Gibt es etwas Schöneres, als sich nach einem arbeitsreichen Tag im Büro mit vier seiner netten Kollegen in einen kleinen, fensterlosen Bunkertrakt einschließen zu lassen, aus dem man innerhalb einer guten Stunde irgendwie wieder hinauskommen muss? Nein? Genau das dachten wir auch, und so ging es für unser Team der Offpage-Redaktion DACH am 12. April um kurz nach 17 Uhr vom Büro aus los Richtung Alexanderplatz, wo uns genau dieser Spaß erwarten sollte. Nach einer kurzen U-Bahn-Fahrt erreichten wir unser Ziel – ein riesiges graues und von außen wenig einladendes Gebäude: die Escape-Room-Location „EXIT Berlin“. Noch zu Scherzen aufgelegt warteten wir vor dem Eingang auf unsere Spielleiter und witzelten fröhlich darüber, welche Prüfung uns wohl erwarten würde. Kurze Zeit später war es so weit: Wir wurden hineingebeten und unser Schicksal war besiegelt …
 

„Ich geh lieber auch nochmal schnell …“

Das erste Rätsel dieses Abends begegnete uns früher als erwartet. Nur jeweils eine Damen- und Herrentoilette? Klingt komisch, war aber so. Die einzige männliche Verstärkung in unserem Team marschierte schnurstracks durch, während es für die Damen einreihen und warten hieß. Doch dies trübte unsere Stimmung keineswegs. Nachdem alle wieder da und unsere persönlichen Sachen eingeschlossen waren, gab es kein Zurück mehr. Von unseren zwei Spielleitern begleitet ging es die Treppen hinunter in den Keller des Gebäudes, der sich als ehemaliger Bunker entpuppte und komplett fensterlos war.
Wir erhielten eine kurze Einführung in den Ablauf des Escape-Games und erfuhren, dass unsere Gruppe das Spiel „Secret Prison“ spielen würde. Das Spielszenario: Wir befinden uns in einem DDR-Gefängnis und sind zu Unrecht inhaftiert worden. Eine Person aus unserer Gruppe ist in Einzelhaft in eine Zelle gesperrt (diesen Part übernahmen mutig jeweils Ina und Meli), während es die anderen bereits in den Vorraum geschafft haben. Ziel ist es, den Einzelhäftling zu befreien und im Anschluss gemeinsam aus dem Gefängnistrakt auszubrechen. Gelänge uns dies innerhalb von 66 Minuten nicht, würden wir entdeckt werden und damit unser Schicksal besiegeln!


 

„Kannst du dich bewegen? Bist du angekettet?“

Aufgeteilt in zwei Gruppen von jeweils fünf Leuten ging es getrennt voneinander in unsere zwei Spielräume. „Viel Spaß!“, hieß es von unserer Spielleiterin (war da etwa ein diabolisches Lachen zu vernehmen?), die dicke Ausgangstür fiel ins Schloss, und die Zeit, die uns auf einem großen Bildschirm angezeigt wurde, lief nun rückwärts! Hektisch blickten wir uns im Zellenvorraum um. Neben der Ausgangstür gab es noch zwei weitere verschlossene Räume und die Tür zur Einzelzelle, die zusätzlich mit einem Eisengitter und zwei Schlössern gesichert war. Durch einen Luftschacht konnten wir mit dem Einzelhäftling kommunizieren. Wir begannen eifrig, den Raum zu erkunden und uns ein Bild von der Lage zu machen. Irgendwie mussten wir Rätsel lösen, um an Zahlenkombinationen für die Schlösser zu kommen – so viel stand fest, mehr allerdings noch nicht!

„Hallo, kannst du uns hören?“ … „Kannst du dich bewegen?“ … „Bist du angekettet?“ … „Was siehst du?“ … „Hast du da irgendwo Farbkombinationen an der Wand?“ So ging es spannende und nervenaufreibende 66 Minuten von Rätsel zu Rätsel, von Schloss zu Schloss und von Raum zu Raum. Gefühlt stellten wir uns an vielen Stellen absolut dämlich an. Was zum Henker bedeutet dieser Hinweis? Wie geht es weiter? Wie gelangen wir an den Schlüssel? Zudem war die Gewissheit, die ganze Zeit über Kameras von unseren Spielleitern beobachtet zu werden, etwas gewöhnungsbedürftig. Ohne die Tipps, die immer dann auf dem Bildschirm aufflackerten, wenn wir absolut nicht weiterkamen, wären wir aber sicherlich nicht halb so weit gekommen.

Trotzdem reichte die Zeit für unsere Gruppe nicht, um an den Schlüssel zu gelangen, der uns in die Freiheit führen sollte. Ein paar Minuten vor Ablauf der 66 Minuten ertönten bereits bedrohliche Sirenen, Schreie und Einsturzgeräusche, was den Druck zusätzlich erhöhte und uns die Schweißperlen auf die Stirn trieb. „Schnell, schnell, schnell!“ Aufgeregt versuchten wir noch, in einen weiteren Raum zu gelangen, doch kaum waren wir dort, war klar, dass die Zeit nicht mehr reichen würde, um noch weitere Rätsel zu lösen.

Halb so schlimm. Draußen angekommen erfuhren wir, dass es unsere Kollegen im anderen Raum zwar um ein Haar geschafft hätten, am Ende jedoch wenige Sekunden für die Freiheit fehlten. Macht nix! Nun wurde noch schnell ein Erinnerungsbild von uns mutig gescheiterten Häftlingen geknipst, und dann ging es sichtlich beeindruckt von unserem Abenteuer zurück ans Tageslicht.


 

„Tell me why – ain’t nothing but a heartache!“

In bester Laune setzten acht Kollegen den Weg zum „Knutschfleck“ fort – einer Cocktail-/Karaoke-/Varieté-Bar. Dort angekommen stärkten wir uns erst einmal mit Flammkuchen, Backkartoffeln, Nachos und weiteren Leckereien und ließen unser Escape-Game Revue passieren. Doch Punkt 20 Uhr bot sich uns bereits das nächste Abenteuer: die Karaoke-Bühne wurde für eröffnet erklärt! Nach der ersten Runde Cocktails war auch die Mehrheit von uns Feuer und Flamme und wälzte eifrig die Liedermappen. Die Auswahl stand schnell fest – die Neunziger sollten es sein!

Dem Publikum vorgestellt als „Backstreet Girls“ legten sechs unserer mutigsten Kolleginnen los und rockten mit dem Hit ihrer Namensgeber „I Want It That Way“ die Bühne. Kaum war die letzte Note geträllert, hatten alle Blut geleckt, und so ging es – begleitet von Mojitos, Moscow Mules und anderen alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken – fröhlich weiter, u. a. mit Songs von den Spice Girls und Sia (… „I love cheap thrills!“ 🙂 ). Nicht nur wir, sondern auch die Zuhörer waren begeistert. „Bitte mehr davon, ich bin ein Fan der Backstreet Girls“, schwärmte am Ende selbst die Bedienung.

Erst gegen halb zwei Uhr morgens – so erzählt man sich – versagten dann auch den letzten Sängern die Stimmbänder. Wir sind uns einig: Es war ein rundum gelungenes Teamevent!

PS: Falls ihr unsere „Backstreet Girls“ eines Tages nicht mehr im Büro antreffen solltet, ist ihnen der Tourneestart sicher geglückt! 🙂


 
Photo by Nicholas Kwok on Unsplash


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