Die Pistolen geladen, die Schatzkarte im Gepäck, der Enterhaken auf Hochglanz poliert – und los geht das Piratenabenteuer. So dachte sich das jedenfalls die Leichtmatrosen-Crew der Onpage-Redaktion und heuerte auf einer kleinen Jolle an, um auf große Kaperfahrt zu gehen.


 

Initio (in) flagrantis

Der Chronist schlägt seinen Folianten auf einer noch leeren Seite auf, rührt die Tinte an und spitzt die Feder. Nun ist alles bereit, damit er seiner Pflicht nachkommen kann: Anno Domini 2018, der Wonnemonat schaukelt gemächlich seinem Ende entgegen. Am Firmament zieht sengend heiß die Frühsommersonne ihre Bahn, der Himmel strahlt so blau wie die Gewässer vor Barbados. Träge fließt die Spree unter der Oberbaumbrücke entlang, ein paar Touristen fotografieren sich mit ausgestreckten Armen (und Zungen). Plötzlich nähert sich ein Trupp wilder Wordonauten. Es sind die Redakteure der Performics-Onpage-Crew, die gefürchtetsten Piraten auf den sieben Pixelmeeren.

Die rechtschreibstarken Freibeuter schleppen gar schwer an ihrer Beute: Ihre Tüten sind so reichlich gefüllt wie Schwarzbarts Schatzkisten, vor allem mit Fleisch und Gerstensaft. Nach einem langen und schweißtreibenden Arbeitstag, an dem sie Wortschätze geborgen und Satzketten gesprengt haben, sind die Tastatur-Korsaren ausgehungert, ihre Kehlen so trocken wie Schießpulver. Endlich liegt ihr Ziel, der sonnenüberflutete Schiffsanleger im Schatten der Oberbaumbrücke, in greifbarer Nähe – endlich, hatten die flinken Tippfixe auf dem langen und beschwerlichen Hinweg doch einsehen müssen, dass sich Google Maps als Schatzkarte nur bedingt eignet.

 

Progressio periculosa

Doch Punkt 18 Uhr, als eine einsame Kirchturmglocke ihr Abendgeläut über der Spree ertönen lässt, entert die unerschrockene Crew den gerade anlegenden Kahn. Der knorrige, aber umso herzlichere Skipper begrüßt die Mannen und Frauen auf seiner Yacht, einem 50 Fuß langen Motorkutter mit einem großen Sonnensegel im vorderen Teil. Nachdem er die Geschäftsbedingungen erklärt hat – inklusive der Bedingungen für kleinere und größere Geschäfte – präsentiert der Käpt’n der staunenden Schar den zweitwichtigsten Ort an Bord. Über der Kabine erhebt sich majestätisch eine Konstruktion, wie sie nur Königen und Edelleuten geziemt: ein Ehrfurcht gebietender Bratrost, nein, der „Bugatti unter den Grills“.

Doch bevor verführerisch duftende Rauchschwaden himmelwärts steigen, heißt es „Leinen los“. Auf dem ersten Abschnitt steuert der Schiffsmann Kurs Nordwest die Spree hinauf. Unter den Klängen von Billy Joel, Tears for Fears, The Police und anderer (Hit-)Perlen „aus den 70ern, 80ern und 90ern“ gleitet der Pott gemächlich an der East Side Gallery entlang, passiert YAAM und Kater Blau. Schließlich erreicht der Kutter den alten Stadthafen, von wo aus es nach einer sanften Kehre zurück zur Oberbaumbrücke geht. Hier warten bereits zwei weitere Crew-Mitglieder, die mit viel Gelärm und Geklapper von den übrigen Kaperfahrern empfangen werden.


 

Eventus teamus

Und nun beginnt das große Gebrutzel – wahrlich eine Küchenschlacht in Laferesken Dimensionen. Während der nächsten zwei Stunden landen diverse Hähnchenbrüste, Schweinesteaks, Bratwürste, Grillkäse- und Zucchini-Scheiben zuerst auf dem Grill, dann im Magen. Dazu gibt es selbstverfertigte Salatpreziosen. Die Onpage-Crew haut entschlossen rein, auch bei Brot, Bier und Wein zeigen sich die Frauen und Mannen wie gewohnt wenig zimperlich. Zum Abschluss kredenzt die Obermaatin einen feinen Orangenlikör, den sie von der Kanaren-Insel La Gomera geschmuggelt hatte. Hergestellt wurde der – wie der Chronist an dieser Stelle festhalten muss: äußerst süffige – Tropfen von einer kundigen Dame namens Efigenia. Was für ein Name …

Währenddessen nimmt die Jolle Fahrt auf gen Rummelsburger See. Vom Badeschiff aus beschießen konkurrierende Freibeuter das Schiff mit Wasserkanonen – es bleibt aber bei einem eher kläglichen Versuch. An Steuerbord zieht der Molecule Man wie eine aufgelassene Galeasse vorbei, dann schwenkt unserer Klipper in die Rummelsburger Bucht ein. Das Wasser ist so ruhig wie Captain Morgans Hand nach einer Flasche Rum, aber zum Glück nicht so flach wie mein letzter Witz: So umrundet die Schaluppe ohne weitere Vorkommnisse die Insel der Jugend, bevor der Käpt’n gemütlich dem Zielhafen entgegenschippert, während die rote Sonne in der Spree versinkt.


 

Finis placidus

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, denn da kann man mit Kollegen auf dem Grillboot feiern geh‘n

Die Stimmung war entspannt, fürs Wohlbefinden war gesorgt. Und so blieben die Piraten der sieben Pixelmeere so brav wie Stiefelriemen-Bill auf Landgang (und nahmen zum Schluss sogar ihren Müll wieder mit von Bord). Dennoch feierten die Frauen und Mannen der Onpage-Crew gebührend ihr pirateskes Teamevent. Der Chronist hält erfreut fest: Das Essen: lecker. Die Smutjes: schneidig. (Ein großer Dank an dieser Stelle!) Der Käpt’n: ein Gewinn. Die Atmosphäre: sommerstark gemütlich. Das Wetter: traumhaft schön. Die Organisation: tipptopp. Trotz kleinerer Unwägbarkeiten war die Kaperfahrt auf der Spree für alle Crew-Mitglieder ein rundum gelungenes Ereignis!

Und jetzt alle: Hollahi, hollaho, hollahia, hia, hia, hollaho!


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