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In der aktuellen Ausgabe von Website Boosting erkläre ich zusammen mit meinem Kollegen Stephan Cifka, wie man mithilfe von Video-Content eine möglichst große Zielgruppe erreicht und einen erfolgreichen Video-Account aufbaut.

Der große Vorteil von Videos gegenüber dem geschriebenen Wort ist, dass sie den Nutzer auf eine emotionalere Weise ansprechen. Des Weiteren bieten Videos den Vorteil, dass sie leichter zu konsumieren sind als lange Texte. Zudem können sie bestimmte Sachverhalte besser illustrieren als Infografiken und sind dank der flächendeckenden Verbreitung von Mobilgeräten jederzeit und überall für den User abrufbar. Kein Wunder also, dass viele Online-Marketer vermehrt auf Video-Marketing zur Publikums- bzw. Neukundengewinnung setzen.

Doch genau das bringt auch eine Problematik mit sich: Es wird für Marketer immer schwieriger, sich von der Masse an Videos abzuheben. Wie gelingt es also, durch Video-Content-Marketing eine stärkere Bindung der bestehenden Abonnenten zu erreichen und gleichzeitig mehr Reichweite für neue Abonnenten zu entwickeln?

Auf Strategien und Inhalte kommt es an

Wenn man im Content-Video-Marketing erfolgreich sein möchte, sind die richtige Strategie und Planung entscheidend. Neben formalen Faktoren wie dem Format und der Videolänge ist gutes Storytelling überaus wichtig. Auch die Auswahl der richtigen Plattform für das eigene Video sollte mit Bedacht geschehen. In den meisten Fällen entscheiden sich Unternehmen gegen das Hochladen auf die eigene Website und nutzen stattdessen YouTube. Der große Vorteil von YouTube besteht darin, dass die Plattform eine Mischung aus Video-Suchmaschine und sozialem Netzwerk darstellt sowie eine große Anzahl an Usern erreicht. Durch einen eigenen Account bzw. Channel kann sich ein Unternehmen so nach und nach eine Community aufbauen.

Neben der Wahl der richtigen Plattform sollten Unternehmen außerdem darauf achten, dass alle Videos eines Kanals einen hohen Wiedererkennungswert besitzen (beispielsweise ein einprägsames Intro) bzw. ein Corporate Design. Dadurch können Nutzer den Zusammenhang zwischen einzelnen Videos besser herstellen und sie an anderer Stelle im Netzwerk wiedererkennen. Für Neulinge und noch unbekannte Unternehmen empfiehlt es sich, auf dem eigenen YouTube-Kanal ein Vorstellungsvideo zu platzieren. Darin können Channel-Inhaber potenzielle Abonnenten vom Mehrwert des Channels überzeugen. Bei den Videos selbst sollten Marketer darauf achten, dass bestimmte Elemente suchmaschinenoptimiert sind. Das bedeutet, dass im Video-Titel, im Dateinamen und in der Videobeschreibung die wichtigsten Keywords berücksichtigt werden. Außerdem sollte die Videobeschreibung einen Link zur Firmenwebsite enthalten, der User auf die Seite bringt; dort erhalten sie weitere Informationen.

Hinsichtlich Inhalt und Story sollten Videoersteller darauf achten, dass sie eine Nische besetzen oder ihre Videos ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen, das sie von Konkurrenten und anderen Clips unterscheidet. Die wichtigsten Fragen bezüglich des Videoinhalts lauten:

  • Was kann ich anders machen als Mitbewerber bzw. Konkurrenten, um mich mit meinen Videos abzuheben?
  • Was zeichnet mein Unternehmen aus?
  • Welches Alleinstellungsmerkmal, welches Produkt oder welche Expertise könnten für den Zuschauer informativ, unterhaltend oder auf andere Weise interessant sein?

Achtung: Das Thema des Videos sollte zu jeder Zeit nah am eigentlichen Produkt liegen.

Neben dem Inhalt spielt natürlich auch die Qualität des Videos eine wichtige Rolle. Hochwertiges Kamera-Equipment sowie ein überzeugendes Setting sorgen dafür, dass der User den Video-Stream nicht vorzeitig abbricht.

Aktive Promotion und Verbreitung

Nach dem Hochladen folgt die eigentliche Video-Marketing-Arbeit. Ab jetzt wird es wichtig, dass möglichst viele User das Video sehen und es sich schnell verbreitet. Nur so ist es auch für YouTube von Bedeutung und rankt weit oben in der Ergebnisliste. Der einfachste Weg der Verbreitung erfolgt direkt über YouTube. Da es sich bei YouTube nicht nur um eine Videoplattform handelt, sondern auch um ein soziales Netzwerk, nimmt der Austausch mit der Community einen besonderen Stellenwert ein. So sorgt schon die einfache Aufforderung, einen Kommentar oder Feedback zum Video zu posten dafür, dass innerhalb der Community oder zwischen Community und Unternehmen ein Dialog entsteht und User die Seite öfter besuchen. Dabei ist es wichtig, dass der Channel-Betreiber zu jeder Zeit authentisch und kommunikativ bleibt. Durch diese Maßnahmen wird eine Beziehung zwischen Community und Unternehmen aufgebaut sowie der Ersteller des Videos darüber informiert, was er beim nächsten Video besser machen kann.

Neben der Arbeit auf YouTube ist das Seeding auf anderen Websites und Plattformen wie Facebook und Twitter ein wichtiger Faktor, um seinen Video-Content zu verbreiten. Anfangen sollte man jedoch auf der eigenen Website bzw. dem eigenen Blog, da sich die Einbettung dort kinderleicht gestaltet und sich Videos umsatzfördernd auswirken. So gaben 74 Prozent aller Befragten einer Online-Umfrage der Video-Marketing-Agentur Vidyard an, dass Video-Content zu besseren Conversions geführt hat. Ein weiterer schöner Nebeneffekt von Videos auf der eigenen Website: Die Bounce Rate sinkt und User verweilen länger auf der Seite.

Für den schnellen Erfolg kann das Video auch als bezahlte Anzeige platziert werden, um möglichst viele Views zu generieren. Das steigert die Bekanntheit und kann zu mehr Conversions führen. Doch für mehr Aufmerksamkeit muss nicht gleich Geld investiert werden. Durch das Platzieren in Social-Media-Gruppen oder Diskussionsforen kann ebenfalls ein hoher Besucherzuwachs erzielt werden. Außerdem bietet sich die Offline-Nutzung von gutem Video-Content an – zum Beispiel auf Messen oder bei Unternehmenspräsentationen.

Auch Facebook bietet sich zum Seeding an: Das Netzwerk greift auf das native Videoformat zurück und bietet den Vorteil, dass der Community-Gedanke stärker ausgeprägt ist, Videos dementsprechend häufiger mit Freunden und Bekannten gesharet werden. Allerdings ist die Halbwertszeit auf Facebook kürzer, und die Videos verschwinden schneller wieder in der großen Masse. Zudem sind Videos auf Facebook eher kurz, während auf YouTube auch Videos mit einer Spielzeit von über 90 Sekunden erfolgreiche Klickzahlen aufweisen. Somit bietet es sich an, Kurzversionen oder Trailer des eigentlichen Videos über Facebook zu teilen und das komplette Video auf YouTube hochzuladen. Eine ähnliche Taktik empfiehlt sich auch für Snapchat und Instagram.

Wenn der Channel nach einiger Zeit erfolgreich läuft, dann lohnt sich ein genauer Blick auf das Zuschauerverhalten. Zu diesem Zweck bietet YouTube ein eigenes Analytics an, das direkt mit dem Account verknüpft ist und Performance-Daten über unterschiedliche Zeiträume liefern kann. Dazu zählen unter anderem die durchschnittliche Wiedergabedauer, die Anzahl der positiven und negativen Bewertungen sowie die Herkunftsländer der User.

Fazit

Für einen erfolgreichen Videokanal ist nicht die Quantität, sondern die Qualität entscheidend. Statt einen Overload an minderwertigen Videos zu erzeugen, sollte das Augenmerk auf hochwertigem Content liegen, der in regelmäßigen Abstand veröffentlicht wird. Die Zuschauer werden es danken.


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