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