„Achtung, Hitzewelle“, warnte das Veranstaltungsteam der IKK BB vor dem Start des 17. Firmenlaufs am Mittwoch, den 30.05.2018, und mahnte alle Teilnehmer, sich ausreichend zu hydrieren. Leichter gesagt als getan, denn bei heftigen 30 °C brach uns, dem Läufer-Team der Performics, nicht nur beim Gedanken an die angekündigten Gewitter, sondern schon bei der Hinfahrt mit Bahn und Fahrrad der Schweiß aus. Mit der imaginären Verwandlung in Superformics-Helden machten wir uns Mut für den bevorstehenden Kampf um unsere körpereigenen Wasserreserven. Trotz Handylosigkeit und Öffi-Chaos schafften wir es in der Masse der unglaublichen 17.000 Teilnehmer, uns am Eingang der abgesperrten Veranstaltungszone wiederzufinden.
 

 
Drinnen herrschte ein reges Treiben: Motivationstänze, Volksmusik und lautes Gelächter vermischten sich zu einer erwartungsfreudigen Atmosphäre. Die Mehrheit der Skater, Einradfahrer, Nordic Walker und Läufer waren in bunten und kreativen Mannschaftsshirts angetreten, die mit minimalistischen („Läuft!“), selbstironischen („Bei uns sind nur die Antwortzeiten schnell!“) oder witzigen („Laufstrecken müssen verdichtet sein!“) Sprüchen glänzten. Inspiration genug für das nächste Jahr, denn auch wenn die Performics nicht zum ersten Mal beim Firmenlauf an den Start ging, waren doch unsere diesjährigen Mannschaftsshirts ein Erstlingswerk im klassischen Schwarz.
 

 
Alle neugierigen Freunde, Fremden und Kollegen nehmen wir in diesem Blogbeitrag mit auf eine kleine Zeitreise, damit sie die Schweißperlen, Wadenkrämpfe und Siegerlächeln unserer 5,5-km-Runde um den Tiergarten im Nachhinein miterleben können.
 
3… 2… 1… Start!
Wir starten in Wellen à 3.000 Leute. Das verursacht ein einziges Gedränge auf der eingezäunten Startbahn, bis wir den Startbogen passieren und unser RFID-Chip am Schnürsenkel automatisch die Zeitmessung aktiviert. Ab jetzt gilt’s! Es dauert einige Minuten, bis das immense Starterfeld sich etwas zerläuft. Wir kommen in die erste Kurve, die die Runde um das Holocaustdenkmal einläutet. Ich überhole zwei junge, schnaufende Läufer, die schon jetzt in den Gehschritt zurückfallen: „Letztes Jahr ging das voll klar!“
 

 
1 km
Wir haben uns buchstäblich warmgelaufen. Den meisten malt die brütende Sonne schon rote Farbschattierungen ins Gesicht. Vor mir taucht ein älterer Herr auf, der im Spaziergang die vorbeilaufenden Teilnehmer in zwei Ströme teilt. „Eigentlich will ich nur meinen Chef beeindrucken“, verkündet er mithilfe seines neonfarbenen T-Shirts. Ob ihm das so gelingen wird?
 
2 km
Die Laufstrecke ist an den Seiten nicht überall abgegrenzt, und viele Läufer kürzen über die Straßenecken ab. Wir erreichen den Landwehrkanal. Am Straßenrand feuern uns motivierte Kollegen und Familienmitgliedern mit selbstgemalten Plakaten, aufmunternden Zurufen und Cheerleader-Puscheln an. Zwei Mädchen geben trotzdem auf und bleiben einfach mitten auf der Laufstrecke stehen. Hier sind schnelle Ausweichmanövern im Zick-Zack-Kurs gefragt!
 
3 km
Die Hälfte ist geschafft! An einem Wasserstand gibt es Erfrischung für alle, die bereit sind, ein wenig Zeitverlust in Kauf zu nehmen. Eine Extra-Runde durch den Sprühregen aus dem Wasserschlauch, dann ist wieder Konzentration angesagt. Wäre da nur nicht diese übermotivierte Folklore-Blaskapelle, die emsig versucht, uns mit schrägen Trompeten-Quietschern aus dem Atem- und damit aus dem Lauftakt zu bringen.
 
4 km
Wir erreichen die Siegessäule und biegen auf die lange Zielgerade ein: die Straße des 17. Juni. Viele setzen schon jetzt zum Endspurt an. Verkalkulieren sie sich? Der Zielbogen mit dem dahinterliegenden Brandenburger Tor erscheint im abendlichen Hitzeflimmern wie eine Fata Morgana. Ich überhole ein paar Mitglieder der Berliner Feuerwehr, die in voller Montur zum Lauf angetreten sind. Wenn die es mit Schutzkleidung und Atemschutzmasken schaffen, dürfen wir erst recht nicht aufgeben. Vor mir taumelt ein Läufer, fällt und rollt sich leicht über die Schulter ab. Sofort sind Mitläufer zur Stelle, um ihm aufzuhelfen. Wie schön: Die Kollegialität scheint für alle wichtiger zu sein als die persönliche Zeitwertung.
 
5 km
Der Zielbogen kommt näher, doch für volle 500 m Sprint reichen die Kräfte nicht mehr. Auf beiden Seiten der Absperrung versuchen zahlreiche Zuschauer, mit Musik und wilden Schreien das Letzte aus den Teilnehmern herauszuholen. Als ich merke, dass das eigentliche Ziel sich ein gutes Stück vor dem riesigen, weithin sichtbaren Torbogen befindet, bleiben nicht einmal mehr 50 m für den finalen Sprint. Die lasse ich mir jedoch nicht nehmen. 😉
 
Im Ziel bieten uns fleißige jugendliche Helfer „veganes“ Wasser an, für das „garantiert kein Tier gestorben ist“. Zusammen mit dem anschließenden alkoholfreien Bier, mit dem wir in der Gruppe anstoßen, hilft das ein bisschen, die Farben auf unseren euphorisierten Gesichtern wieder zu normalisieren. Unsere genaue Zeitwertung ist in der Freude des Momentes auf einmal nicht mehr so wichtig. Das wird sie erst am nächsten Tag, als wir uns neugierig auf der Website des Firmenlaufs unsere Ergebnisse und persönlichen Zielvideos anschauen. So viel sei verraten: Mit einer sportlichen Mannschaftswertung auf Platz 412 und ihrer Durchschnittszeit können unsere drei besten Läufer sich sehen lassen!
 
Unabhängig von den persönlichen Laufzeiten hat uns die Veranstaltung total motiviert. Die Anmeldung einiger weiblicher Teilnehmer für den BARMER Women’s Run steht, und auch alle anderen Läufer haben die Absicht, weiterhin fleißig zu trainieren – nicht zuletzt im Hinblick auf den Firmenlauf 2019, an dem die Performics mit Sicherheit wieder teilnehmen wird.
 


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